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Communicator-Preis 2015 an Boris Zernikow

04.05.2015

Mediziner wird für seine engagierte und vielfältige öffentliche Vermittlung der Themen Schmerz, Schmerztherapie und Palliativversorgung bei Kindern ausgezeichnet

Der Communicator-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft geht in diesem Jahr an den Kinder- und Palliativmediziner Boris Zernikow. Der Wissenschaftler von der Universität Witten/Herdecke erhält die mit 50 000 Euro dotierte Auszeichnung für seine engagierte und vielfältige öffentliche Vermittlung der Themen Schmerz, Schmerztherapie und Palliativversorgung bei Kindern und Jugendlichen. Die Preisverleihung findet am 30. Juni im Rahmen der Jahresversammlung der DFG in Bochum statt.

Der „Communicator-Preis – Wissenschaftspreis des Stifterverbandes“ wird seit 2000 verliehen und gilt als der wichtigste seiner Art in Deutschland. Ausgezeichnet werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in besonders vielfältiger, origineller und nachhaltiger Weise ihre Forschungsergebnisse und die ihres Faches in die Medien und die breite Öffentlichkeit außerhalb der Wissenschaft kommunizieren.

Mit dem Preis wollen DFG und Stifterverband den immer wichtigeren Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit stärken und zugleich dafür werben, dass die Vermittlung von Wissenschaft in der Wissenschaft selbst einen höheren Stellenwert erhält. Gekürt werden die Preisträger von einer Jury aus Wissenschaftsjournalisten, Kommunikations- und PR-Fachleuten unter dem Vorsitz von DFG-Vizepräsident Professor Dr. Frank Allgöwer.

Für die diesjährige Preisrunde hatten sich insgesamt 46 Forscherinnen und Forscher aus allen Wissenschaftsgebieten beworben oder waren vorgeschlagen worden, von denen sich Zernikow in einem mehrstufigen Auswahlprozess durchsetzen konnte.

Für die Jury verknüpft Boris Zernikow Wissenschaft und Kommunikation in besonders enger und wirkungsvoller Weise, und das auf einem sensiblen Gebiet, das medizinisch und gesellschaftlich von großer Bedeutung ist. Der Mediziner gilt sowohl mit seiner wissenschaftlichen und klinischen Arbeit als auch mit deren öffentlicher Vermittlung als Wegbereiter einer adäquaten Schmerztherapie und Palliativversorgung für Kinder und Jugendliche in Deutschland.

1964 geboren, wurde Zernikow nach seinem Medizinstudium in Münster und an der Harvard Medical School sowie der Promotion zum Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit dem Schwerpunkt Kinderonkologie ausgebildet. Nach ersten klinisch-ärztlichen Tätigkeiten baute er an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln, die zugleich eine Klinik der privaten Universität Witten/Herdecke ist, das Vodafone Stiftungsinstitut für Kinderschmerztherapie und Pädriatische Palliativmedizin auf, das er als Chefarzt leitet.

Aus diesem Institut sind inzwischen das Deutsche Kinderschmerzzentrum und das Kinderpalliativzentrum Datteln hervorgegangen. 2008 wurde Zernikow von der Universität Witten/Herdecke auf den europaweit ersten Lehrstuhl für Kinderschmerztherapie und pädriatische Palliativversorgung berufen.

Die dortigen Forschungsschwerpunkte reichen von der multidimensionalen Diagnostik und den neurowissenschaftlichen Grundlagen chronischer Schmerzen bei Kindern über Therapiestudien zur multimodalen Behandlung bis zur Versorgung von Kindern mit Krebserkrankungen zum Lebensende.

Die Themen und Ergebnisse dieser bereits mehrfach fachlich ausgezeichneten klinischen Forschungen – und damit nicht zuletzt die Notwendigkeit einer speziellen Behandlung und Versorgung chronisch und lebenslimitierend erkrankter Kinder – öffentlich zu vermitteln, war für Zernikow von Beginn an zentraler Bestandteil seiner Arbeit.

Dabei kommuniziert er sowohl mit der breiten Öffentlichkeit und in den Medien als auch mit einzelnen Zielgruppen wie gesunden und kranken Kindern und deren Familien sowie mit Repräsentanten von Gesundheitspolitik und Gesundheitssystem. Ihnen allen gegenüber sieht er sich als „Botschafter“ der Bedürfnisse schwerst- und todkranker Kinder und Jugendlicher, von denen es in Deutschland etwa 400 000 gibt.

Neben dieser besonders engagierten Vermittlungsleistung beeindruckte die Jury des Communicator-Preises nun auch die Vielfalt und Kreativität, mit der Zernikow kommuniziert, so etwa mit dem Zeichentrickfilm „Den Schmerz verstehen – und was zu tun ist“, mit leicht verständlichen Ratgebern („Rote Karte für den Schmerz“) oder mit den Internetauftritten des Deutschen Kinderschmerzzentrums und des Kinderpalliativzentrums Datteln.

Mit diesen Kommunikationsformen, aber auch mit zahlreichen Beiträgen und Interviews in den Medien habe Zernikow dafür gesorgt, dass die Themen Schmerz, Schmerztherapie und Palliativversorgung für Kinder und Jugendliche in Deutschland überhaupt erst öffentlich wahrgenommen und angegangen wurden.

Zernikow ist der inzwischen 16. Preisträger des Communicator-Preises. Bisherige Preisträgerinnen und Preisträger waren unter anderem die Mathematiker Albrecht Beutelspacher und Günter M. Ziegler, der Meeresforscher Gerold Wefer, die Sozialforscherin Jutta Allmendinger, die Arbeitsgruppe Glaziologie am Alfred-Wegener-Institut, der Bienenforscher Jürgen Tautz und der Experimentalphysiker Metin Tolan. 2014 wurde der Biopsychologe Onur Güntürkün ausgezeichnet.

Die feierliche Verleihung des Communicator-Preises ist auch in diesem Jahr Teil der Jahresversammlung der DFG, die anlässlich des 50. Geburtstags der Ruhr-Universität in Bochum stattfindet. Am 30. Juni werden im Deutschen Bergbau-Museum die Präsidenten der DFG und des Stifterverbandes, Professor Dr. Peter Strohschneider und Professor Dr. Andreas Barner, den Preis überreichen.

Das Preisgeld stammt vom Stifterverband, in dem sich über 3000 Unternehmen und Privatpersonen für die Förderung der Wissenschaft und deren Austausch mit der Öffentlichkeit engagieren. Darüber hinaus erhält Boris Zernikow ein Hologramm, das den Communicator-Preis symbolisiert. Das von dem Kölner Künstler Michael Bleyenberg gestaltete Werk soll die Bedeutung der Transparenz in der Wissenschaft zeigen – und dass es sich lohnt, die Dinge „ins rechte Licht zu rücken“. Wie das Hologramm entfaltet auch die Wissenschaft nur dann ihre ganze Strahlkraft.

Weitere Informationen

Ausführliche Informationen zum Communicator-Preis und den Preisträgern finden sich unter:
www.dfg.de/communicator-preis/

Ansprechpartner bei der DFG:
Marco Finetti, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 228 885-2230, Marco.Finetti@dfg.de

Ansprechpartner beim Stifterverband:
Michael Sonnabend, Leiter Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 201 8401-181, michael.sonnabend@stifterverband.de

Weitere Informationen:

http://www.dfg.de/communicator-preis/

Marco Finetti | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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