Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Immer schön cool bleiben: Umwelt- und leichtmetallverträgliche Kühlmittelzusätze für moderne Motoren

07.11.2007
AiF verleiht Otto von Guericke-Preis 2007 an Wissenschaftler der TU Darmstadt

Die thermische Belastbarkeit von Kühlmittelzusätzen bildet gegenwärtig eine hohe Hürde für die weitere Leistungssteigerung von Serienmotoren. Viele Optimierungen im Motorenbau wie der stoffliche und konstruktive Leichtbau und eine zunehmend kompaktere Bauweise dienen zwar der Reduzierung von Schadstoffemissionen, führen aber auch zu einer stärkeren Erwärmung der Bauteile.

Ein Kühlmittel muss diese Wärme abführen, gleichzeitig Kavitations- und Korrosionsangriffe verhindern, immer größere Temperaturwechsel und höhere Strömungsgeschwindigkeiten aushalten - und das mit einer möglichst langen Lebensdauer. Professor Dr. Christina Berger, Dr. Manfred Gugau und Markus Kaiser haben an der Technischen Universität Darmstadt umwelt- und leichtmetallverträgliche Kühlmittelzusätze für moderne Motoren entwickelt.

Dafür erhalten die drei Wissenschaftler den Otto von Guericke-Preis, den die AiF alljährlich für herausragende Arbeiten der industriellen Gemeinschaftsforschung vergibt. Er ist mit 5.000 Euro dotiert.

... mehr zu:
»Maschinenbau-Studium

Die Beurteilung der Wirkmechanismen von Kühlmittelzusätzen auf das Verhalten von Motoren ist ein wissenschaftlicher Schwerpunkt der Forschungsvereinigung Verbrennungskraftmaschinen (FVV), die seit ihrer Gründung vor 51 Jahren Mitglied der AiF ist. Die Ergebnisse zahlreicher Projekte mündeten in eine komplexe, international einzigartige Prüftechnologie. Mit der Entwicklung der Modularen Heißtestanlage (MHTA) am Institut für Werkstoffkunde der TU Darmstadt können nun Kühlmittelzusätze für Hochleistungsmotoren hinsichtlich ihrer Stabilität bei erhöhten Temperaturen schnell und praxisnah untersucht werden. Die Ergebnisse der MHTA-Versuche sind komplexer als die der bislang möglichen Untersuchungen, lassen sich jedoch besser korrelieren. Dadurch verringern sich die Versuchslaufzeiten und damit auch die Entwicklungszeiten für Kühlmittel- und Motorenhersteller deutlich. Das Verfahren leistet auch einen Beitrag zur Entlastung der Umwelt, weil die ökologische Unbedenklichkeit der Zusatzstoffe wie Korrosions- und Gefrierschutzmittel getestet wird.

Auf der Grundlage der innovativen Testmethoden entstand eine Richtlinie, die den nationalen Standard auf dem Gebiet der Kühlmittelprüfung darstellt und demnächst zur internationalen Norm erhoben werden soll. Die große wirtschaftliche Bedeutung zeigt sich bereits heute in der schnellen Übernahme der Richtwerte in die Liefervorschriften mehrerer Automobilkonzerne. Die Nachfrage nach Produkteinzelprüfungen aus dem benachbarten europäischen Ausland sowie aus Nord- und Lateinamerika ist hoch. Die Übertragung der Technologie auf die Untersuchung von Kühlmedien in Brennstoffzellen und Solaranlagen befindet sich in der Umsetzung. Die Bereitstellung einer grundlagenorientierten Datenbasis für vergleichende Untersuchungen und der branchenübergreifende Wissenserwerb und -transfer ist vor allem für kleine und mittlere Unternehmen von großer Bedeutung. Kühlmittel sind schon lange keine einfachen Betriebsmittel mehr, sondern gerade die Korrosionsinhibitoren sind heute in hohem Maße dafür verantwortlich, dass das gesamte Kühlsystem allen Anforderungen gerecht werden kann. Vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen, die kühlmittelführende Einzelkomponenten und Baugruppen oder eigene Kühlmittelrezepturen herstellen, wird nicht nur eine geeignete Untersuchungsmethode zur Verfügung gestellt, sondern sie erhalten vor allem wichtige Entwicklungsdaten, mit deren Hilfe sie gezielt neue Produkte entwickeln und diese an die Anforderungen des Motorenbetriebes anpassen können.

Professor Dr. Christina Berger, Jahrgang 1946, studierte Maschinenbau an der TH Magdeburg und promovierte an der RWTH Aachen. Nach mehrjähriger Tätigkeit bei der Siemens AG arbeitet Professor Berger seit 1995 mit ordentlicher Universitätsprofessur für das Fachgebiet Werkstoffkunde und als Leiterin des Instituts für Werkstoffkunde sowie der Staatlichen Materialprüfungsanstalt an der TU Darmstadt. Markus Kaiser (32) hat sein Maschinenbau-Studium an der TU Darmstadt absolviert, wo er heute als Wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig ist. Dr. Manfred Gugau war seit seinem Maschinenbau-Studium an der TU Darmstadt tätig und arbeitete seit 1997 als Leiter der Abteilung "Oberflächentechnik und Korrosion". Im Herbst 2007 ist Dr. Manfred Gugau im Alter von 50 Jahren verstorben.

Die AiF verleiht den Otto von Guericke-Preis anlässlich der diesjährigen Tagung ihres Wissenschaftlichen Rates am 8. November 2007 in Aachen.

Die AiF fördert Forschung und Entwicklung zu Gunsten mittelständischer Unternehmen. Als Träger der industriellen Gemeinschaftsforschung und weiterer Förderprogramme des Bundes bietet sie praxisnahe Innovationsberatung.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Christina Berger, Technische Universität Darmstadt,
E-Mail: berger@mpa-ifw.tu-darmstadt.de, Tel.: 06151 16-2151
Pressearbeit: AiF, Silvia Niediek, E-Mail: presse@aif.de,
Tel.: 0221 37680-55, Internet: www.aif.de

Silvia Niediek | idw
Weitere Informationen:
http://www.aif.de

Weitere Berichte zu: Maschinenbau-Studium

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Neues Helmholtz-Institut in Würzburg erforscht Infektionen auf genetischer Ebene
24.05.2017 | Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

nachricht CRTD erhält 1.56 Millionen Euro BMBF-Förderung für Forschung zu degenerativen Netzhauterkrankungen
24.05.2017 | DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien TU Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten