Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

BMBF-Forschungspreis an Rostocker Chemiker

04.02.2013
Neue Erkenntnisse auf dem Gebiet ionischer Flüssigkeiten

Der Rostocker Chemiker Prof. Dr. Udo Kragl (51) wurde mit einem Forschungspreis des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Strategieprozesses Biotechnologie 2020+ ausgezeichnet.

Verbunden mit dem Preis ist eine Projektförderung in Höhe von 1,8 Millionen Euro über die nächsten fünf Jahre, „die wir zum Aufbau einer Nachwuchswissenschaftlergruppe im Bereich Biokatalyse und ionische Flüssigkeiten nutzen werden“, kündigt Professor Kragl an. Kragl ist Lehrstuhlinhaber für Technische Chemie und Dekan der Interdisziplinären Fakultät der Universität Rostock.

Gewürdigt wurden mit dem Preis die langjährigen innovativen Ansätze zur Kombination von ionischen Flüssigkeiten und Biokatalyse. „Während die Biokatalyse seit Jahrzehnten wegen der selektiven und effizienten Reaktionsbedingungen im Bereich der Herstellung von Feinchemikalien und Pharmabausteinen fest etabliert ist, haben ionische Flüssigkeiten als neuartige Klasse von Lösungsmitteln erst in der letzten Dekade eine Reihe von neuen Anwendungsfeldern erschlossen“, erläutert der Wissenschaftler. Ihre speziellen Eigenschaften ermögliche spezielle Kombination von darin gelösten Stoffen, zum Beispiel für die Stabilisierung von Enzymen als Biokatalysatoren oder als selektives Extraktionsmittel für Biomoleküle. Die Anwendungsgebiete ionischer Flüssigkeiten sind schier unbegrenzt. Sie können bei der Zellulosespaltung oder Optimierung von Schmiermitteln eingesetzt werden, ebenso aber auch für neuartige Klebstoffe oder in der Medizin.

„Damit wird unser Ringen um neue Anwendungen und das über Jahre hinweg konstante Erbringen von Höchstleistungen unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, um die entscheidende wissenschaftliche Publikation als Erster einzureichen und auf Tagungen neue Ergebnisse vorzustellen, belohnt“, freut sich Prof. Kragl.
Ionische Flüssigkeiten sind neben neuen Materialien und Katalyse ein ausgewiesener Forschungsschwerpunkt des Instituts für Chemie der Universität Rostock. Nicht zuletzt war mit Paul Walden vor fast 100 Jahren ein Pionier der Forschung zu ionischen Flüssigkeiten im Rostocker Institut für Chemie tätig, auch wenn der Begriff ionische Flüssigkeit für diese Substanzklasse erst deutlich später eingeführt wurde.

Foto:
Prof. Dr. Udo Kragl

Kontakt:
Universität Rostock
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Institut für Chemie
Fon: +49 (0)381 498 6450
Mail: udo.kragl@uni-rostock.de

Presse+Kommunikation
Dr. Ulrich Vetter
Fon: +49 (0)381 498 1013
Mail: ulrich.vetter@uni-rostock.de

Ingrid Rieck | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-rostock.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin
12.12.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Jenaer Wissenschaftler für Prostatakrebs-Forschung ausgezeichnet
11.12.2017 | Universitätsklinikum Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik