Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Carl-Zeiss-Stiftung fördert Tübinger Astro- und Teilchenphysik

19.08.2015

Stiftung ermöglicht mit 850.000 Euro Strukturförderung den Brückenschlag zwischen Teilchenphysik und Astrophysik ‒ Ziel: Die Struktur des Universums besser verstehen

Das „Kepler Center für Astro- und Teilchenphysik“ der Universität Tübingen hat erfolgreich Fördergelder der Carl-Zeiss-Stiftung eingeworben. Insgesamt 850.000 Euro erhält der Verbund „Hochsensitive Nachweistechniken zur Erforschung des unsichtbaren Universums“ in den kommenden vier Jahren. Aufbauend auf der Expertise der Arbeitsgruppen im Kepler Center werden damit weitere Projekte zur Erforschung der Struktur unseres Universums starten.


Prototyp eines Kameramoduls zum Nachweis hochenergetischer kosmischer Strahlung: An der Universität Tübingen werden neue Nachweistechniken für die Astro- und Teilchenphysik entwickelt.

Universität Tübingen/T. Jammer

An dem Antrag sind insgesamt sechs Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beteiligt, die mit Hilfe der Fördergelder eine Brücke zwischen Teilchenphysik und Astrophysik schlagen wollen. An dieser Schnittstelle bearbeiten Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler künftig Fragestellungen mit sowohl teilchenphysikalischen als auch astrophysikalischen Methoden.

Dabei soll zum einen die elementare Struktur von Materie besser aufgeklärt werden. Unser Universum besteht überwiegend aus unsichtbarer, sogenannter Dunkler Materie. Deren Bestandteile sind bislang unbekannt, Standardmodelle der Teilchenphysik greifen hier nicht.

Gemeinsam wollen die Wissenschaftler deshalb hochsensitive Nachweismethoden entwickeln und die theoretischen Modelle verbessern. Ein Teil der Projektarbeitsgruppe wird nach Spuren Dunkler Materie in aktuellen Daten von satellitengestützten, astrophysikalischen Beobachtungen wie auch von Experimenten der Teilchenphysik suchen.

Zum anderen wollen die Wissenschaftler besser verstehen, wie hochenergetische kosmische Strahlung im All erzeugt wird. Einzelne Teilchen dieser Strahlung besitzen Energien, die größer sind, als sie momentan am weltweit leistungsstärksten Teilchenbeschleuniger am CERN erzeugt werden können. Noch ist ungeklärt, welche astronomischen Objekte und welche Mechanismen für die Beschleunigung zu so hohen Energien verantwortlich sind.

„Mit der Unterstützung der Carl-Zeiss-Stiftung wollen wir ein neues, gemeinsames Labor einrichten. Dort können wir innovative Nachweismethoden entwickeln und testen“, sagt Projektkoordinator Professor Tobias Lachenmaier vom Kepler Center. Besonders interessant sind dabei für die Forscher des Kepler Centers empfindlichere Geräte zum Nachweis von kleinsten Lichtmengen, wie sie etwa beim Durchgang kosmischer Strahlung durch die Erdatmosphäre entstehen.

Die Carl-Zeiss-Stiftung wurde 1889 von Ernst Abbe gegründet. Sie fördert Wissenschaft und Forschung im Bereich der Natur- und Ingenieurwissenschaften in den Bundesländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Das „Programm zur Stärkung von Forschungsstrukturen“ richtet sich an wissenschaftlich exzellente, interdisziplinär arbeitende Gruppen mit vielversprechendem Forschungskonzept, die noch Unterstützung für ihre Infrastrukturen benötigen.
An der Universität Tübingen fördert die Carl-Zeiss-Stiftung darüber hinaus zahlreiche Doktoranden und Postdoktoranden, Studierende der MINT-Fächer im Rahmen des Deutschlandstipendiums sowie zwei Professuren.

Kontakt:
Prof. Dr. Tobias Lachenmaier
Universität Tübingen
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Physikalisches Institut
Telefon: +49 7071 29-76287
tobias.lachenmaier@uni-tuebingen.de

Antje Karbe | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-tuebingen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht BRIESE-Preis 2016: Intelligente automatisierte Bildanalyse erschließt Geheimnisse am Meeresgrund
20.01.2017 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert
20.01.2017 | University of Twente

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise