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Bessere Diagnose von Gebärmutterhalskrebs: InfectoGnostics-Projekt ASSURER wird vom BMBF gefördert

27.09.2017

Ein neuer automatisierter Test zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs wird ab Oktober 2017 am InfectoGnostics Forschungscampus Jena entwickelt. Im Forschungsprojekt „ASSURER“ soll bis 2020 ein Vor-Ort-Test entstehen, mit dem Ärzte schnell und sicher entscheiden können, ob eine zuvor diagnostizierte Auffälligkeit therapiert werden muss. InfectoGnostics koordiniert die Zusammenarbeit von fünf Partnern aus Industrie und öffentlicher Forschung: BLINK AG, oncgnostics GmbH, biotechrabbit GmbH, Quantifoil Instruments GmbH sowie die Frauenklinik des Universitätsklinikums Jena (UKJ). Gefördert wird ASSURER durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Programm „KMU-NetC“.

Mit 500.000 Neuerkrankungen und über 260.000 Todesfällen zählt der Gebärmutterhals¬krebs zu den vier häufigsten Krebserkrankungen von Frauen weltweit. Ursache für den Krebs ist in fast allen Fällen eine Infektion mit dem Humanen Papillomavirus (HPV).


Krebstest auf automatisierter Plattform: Entwurf des neuen Diagnose-Systems

Eine solche HPV-Infektion kann schnell und sicher nachgewiesen werden. Damit bleibt trotzdem ungeklärt, ob der Infekt auch tatsächlich zu Gewebeveränderungen führt, die behandelt werden müssen.

___GynTect: Epigenetische Veränderungen enttarnen Krebszellen im Frühstadium

„Die allermeisten HPV-Infektionen verlaufen ohne jegliche Symptome und heilen nach ein bis zwei Jahren aus. Bei vergleichsweise vielen Frauen ergibt aber der routinemäßig durchgeführte Pap-Test einen auffälligen Befund – obwohl es sich nur in den wenigsten Fällen um eine Vorstufe von Krebs handelt“, erläutert Prof. Matthias Dürst von der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Fortpflanzungsmedizin des UKJ.

Diese Ungewissheit bei der Diagnose erfordert weitere Abklärungen und führt nicht selten zu einer Übertherapie: Eventuell selbst ausheilende Auffälligkeiten werden noch häufig operativ behandelt, um keine Risiken einzugehen.

Um die unnötige Belastung für Patienten zu vermeiden, hat der InfectoGnostics-Partner oncgnostics bereits den Krebstest „GynTect“ auf den Markt gebracht, der nun im „ASSURER“-Projekt weiterentwickelt wird:

„Mit unserem molekularbiologischen Test können wir epigenetische Veränderungen der DNA nachweisen, die typisch für Krebszellen sind. Mit ASSURER soll dieser Test automatisiert und für Labor-Roboter sowie für Point-of-Care-Anwendungen nutzbar gemacht werden. Darüber hinaus wollen wir mit neuen Markern die Früherkennung auch auf Eierstockkrebs erweitern und die Analyse aus Blutserum und Blutplasma ermöglichen“, erklärt Dr. Martina Schmitz, Laborleiterin von oncgnostics.

___Öffentlich-private Partnerschaft: Vier KMU kooperieren mit dem Uniklinikum Jena

Unter dem Dach des Forschungscampus fließen deshalb die Stärken der vier beteiligten KMU und mit denen der klinischen Forschung zusammen: So arbeiten zum Beispiel oncgnostics, Quantifoil Instruments und BLINK ge-meinsam an der Automatisierung des GynTect-Assays, während biotechrabbit spezielle Enzyme und Nachweissubstanzen entwickelt, um schließlich eine Übertragung des Tests auf eine offene Diagnostikplattform von BLINK möglich zu machen. Parallel dazu stellt das Uniklinikum Proben für die Partner bereit, validiert die Ergebnisse der Partner und sucht neue Marker für die Diagnostik bei Eierstockkrebs.

Durch die direkte und frühe Zusammenarbeit von Wirtschaftsunternehmen mit Medizinern soll die Entwicklungsdauer bis zum einsatzfähigen Test verkürzt werden. Damit die entwickelten Tests möglichst schnell die Patientinnen erreichen, werden sie auf die neuartige Produkt-Plattform der BLINK AG übertragen:

„Es handelt sich um einen der ersten Tests, die wir auf unserem vollautomatischen Diagnose-System anbieten werden. Mit dem Vorhaben wollen wir zeigen, dass kooperative Geschäftsmodelle auch in der medizinischen Diagnostik die Entwicklungszyklen verkürzen und mit exzellenten Produkten die Patientenversorgung deutlich verbessern“, so Eugen Ermantraut, Geschäftsführer der BLINK AG aus Jena.

Christian Döring | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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