Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bund fördert Großmotoren-Forschung an Uni Rostock mit einer Million Euro

30.01.2017

Ziel: Kraftstoffverbrauch und Schadstoffemissionen um fünf Prozent senken

Emissionen aus dem Schiffsverkehr sollen zukünftig weiter sinken. Neue Normen verlangen nach innovativen Lösungen, um Schadstoffe innermotorisch zu vermeiden und außermotorisch zu verringern. An der Universität Rostock gibt es perfekte Bedingungen für ausgefeilte Forschungen am Schiffdieselmotor zur Reduktion von Schadstoff-Emissionen.


Alexander Dottei bei der Erstellung eines Messkonzepts zur experimentellen Erfassung des Kolben-Wärmehaushalts

Foto: Universität/Thomas Rahr

Dabei kommt ein moderner Schiffsdieselmotor mit komplexer Messtechnik zum Einsatz, der für die universitäre Forschung bereit steht. Dieser Motor steht am Lehrstuhl für Kolbenmaschinen und Verbrennungsmotoren (Leitung: Professor Bert Buchholz) der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik der Universität Rostock. Gleich nebenan, am Lehrstuhl für Technische Thermodynamik (LTT), unter Leitung von Professor Egon Hassel, sind im Herbst zwei neue Forschungsprojekte angelaufen, die das Bundeswirtschaftsministerium mit etwa einer Million Euro fördert.

Professor Hassel dazu: „Wir wollen wegweisend daran mitwirken, dass im Schiffsverkehr künftig Kraftstoffverbräuche und Emissionen reduziert werden können“. Hier läuft anwendungsnahe maritime Spitzen-Forschung. Das heißt, so Prof. Hassel, Lösungskonzepte zu entwickeln, die den Weg aus der Forschung in die Praxis beziehungsweise in die Produktion schaffen und in diesem konkreten Fall helfen, die Grundlagen für eine noch sauberere Schifffahrt und sinkende CO2-Emissionen zu legen.

Das neu gestartete Forschungsprojekt hat zum Ziel, Reibung und Energieverluste am Schiffsmotor auf das Niveau modernster LKW-Motoren zu reduzieren. Welches technische Potenzial zur Senkung der unerwünschten Energieverluste gibt es am Großmotor? „Für uns steht die Aufgabe, den Wärmehaushalt eines Schiffsdieselmotors hochexakt zu bestimmen“, sagt Dr. Jürgen Nocke, Oberassistent am Lehrstuhl LTT. Dabei hilft den Forschern eine sehr anspruchsvolle Messtechnik, die bislang am Schiffsmotor noch nicht zum Zuge kam. Das Ziel: die Reibungsverluste der Schiffsdieselmotoren drastisch reduzieren, konkret soll damit der Kraftstoffverbrauch und die Schadstoffemissionen bei Schiffsdieselmotoren um fünf Prozent sinken.

Die Forscher um Dr. Jürgen Nocke setzen bei der Messtechnik Oberflächenthermoelemente ein, die mit Hilfe von Vakuumbedampfung aufgebracht werden. Die Sensoren garantieren, dass Temperaturänderungen im Mikrosekundenbereich erfasst werden können.

Mit im Boot der Forschung sind unter anderem ein Schiffsdieselmotorenhersteller sowie das Forschungszentrum für Verbrennungsmotoren und Thermodynamik Rostock (FVTR), eine Ausgründung aus der Uni Rostock.

Für den Doktoranden Alexander Dottei ist die Umsetzung des ausgewählten Messkonzeptes am realen Motor mit Signalaufnahme und –übertragung eine wesentliche Herausforderung. „Die Daten bilden am Ende die Grundlage für die Bestimmung des optimalen Kühlbedarfs des Kolbens.“ Es gehe darum, den „thermischen Stress“ im Kolben und seine Lebensdauer zu bestimmen. Da ist für die Maschinenbauer viel Physik und Rechenaufwand im Spiel. Sie berechnen die Wärmeausdehnung des Kolbens und die damit verbundene Änderung der Reibparameter. „Die sind entscheidend für die Verminderung des Kraftstoffverbrauches“, sagt Dr. Nocke. Grundsätzlich gehe es darum, Erfahrungen und Technologien aus Nutzfahrzeugmotoren auf den Schiffsdieselmotor zu übertragen.

In einem weiteren, gerade gestarteten Projekt geht es am Lehrstuhl LTT darum, den Schiffsmanöverbetrieb im Hafen nachhaltig zu verbessern. Die Herausforderung auch hier: Schadstoffminimierung und weniger Kraftstoffverbrauch. Das heißt auch, Analysen an Bord moderner Fähren im Rostocker Hafen. Der Prozess wird dann in ein Computer-Modell übertragen. Schließlich werden die Erkenntnisse am Simulator getestet. „Emissions- und Kraftstoffverbrauchsenkung bei Schiffsantrieben in naher Zukunft – das wäre ein großer Erfolg für uns alle!“, betont Prof. Hassel. Text: WOLFGANG THIEL

Kontakt:
Dr.-Ing. Jürgen Nocke
Lehrstuhl für Technische Thermodynamik
Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik
Universität Rostock
Telefon: 0049 381 498 9409
Mobil: 0049 170 1651331
E-Mail: juergen.nocke@uni-rostock.de

Ingrid Rieck | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-rostock.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Verleihung GreenTec Awards 2018 – Kategorie »Energie« am 24. April 2018 auf der Hannover Messe
23.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

nachricht 31,5 Millionen Euro für Forschungsinstitute der Innovationsallianz Baden-Württemberg (InnBW)
20.04.2018 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Why we need erasable MRI scans

New technology could allow an MRI contrast agent to 'blink off,' helping doctors diagnose disease

Magnetic resonance imaging, or MRI, is a widely used medical tool for taking pictures of the insides of our body. One way to make MRI scans easier to read is...

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland

26.04.2018 | Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

IFAT 2018: Phosphorgewinnung aus Klärschlamm und andere regionale Nutzungskonzepte für Biomassen

26.04.2018 | Messenachrichten

Der Mensch im Zentrum: wandlungsfähige Produktion in der Industrie 4.0

26.04.2018 | Informationstechnologie

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics