Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wenn das Gehirn am Steuer sitzt

17.10.2007
Gießener Neurowissenschaftlerin Dr. Miriam Spering mit Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft 2007 ausgezeichnet

Für viele ist Wissenschaft oft eine schwer verdauliche Kost. Dabei mangelt es keinesfalls an öffentlichem Interesse für wissenschaftliche Themen. Vielmehr werden interessierte Laien häufig durch eine Fülle von Fachausdrücken und langatmigen Erläuterungen abgeschreckt.

Fünf junge Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen haben jetzt gezeigt, dass es auch anders geht: Die frischgebackenen "doctores" haben die Forschungsergebnisse ihrer Doktorarbeiten in spannenden und allgemein verständlichen Artikeln zusammengefasst. Hierfür wurden sie kürzlich in Heidelberg mit dem Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft ausgezeichnet. Die Preisträgerin im Fach Neurowissenschaften ist Dr. Miriam Spering, Universität Gießen. In ihrem Wettbewerbsbeitrag "Wenn das Gehirn am Steuer sitzt" erklärt die Preisträgerin einen raffinierten Selbstschutzmechanismus des Gehirns.

Sie schildert anschaulich, wie das Gehirn mit visuellen Störeinflüssen zurechtkommt. Dabei verwendet Miriam Spering alltägliche Beispiele und verzichtet auf Fachausdrücke. Der Preis ist mit jeweils 5000 Euro dotiert. Die preisgekrönten Artikel werden in einer Sonderbeilage des Novemberheftes von "bild der wissenschaft" veröffentlicht.

... mehr zu:
»Psychologie

Dr. rer. nat. Miriam Spering, Jahrgang 1976, studierte von 1995 bis 2002 Psychologie an den Universitäten Konstanz, Exeter (Großbritannien) und Heidelberg. Im September 2003 wechselte sie an die Universität Gießen, um dort im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft an den Universitäten Gießen und Marburg eingerichteten Graduiertenkollegs "Gehirn und Verhalten: Neuronale Repräsentation und Handlungssteuerung" (DFG 885/1) zu promovieren. Ihre Doktorarbeit mit dem Titel "Visual signals for smooth pursuit eye movements" fertigte Miriam Spering unter der Betreuung von Prof. Karl Gegenfurtner im Fach Allgemeine Psychologie der Universität Gießen an, und schloss diese im September 2006 mit der Note "summa cum laude" ab. Hierfür erhielt Miriam Spering von der Deutschen Gesellschaft für Psychologie den 1. Preis im Fachgebiet Allgemeine Psychologie. Seit Oktober 2006 ist die Forscherin als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Gießen tätig. Im Januar 2008 wird sie mit einem Stipendium der DFG als Postdoc an die New York University (USA) gehen.

Die Resonanz auf die zweite bundesweite Ausschreibung durch die Klaus Tschira Stiftung lag in diesem Jahr um 70 Prozent über der von 2006: 132 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in Deutschland, Finnland, Großbritannien und den Niederlanden promovierten, bewarben sich um den begehrten Preis. Er war ausgeschrieben für die Fächer Biologie, Chemie, Informatik, Mathematik, Neurowissenschaften und Physik. Eine unabhängige Jury aus kompetenten Experten der einzelnen Fachgebiete, sowie Wissenschaftsjournalisten und Kommunikationsexperten bewerteten sowohl die wissenschaftliche als auch die sprachliche Brillanz der Artikel. In diesem Jahr haben sich die Naturwissenschaftlerinnen mit drei von fünf Preisträgern als besonders kommunikationsstark erwiesen. Im Fach Informatik wird 2007 kein Preis vergeben. Einsendeschluss für die kommende Wettbewerbsrunde ist der 29. Februar 2008.

Kontakt:

Dr. Miriam Spering
Allgemeine Psychologie
Otto-Behaghel-Str. 10F, 35394 Gießen
Telefon: 0641 99-26103, Fax: 0641 99-26119

Christel Lauterbach | idw
Weitere Informationen:
http://www.allpsych.uni-giessen.de/miriam
http://www.klaus-tschira-preis.info

Weitere Berichte zu: Psychologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro
21.02.2018 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Eva Luise Köhler Forschungspreis für Seltene Erkrankungen 2018 für Tübinger Neurowissenschaftler
21.02.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics