Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DFG fördert Freiburger Nierenforschung mit 10 Millionen Euro

25.11.2014

Neuer Sonderforschungsbereich untersucht genetische Grundlagen von Nierenerkrankungen

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ab Januar 2015 die Erforschung genetisch bedingter Nierenerkrankungen mit 2,5 Millionen Euro pro Jahr im Rahmen des Sonderforschungsbereichs „Nierenerkrankungen – vom Gen zum Mechanismus (KIDGEM)“.

An dem für vier Jahre bewilligten Projekt sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Universitätsklinikums Freiburg, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und des Max-Planck-Instituts für Immunbiologie und Epigenetik, Freiburg, beteiligt.

Im Mittelpunkt stehen die molekularen und zellulären Auswirkungen fehlerhafter Gene in Entwicklung und Funktion der Niere. Die Forschung soll eine Lücke schließen zwischen dem bestehenden klinischen Wissen und den Fortschritten in der Erbgut-Sequenzierung.

Vier bis fünf Prozent der Menschen leiden in Deutschland an einer milden bis schweren Störung der Nierentätigkeit, etwa 100.000 Betroffene müssen sogar mittels Dialyse oder einer Nierentransplantation behandelt werden. Bereits heute sind über 200 genetische Nierenerkrankungen bekannt und ständig kommen neue hinzu.

Grund für den schnellen Anstieg der Erkrankungsarten ist eine immer bessere Differenzierungsmöglichkeit auf Erbgut-Ebene. „Anders als noch vor zehn Jahren steht heute nicht mehr die Entdeckung fehlerhafter Gene im Vordergrund, sondern die Frage nach den zellulären Funktionen eines Gens. Wenn wir diese Fragen beantworten können, können wir auch neue Therapien entwickeln“, sagt Prof. Dr. Gerd Walz, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin IV am Universitätsklinikum Freiburg und Sprecher des Sonderforschungsbereichs.

Unter Anatomen und Physiologen gilt die Niere als eine Art „Modell-Organ“. Denn Entwicklung und Störungen der Nierenfunktion werden bereits seit langem sehr detailliert untersucht. In den letzten Jahren wurden zudem immer mehr Informationen über die genetischen Grundlagen von Nierenerkrankungen gewonnen.

Der neue Sonderforschungsbereich KIDGEM möchte diese beiden Felder zusammenführen und so die Grundlagen für eine verbesserte Diagnose, Behandlung und Prävention von genetischen Nierenerkrankungen schaffen.

Dazu werden die Wissenschaftler zum einen bereits existierende Patientenregister auswerten. Zum anderen werden sie genetische Veränderungen an unterschiedlichen Tiermodellen wie Drosophila, Zebrafisch und Fadenwurm untersuchen.

„Freiburg ist seit langem eines der großen Zentren für Nierenforschung in Deutschland. Die Stärkung der bestehenden Ressourcen dürfte, neben den geplanten Forschungsprojekten, für die DFG ein wichtiger Aspekt bei der Bewilligung gewesen sein“, so Walz. Das Universitätsklinikum Freiburg ist bereits an drei Sonderforschungsbereichen beteiligt.


Weitere Informationen:

http://www.uniklinik-freiburg.de  Universitätsklinikum Freiburg
http://www.uni-freiburg.de  Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Benjamin Waschow | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht EU-Förderung in Millionenhöhe für Regensburger Wissenschaftler
21.04.2017 | Universität Regensburg

nachricht Förderung Technologietransfer im technologischen Ressourcenschutz mit über 500.000 Euro
20.04.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten