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Carlsson Wedemeyer-Förderpreis 2011

02.10.2011
Musiktherapie in der Behandlung von depressiven Jugendlichen

Im Rahmen des 1. Deutschen Patientenkongresses Depression am 2. Oktober im Gewandhaus in Leipzig wurde erstmals der mit 10.000 Euro dotierte Carlsson Wedemeyer-Förderpreis vergeben. Privatdozentin Dr. Christine Rummel-Kluge, Geschäftsführerin der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, verlieh den Preis an das Gewinnerteam der Ausschreibung, Prof. Dr. Thomas Hillecke, Prof. Dr. Franz Resch und Julian Koenig (von der Universität Heidelberg und der SRH Hochschule Heidelberg). Der Preis finanziert ein Pilotprojekt, das die Erforschung von Musiktherapie in der Behandlung von depressiven Jugendlichen ermöglicht. Damit sollen die Voraussetzungen für die Realisierung einer Therapievergleichsstudie geschaffen werden. „Mit dem Carlsson Wedemeyer-Förderpreis möchte die Stiftung Deutsche Depressionshilfe Forschungsvorhaben zur Optimierung der Versorgung depressiv erkrankter Kinder und Jugendlicher fördern“, erläutert Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe. „Mit dem Antrag zur Musiktherapie bei depressiven Jugendlichen wurde die Idee des Förderpreises sehr gut umgesetzt. Zunächst soll hier ein Pilotprojekt durchgeführt werden, um dann mit den daraus resultierenden Erfahrungen eine größere Studie planen zu können. Die Wirksamkeit von Musiktherapie wurde bislang noch nicht ausreichend wissenschaftlich untersucht. Das möchten wir ändern und mit der Auswahl dieses Projektes einen Beitrag dazu leisten“, erklärt Privatdozentin Dr. Christine Rummel-Kluge, Geschäftsführerin der Stiftung Deutsche Depressionshilfe.

Das Forschungsprojekt – mit Musik die Behandlung der Depression unterstützen
Depressionen zählen neben Ängsten und Störungen des Sozialverhaltens zu den häufigsten psychischen Auffälligkeiten im Kindes- und Jugendalter in Deutschland. Es besteht ein dringender Bedarf an psychotherapeutischer Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit depressiven Erkrankungen, um das Risiko ungünstiger Entwick¬lungsverläufe (z.B. schulische Leistungseinbrüche) zu minimieren. Musiktherapie stellt bereits eine effektive Behandlungsmöglichkeit bei Kindern und Jugendlichen mit psychopathologischen Störungen dar, Primärstudien beziehen sich aber hauptsächlich auf Kinder mit Entwicklungs- und Verhaltensstörungen. Obwohl der Einsatz von Musik und Musiktherapie bei affektiven Störungen im Jugendalter naheliegend und bereits weit verbreitet ist, existieren bislang kaum empirische Studien zur ihrer Wirk¬samkeit. Das therapeutische Potenzial der Musiktherapie wird bei depressiven Ju¬gendlichen im Ausdruck von Gefühlen, der Förderung des Selbstwertgefühls, der Ex¬ternalisierung von inneren psychischen Konflikten, dem non-verbalen Kontakt über das Medium Musik, der Aktivierung sowie Modifikation des subjektiven Erlebens durch die Musik gesehen. Im Sinne der Evidenzbasierung musiktherapeutischer Inter¬ventionen wird die Durchführung umfangreicher, qualitativ hochwertiger Studien von Wissenschaftlern, behandelnden Ärzten und Leistungserbringern gefordert. Der Carlsson Wedemeyer-Förderpreis 2011 schafft die Basis dafür.
Die Projektgruppe
Das Projekt wird in Kooperation der Fakultät für Therapiewissenschaften der SRH Hochschule Heidelberg (Prof. Dr. Thomas Hillecke), der Klinik für Kinder- und Jugend¬psychiatrie der Universität Heidelberg (Prof. Dr. Franz Resch) und dem Deutschen Institut für angewandte Therapieforschung, DIAT e.V. (Julian Koenig) umgesetzt. Die Projektgruppe hat in der Vergangenheit bereits klinische Studien zur Wirksamkeit der musiktherapeutischen Behandlung von Kindern und Jugendlichen, insbesondere mit chronischen Kopfschmerzen und Migräne, erfolgreich realisiert. Das interdisziplinäre Team besteht aus Medizinern, Psychologen, psychologischen Psychotherapeuten und Musiktherapeuten und fördert regelmäßig junge Nachwuchswissenschaftler über die Vergabe von Promotionsarbeiten mit Projektbezug.
Kontakt zum Projektteam:
Julian Koenig
Deutsches Institut für angewandte Therapieforschung (DIAT e.V.)
Maaßstraße 26, 69123 Heidelberg
Über die Stiftung Deutsche Depressionshilfe:
Depression erforschen – Betroffenen helfen – Wissen weitergeben
Zentrales Ziel der Stiftung Deutsche Depressionshilfe (Nachfolge des Kompetenznetzes Depression, Suizidalität seit 2010) ist die Verbesserung der Situation depressiv erkrankter Menschen. So werden unter dem Dach der Stiftung die Aktivitäten des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Kompetenznetzes Depression, Suizidalität und des Deutschen Bündnisses gegen Depression e.V. gebündelt und weiterentwickelt. Die Stiftung will Forschung anstoßen und den Betroffenen schnell und kompetent zu einer optimalen Behandlung sowie mehr Akzeptanz in der Gesellschaft verhelfen. Hierzu gehören insbesondere die Förderung und Initiierung neuer Bündnisse gegen Depression, eine intensive Öffentlichkeitsarbeit zu der Krankheit Depression, die Durchführung von Forschungsprojekten zu Ursachen und Behandlung depressiv Erkrankter sowie die Weiterbildung von Ärzten und medizinischem Fachpersonal. Darüber hinaus strebt die Deutsche Depressionshilfe nationale und internationale Partnerschaften an, die zur Erfüllung des Stiftungsziels beitragen. Um eine notwendige Vielfalt an Aktivitäten zu gewährleisten und langfristig zu sichern, ist die Stiftung auf Zustiftungen und Spenden angewiesen. Zur Sicherung des Fortbestands der Forschungs- und Aufklärungsaktivitäten des Kompetenznetzes Depression, Suizidalität, hat die Stiftung nach Auslaufen der BMBF-Förderung im Jahr 2010 die Nachfolge des Kompetenznetzes angetreten.

Dr. Christine Rummel-Kluge | idw
Weitere Informationen:
http://www.deutsche-depressionshilfe.de

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