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Ein Preis für fliegende Magnete

10.11.2014

Der diesjährige Energie- und Umweltpreis der Gelsenkirchener „E.ON Technologies GmbH“ geht an Thomas Spiecker aus Marl von der Westfälischen Hochschule. Er hat in seiner Masterarbeit an der Rückgewinnung von Hochleistungsmagneten geforscht. Diese enthalten als Sekundärrohstoff die besonders begehrten „seltenen Erden“.

Seltene Erden sind eigentlich Metalle. Wie selten diese Elemente sind, erkennt man an ihren wahrscheinlich vielen Menschen unbekannten Namen wie Dysprosium oder Neodym.


Thomas Spiecker von der Westfälischen Hochschule erhielt den Eon-Energie-und-Umweltpreis für "fliegende Magnete". Foto: WH/BL, Abdruck honorarfrei

Gerade diese sind aber ein wichtiger Bestandteil von Hochleistungsdauermagneten, wie sie für Elektromotoren, Windkraftanlagen, Magnetresonanztomografen oder Computer-Festplatten benutzt werden.

Schaut man in die Länderliste der Abbaugebiete für seltene Erden, kommt Europa auf den vorderen Plätzen nicht vor. „Umso wichtiger ist es für Europa, Recyclingtechniken mit hohem Wertschöpfungspotenzial bei der Rückgewinnung dieser Metalle bereitzustellen“, so die Einschätzung von Prof. Dr. Ralf Holzhauer, der an der Westfälischen Hochschule Recycling und Nachhaltigkeit lehrt.

Jetzt hat einer seiner Studenten den diesjährigen Energie- und Umweltpreis der Gelsenkirchener „E.ON Technologies GmbH“ bekommen: Thomas Spiecker (28) aus Marl hat sich in seiner mit der Traumnote 1 bewerteten Master-Abschlussarbeit im Studiengang Energiesystemtechnik mit der Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen beschäftigt, denn der Anteil seltener Erden in einer Unmenge von Abfallströmen ist sehr gering.

Spiecker hat ein an der Westfälischen Hochschule entwickeltes Verfahren zur automatisierten Aussortierung von Hochleistungsmagneten untersucht, das mit einer speziellen Wirbelstromtechnik und wechselnden Magnetfeldern arbeitet: Die Magnete fliegen dann aus dem Schrottgemisch heraus.

In Spieckers Arbeit ging es vor allem darum zu verstehen, wie das erfolgreiche Verfahren physikalisch-theoretisch funktioniert, um durch ein besseres Verständnis der Wirkungsweise zu noch besseren und damit wirtschaftlichen Ergebnissen zu kommen. Eine erste Fachzeitschrift hat bereits über die Arbeit von Thomas Spiecker berichtet.

Überreicht wurde der mit 2.500 Euro dotierte Preis letzten Freitag im Rahmen der jährlichen Absolventenfeier in den Studiengängen Versorgungs- und Entsorgungstechnik sowie Wirtschaftsingenieurwesen/Facility Management von Dr. Dariush Hourfar von der „E.ON Technologies GmbH“. Thomas Spiecker ist seit seinem Studienabschluss als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Westfälischen Hochschule beschäftigt und will in der nächsten Zeit mit einer Doktorarbeit beginnen.

Ihr Medienansprechpartner für weitere Informationen:
Prof. Dr. Ralf Holzhauer, Campus Gelsenkirchen der Westfälischen Hochschule, Telefon (0209) 9596-163, E-Mail ralf.holzhauer@w-hs.de

Dr. Barbara Laaser | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.w-hs.de

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