Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gerhard Ertls erste Wirkungsstätte: In den Fußstapfen eines Nobelpreisträgers

07.12.2007
Institut für Physikalische Chemie und Elektrochemie in Hannover orientiert sich heute an praktischen Forschungsanwendungen

Am Montag, 10. Dezember 2007, verleiht der König von Schweden in Stockholm den diesjährigen Nobelpreis für Chemie an Prof. Gerhard Ertl. Die Grundsteine zu Professor Ertls Arbeit, für die er nun diese höchste wissenschaftliche Auszeichnung erhält, hat er vor fast vierzig Jahren in Hannover gelegt. 1968 trat Prof. Gerhard Ertl in Hannover seine erste Professur an und blieb bis 1973 am Institut für Physikalische Chemie und Elektrochemie tätig.

Prof. Jürgen Caro, der 2001 auf den Ertl-Lehrstuhl berufen wurde, arbeitet auf ähnlichen Themenfeldern wie der neue Chemie- Nobelpreisträger. Allerdings stehen weniger die von Professor Ertl untersuchten grundlegenden Strukturen, sondern mehr die angewandte Katalyse im Vordergrund. Professor Caros Katalyseforschung widmet sich zum einen den Abgaskatalysatoren, zum anderen der Gasbereitstellung für die Ammoniaksynthese. In beiden Bereichen baut die gegenwärtige Forschung auf Arbeiten von Professor Ertl auf.

In der Autoabgaskatalysatorentechnik laufen die Abgase entgiftenden Reaktionen an Edelmetalloberflächen ab. Dazu werden heute nanostrukturierte Edelmetalle eingesetzt, deren Oberflächen bei geringer Masse sehr groß sind. Die Ausprüfung von Abgaskatalysatoren wird am Institut für Physikalische Chemie und Elektrochemie im Auftrag der in Hannover ansässigen Zweigstelle der BASF durchgeführt.

Der Ammoniakkatalyseprozess, den Prof. Gerhard Ertl aufklärte, ist ebenfalls weiterhin Forschungsgegenstand in Hannover. Mit Hilfe neuer Membranreaktoren setzten die Wissenschaftler Erdgas zum Ausgangsstoff für die Ammoniaksynthese um. Außerdem wird es möglich, aus Erdgas Synthesegas zu produzieren und in flüssige Kraftstoffe umzuwandeln. Mit dieser Methodik soll das bisher als Abfallprodukt der Ölförderung verbrannte Gas eine sinnvolle Nutzung erhalten: „Damit“, so Institutsleiter Prof. Jürgen Caro, „leisten wir einen aktiven Beitrag zur Energieversorgung unseres Planeten. Membranreaktoren können den bisher praktizierten umweltbelastenden Irrsinn unterbinden.“

Neben großen Fortschritten in der Forschung hat sich aber am Institut für Physikalische Chemie in den Jahren nach Gerhard Ertls Weggang auch anderes verändert, erklärt Professor Caro mit einem Schmunzeln: „Herr Ertl hat mich kürzlich gefragt, ob ich noch seine grünen Polstermöbel aus den siebziger Jahren nutze. Das musste ich verneinen.“

Dr. Stefanie Beier | Leibniz Universität Hannover
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin
12.12.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Jenaer Wissenschaftler für Prostatakrebs-Forschung ausgezeichnet
11.12.2017 | Universitätsklinikum Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik