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Kampf gegen Krankenhauskeime: MHH-Forscher erhalten Hygienepreis 2007

26.11.2007
Rudolf Schülke Stiftung zeichnet hervorragendes System zur Erfassung von MRSA in Krankenhäusern aus

Forscher des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben den Hygiene-Preis der Rudolf Schülke Stiftung 2007 erhalten. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis zeichnet hervorragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin aus.

Die Mediziner Dr. Iris Chaberny und Professorin Dr. Petra Gastmeier, Leiterin des Arbeitsbereichs Krankenhaushygiene, haben 2003 gemeinsam mit Dr. Dorit Sohr und Professor Dr. Henning Rüden, Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Charité Berlin, ein Überwachungssystem (Surveillance System) zur vollständigen Erfassung von Patienten mit so genanntem MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) entwickelt. Als MRSA werden gegen bestimmte Antibiotika resistente Stämme der Staphylokokken bezeichnet. Sie verursachen zum Beispiel Lungenentzündungen, Wundinfektionen oder Sepsis und kommen vermehrt dort vor, wo ständig Antibiotika verwendet werden, wie in Krankenhäusern oder Altenheimen. Wegen der Resistenzen sind sie nur schwer zu behandeln.

Eine systematische Überwachung (Surveillance) dieser Erreger im Krankenhaus ist notwendig, um gezielt geeignete Maßnahmen gegen eine Weiterverbreitung einsetzen zu können. Durch eine standardisierte Erfassung und Auswertung dieser Surveillance Daten wird eine Datengrundlage geschaffen, die es ermöglicht, die Effizienz neu eingeführter Präventionsmaßnahmen zu prüfen. Eine solche erfolgreiche Maßnahme wird an der MHH schon seit 3 Jahren durchgeführt. Durch diese systematische Surveillance war es möglich aufzuzeigen, dass eine Abstrichuntersuchung der Nase bei stationärer Aufnahme des Patienten mit anschließender weiterer Maßnahmen, eine Reduktion der MRSA Infektion um 63 Prozent erbracht hat.

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Seit der Einführung dieses MRSA-KISS (Krankenhaus-Infektions-Surveillance-Systems) Systems 2003 beteiligen sich inzwischen 192 Krankenhäuser aus Deutschland an der Erfassung und liefern Daten. Auf diese Weise kann jedes Krankenhaus ohne großen Aufwand erkennen, wie gut seine Maßnahmen zur Prävention von MRSA sind. Auch Krankenhäuser, die bei MRSA-KISS nicht-angemeldet sind, profitieren durch die Veröffentlichung dieser Daten im Internet.

Weitere Informationen gibt Ihnen gern Dr. Iris Chaberny unter Telefon (0511) 532-3675.

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

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