Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bis zu tausendmal schnellere Computer: EU fördert Projekt „EXTRA“ mit rund 4 Millionen Euro

16.06.2015

Bis zu tausendmal schneller rechnen sollen die Computer, die ein internationales Forscherteam in einem neuen „Horizon 2020“-Projekt entwickelt. Die EU fördert das Forschungsvorhaben mit rund 4 Millionen Euro für drei Jahre; rund 470.000 Euro erhält die Ruhr-Universität Bochum (RUB). Das Projekt „EXTRA: Exploiting Exascale Technology with Reconfigurable Architectures” startet im September 2015.

Neue Computergeneration soll komplexe Simulationen ermöglichen

Die neue Technologie soll in Zukunft Simulationen ermöglichen, die derzeit zu viel Zeit und Energie verschlingen. Prof. Dr. Michael Hübner vom Lehrstuhl für Eingebettete Systeme der Informationstechnik der RUB gibt ein Beispiel:

„Diese neue Computergeneration könnte zum Beispiel ein Gehirn simulieren, an dem man die Wirkung von Medikamenten erproben kann. Man verabreicht ihm virtuell einen Arzneistoff und simuliert, wie das Gehirn in den nächsten 20 Jahren darauf reagiert.“ Auch Bildrekonstruktionen in der Medizin sind mit der Technik möglich; computertomografische Aufnahmen könnten zum Beispiel künftig mit größerer Auflösung bzw. Präzision in Echtzeit berechnet werden.

Schneller und gleichzeitig energieeffizienter

Solche Simulationen sind laut Hübner auch heute schon möglich; die Berechnungen dauern allerdings Wochen, Monate oder sogar Jahre. Ziel von „EXTRA“ ist es, nicht nur schnelle Techniken zu entwickeln, sondern auch energieeffiziente.

„Das ist wichtig, weil die Kosten für die Kühlung der Rechner sonst untragbar würden“, erklärt Hübner. Während die Computer hundert- bis tausendmal schneller werden sollen als heute verfügbare Technologien, soll ihr Energieverbrauch um den gleichen Faktor sinken. Möglich macht das eine größere Parallelität des Systems. „Aufgaben, die Computer heute nacheinander abarbeiten, sollen in Zukunft gleichzeitig ausgeführt werden“, so der Bochumer Forscher. „Die Chips müssen entsprechend neu strukturiert und programmiert sein.“

Internationale Projektpartner

Das Team um Michael Hübner baut die neuen Rechnerarchitekturen für das sogenannte Exascale Computing und entwickelt Werkzeuge für deren Programmierung. Partner aus Belgien, Griechenland, Großbritannien, Italien und Schweden testen die praktische Anwendung. Die Universität in Gent, Belgien leitet das Projekt.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Michael Hübner, Lehrstuhl für Eingebettete Systeme der Informationstechnik, Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-25975, E-Mail: michael.huebner@rub.de

Dr. Julia Weiler | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)
26.05.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Neues Helmholtz-Institut in Würzburg erforscht Infektionen auf genetischer Ebene
24.05.2017 | Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften