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Dresdner Netzhautforscher erhält zum zweiten Mal den EYEnovative Förderpreis

23.04.2015

Zellbasiertes Modell soll zur Aufklärung einer heimtückischen Erkrankung des Nervensystems bei Kindern beitragen

Bereits zum zweiten Mal wurde Dr. Mike O. Karl, Forschungsgruppenleiter am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und des DFG-Forschungszentrums für Regenerative Therapien Dresden – Exzellenzcluster an der TU Dresden (CRTD) mit dem „EYEnovative Förderpreis“ der Novartis Pharma GmbH ausgezeichnet.


Jurymitglied des EYEnovative Prof. Dr. Olaf Strauß (links) gratuliert dem Preisträger Mike Karl, Leiter der gemeinsamen Nachwuchsforschergruppe von CRTD und DZNE (rechts)

Novartis

Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 25.000 Euro dotiert und wurde dem Neurowissenschaftler für ein Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit Prof. Alexander Storch, Professor für Neurodegenerative Erkrankungen der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus, des DZNE und stellvertretender Klinikdirektor der Klinik und Poliklinik für Neurologie verliehen.

Mit dem „EYEnovative Förderpreis“ werden innovative Projekte zum besseren Verständnis von Erkrankungen der Netzhaut (Retina) ausgezeichnet, die das Potential haben, den Grundstein für neue Therapien zu legen. Damit leistet der Preis einen wichtigen Beitrag zur Translation erfolgreicher Grundlagenforschung in klinische Anwendungen.

Die Bewerbung der Dresdner Forscher basiert auf dem Projekt „Entwicklung zellbasierter humaner Modelle zur Erforschung retinaler Erkrankungen am Beispiel der Juvenilen Neuronalen Ceroid Lipofuszinose (JNCL)”. Ziel des Projektes ist die Entwicklung und Untersuchung von zellbasierten Modellen der JNCL Erkrankung mittels dreidimensionaler humaner Retina, sogenannter Retinaorganoide, aus induzierten pluripotenten Stammzellen. Das geplante Projekt wird unter anderem auch von der NCL-Stiftung (http://www.ncl-stiftung.de) unterstützt.

Mit dem zur Förderung ausgezeichneten Projekt widmen sich Dr. Karl und seine Kollegen der Juvenilen Neuronalen Ceroid Lipofuszinose, einer der häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen im Kindesalter. Der Verlust der Sehfähigkeit aufgrund der Degeneration der Zellen der Retina im Kindesalter von etwa 7-10 Jahren ist das erste Symptom mit der die Erkrankung überhaupt erst erkannt wird. Der Verlust des Sehsinns hat unmittelbare katastrophale Folgen für die Lebensqualität. Und leider macht die Erkrankung nicht halt bei der Retina, sondern die Patienten erleiden einen Nervenzellverlust im gesamten zentralen Nervensystem und werden meist nicht älter als 30 Jahre.

„Die Erforschung von Erkrankungen wie der JNCL in Tiermodellen bringt Fortschritte, aber die Entwicklung von humanen zellbasierten-Modellen für die JNCL bietet ganz neue Chancen für die Erforschung der JNCL Erkrankungsmechanismen, die Entdeckung neuer Ansätze therapeutischer Strategien sowie für die Validierung von Therapien.“ erläutert Dr. Karl.

Ziel des Projektes, das durch den Forschungspreis nun ermöglicht wird, ist die Entwicklung eines 3D-Retinazellmodels zur Charakterisierung der zellulären Grundlagen dieser Erkrankung. Die Entwicklung basiert auf dem Einsatz induzierter pluripotenter Stammzellen, die sich im Bereich der biomedizinischen Grundlagenforschung seit der Vergabe des Nobelpreises für ihre Entwicklung im Jahr 2012 zu dem bedeutendsten Gebiet der Stammzellforschung entwickelt haben.

„Das Projekt ist ein weiterer Beleg der engen und dringend erforderlichen Zusammenarbeit von Klinikern und Grundlagenforschern am Campus Dresden-Johannstadt und die Translation der Forschungsergebnisse in die klinische Anwendung“ sagt Elly Tanaka, Direktorin des CRTD, die sich sehr über die erneute Auszeichnung des gemeinsamen Nachwuchsgruppenleiters von CRTD und DZNE freut.

Weitere Informationen:

http://www.crt-dresden.de

Kim-Astrid Magister | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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