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Deutscher Zukunftspreis 2012 / Vier herausragende Projekte der deutschen Forschung und Entwicklung nominiert

12.09.2012
Die Jury des Deutschen Zukunftspreises hat vier herausragende Projekte der deutschen Forschung und Entwicklung für die Preisvergabe 2012 nominiert. Die Teams, die für diese innovativen Arbeiten stehen, wurden heute vom Bundespräsidialamt bekanntgeben und in München im Rahmen einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die nominierten Wissenschaftler und Entwickler zeigen in sehr unterschiedlicher Weise innovative Lösungen rund um das Megathema Kommunikation. Es geht um die Effizienz und maximale Sicherheit der Datenübertragung in Zeiten globaler, digitaler Kommunikation, um den bleibenden Austausch und die Teilhabe in einer alternden Gesellschaft und schließlich um das Wissen von der genauen Beschaffenheit der Welt als Bedingung für Planung und daraus resultierenden gesellschaftlichen Entwicklungen.

Für den Deutschen Zukunftspreis 2012 wurden nominiert:

Team I

Prof. Dr. rer. nat. Dr. med. Birger Kollmeier (Sprecher), Prof.
Dr.-Ing. Volker Hohmann und Dr.-Ing. Torsten Niederdränk*, Carl von Ossietzky Universität, Oldenburg und *Siemens AG, München mit ihrem Projekt "Binaurale Hörgeräte - räumliches Hören für alle".

Die Forscher haben die technologische Basis für neuartige Hörsysteme geschaffen, bei denen zwei Hörgeräte in beiden Ohren gekoppelt und entsprechend des individuellen Hörschadens aufeinander abgestimmt sind. Zudem lassen sich mithilfe eines neuartigen Diagnoseverfahrens und mathematischer Algorithmen Hörfehler von Betroffenen gezielt kompensieren.

Dies erlaubt hörgeschädigten Menschen zukünftig, in akustisch "schwierigen" Umgebungen besser zu hören - etwa in Räumen mit Nachhall, bei mehreren durcheinander redenden Menschen oder lauten Hintergrundgeräuschen.

Team II

Prof. Dr.-Ing. habil. Alberto Moreira (Sprecher), Dr.-Ing. Gerhard Krieger und Dr.-Ing. Manfred Zink, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR, Oberpfaffenhofen mit ihrem Projekt "Radaraugen im All

- Revolutionäre Technik für Erde und Umwelt".

Dieses Team hat ein völlig neues Erdbeobachtungssystem geschaffen, bei dem ein Tandem aus zwei Radarsatelliten den Globus in einem ausgeklügelten Formationsflug umrundet und einen einzigartigen 3-D-Blick auf unsere Erde ermöglicht.

Zukünftige Anwendungen profitieren außerdem von einer neu entwickelten, digitalen Radarantenne, die rund um die Uhr und aus jedem Winkel der Erde aktuelle und hochpräzise Informationen für intelligente Verkehrssysteme, Klimaforschung, Umweltbeobachtung und Katastrophenschutz bereitstellen wird.

Team III

Dr.-Ing. Stefan Rüping (Sprecher), Dipl.-Ing. Marcus Janke und Dipl.-Ing. Andreas Wenzel, Infineon Technologies AG, Neubiberg mit ihrem Projekt "Integrity Guard - Sicherheit für die vernetzte Welt".

Die Ingenieure haben eine digitale Sicherheitstechnologie der neuesten Generation entwickelt, die sensible Daten sehr effizient gegen Angreifer schützt. Ihre weltweit einmalige Lösung nutzt zwei Kniffe, die bislang so nicht realisiert wurden: Im Prozessorkern, dem Herzen des Sicherheitschips, arbeiten zwei Recheneinheiten, die sich laufend gegenseitig kontrollieren und im Falle von Manipulation entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten.

Und: Die Daten werden erstmals auch im Prozessorkern verschlüsselt verarbeitet. Dies verhindert Fälle von Missbrauch und Manipulation von sensiblen Daten auf z. B. Chipkarten und elektronischen Ausweisdokumenten.

Team IV

Prof. Dr.-Ing. Thomas Wiegand (Sprecher), Dr.-Ing. Detlev Marpe und Dr.-Ing. Heiko Schwarz, Fraunhofer Institut für Nachrichtentechnik - Heinrich Hertz Institut, Technische Universität, Berlin mit ihrem Projekt "Brillante Videos überall - effiziente Codierung mit internationalen Standards".

Die Forscher waren maßgeblich daran beteiligt, ein Verfahren zu schaffen das Videodaten ohne sichtbaren Qualitätsverlust effizient komprimiert. Diese Technologie wird inzwischen weltweit genutzt. Sie ermöglicht es, Videos mit nur geringem Bedarf an Übertragungskapazität oder Speicherplatz - auch auf mobilen Geräten - zu betrachten oder zu versenden.

Damit legten die Forscher einen Grundstein für den überwältigenden Erfolg der Übertragung von Videokonferenzen, Filmen, Fernsehprogrammen und Videoclips - sei es als HDTV, 3DTV, im Web oder Mobilfunk.

Der Deutsche Zukunftspreis, der Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation, ist mit 250.000 Euro dotiert. Er wird in diesem Jahr am 28. November in Berlin durch Bundespräsident Joachim Gauck verliehen, der die Entscheidung der Jury erst in der Gala-Veranstaltung bekanntgeben wird. Das ZDF überträgt die Preisvergabe am 28. November 2012, 22.15 Uhr.

Informationen und Bildmaterial zu den nominierten Teams stehen zum Download unter www.deutscher-zukunftspreis.de bereit.

Pressekontakt:
Büro Deutscher Zukunftspreis
Cuvilliésstraße 14
81679 München
Telefon 089-30 70 34 44
info@deutscher-zukunftspreis.de

| presseportal
Weitere Informationen:
http://www.deutscher-zukunftspreis.de

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