Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DFG fördert drei Forschungsprojekte an der Freiburger Klinik für Augenheilkunde

29.10.2013
Gleich drei Wissenschaftler der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg haben unlängst Zusagen für Projektfördermittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erhalten.

„Wir sind sehr stolz, in unserer kleinen Klinik gleich drei Forschungsprojekte mit solch prominenter Förderung durchführen zu können“, so Prof. Dr. Thomas Reinhard, Ärztlicher Direktor der Klinik für Augenheilkunde.

In einer experimentellen Studie untersucht PD Dr. Julia Biermann gemeinsam mit PD Dr. Ulrich Göbel aus der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, wie Kohlenstoffmonoxid Nervenzellen der Netzhaut nach Sauerstoffmangel schützt. Werden diese Nervenzellen geschädigt, kommt es zu Einschränkungen der Sehschärfe und des Gesichtsfelds sowie zur Schädigung des Sehnervs. Auf der Suche nach sogenannten Neuroprotektiva, die Nervenzellen bei der Regeneration unterstützen, stießen die Forscher auf Kohlenstoffmonoxid (CO), das im neuronalen Stoffwechsel in geringen Mengen als gasförmiger Transmitter zum Einsatz kommt.

In bisherigen Freiburger Studien konnte nachgewiesen werden, dass inhaliertes CO Zelltod und Entzündungsreaktion infolge eines zentralen Gefäßverschlusses an der Netzhaut hemmen kann. Da CO jedoch als geruch- und farbloses Gas auf Grund seiner potentiell toxischen Wirkung für den klinischen Gebrauch nicht unbedenklich ist und die Dosierung über die Atmung schlecht gesteuert werden kann, wurden CO-freisetzende Substanzen entwickelt.

Neuere Generationen dieser sogenannten CO-releasing molecules (RM) sind wasserlöslich und scheinen für die lokale Anwendung geeignet, wodurch das Nebenwirkungspotential reduziert werden könnte. Im Rahmen des mit rund 300.000 Euro geförderten DFG-Projekts können PD Dr. Biermann und PD Dr. Göbel nun ihre Versuche mit dem wasserlöslichen CO-RM ALF-186 vertiefen.

Die Rolle neuronaler Signalmoleküle bei der Blutgefäßbildung am Augenhintergrund erforscht PD Dr. Andreas Stahl im Rahmen eines weiteren DFG-Projektes, das ebenfalls mit mehr als 300.000 Euro dotiert ist. Die krankhafte Blutgefäßbildung (Angiogenese) am Augenhintergrund führt im Rahmen der feuchten altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) zu einem teilweise rapiden Verlust des zentralen Sehens und stellt in Industrienationen eine der häufigsten Ursachen für den Verlust der Sehfähigkeit bei Erwachsenen dar. Als wichtige Regulatoren der Angiogenese wurden in den letzten Jahren zunehmend auch neuronale Signalmoleküle erkannt.

Unter ihnen nehmen die Semaphorine eine herausragende Stellung ein, deren Funktion in der Netzhaut jedoch noch kaum erforscht ist. Ziel des Projekts von PD Dr. Stahl ist es, mithilfe gezielter Expressionsveränderungen die Rolle der Semaphorine bei der Blutgefäßbildung am Augenhintergrund zu untersuchen. In einem translationalen Forschungsansatz werden dabei grundlagenorientierte Versuche mit funktionellen Untersuchungen und Analysen von Patientenproben verknüpft. Idealerweise lassen sich so neue Ansatzpunkte für die Behandlung krankhafter Blutgefäßbildungen ermitteln.

Das dritte von der DFG geförderte Projekt widmet sich der Optimierung der Funktionen von Hornhautzellen. Dr. Philipp Eberwein untersucht zusammen mit Prof. Dr. Pascal Tomakidi, dem Leiter der Abteilung für Orale Biotechnologie am Department für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, wie Parameter der extrazellulären Umgebung wichtige Zellfunktionen wie Zellteilung und –wachstum sowie die Zelldifferenzierung und den Kontakt zu anderen Zellen beeinflussen. Mithilfe mikrotechnologisch hergestellter biomechanischer Modelloberflächen können diese Funktionen genau analysiert und durch die gezielte Veränderung einzelner biomechanischer Parameter optimiert werden.

Der Transfer auf bereits verfügbare Biomaterialien wie Hyaluronsäure und Polyethylenglykol und deren Modifikation durch Wachstumsfaktoren ermöglichen weitere Rückschlüsse auf die biomechanische und biomolekulare Zusammensetzung der Zellumgebung, die den Bedürfnissen der Zellen im Hornhautgewebe gerecht wird. Dies erweitert zum einen das Wissen über die Zell- und Gewebephysiologie der Hornhaut. Zum anderen liefern Dr. Eberweins Untersuchungen die Grundlagen für die Weiter- bzw. Neuentwicklung biomimetischer Biomaterialien, die als hoffnungsvolle Kandidaten zukünftig zur Wiederherstellung der Hornhaut nach schweren Verletzungen oder bei chronischen Erkrankungen genutzt werden können. Die DFG unterstützt das Projekt mit 237.000 Euro.

Kontakt:
Prof. Dr. Thomas Reinhard
Geschäftsführender Ärztlicher Direktor
Klinik für Augenheilkunde
Telefon: 0761 270-40060
thomas.reinhard@uniklinik-freiburg.de

Benjamin Waschow | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-freiburg.de
http://www.uniklinik-freiburg.de/presse/live/Pressemitteilungen/Archiv2013/4Quartal2013/DFGProjekte.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie