Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Licht aus Halbleitern für den Deutschen Zukunftspreis 2007 nominiert

11.10.2007
Hochleistungs-Leuchtdioden erobern unseren Alltag: Dünnfilm-LEDs strahlen aufgrund ihrer hohen Lichtauskopplung immer heller und effizienter. Sie sind dabei, mit konventionellen Leuchten gleichzuziehen.

OSRAM Opto Semiconductors hat bei der Entwicklung der neuen Technologie Pionierarbeit geleistet – unterstützt von Fraunhofer-Forschern aus Jena. Das Team – Dr. Klaus Streubel, Dr. Stefan Illek von OSRAM und Dr. Andreas Bräuer vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF – wurde für die gemeinsam entwickelte OSTAR LED für den Deutschen Zukunftspreis 2007 nominiert, den Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation.

Ein Pkw hat bis zu 300 LEDs. Displays, Videowände und LCD-Fernseher strahlen mit ihrer Hilfe – innovative Licht- und Beleuchtungskonzepte bieten enorme Wachstumschancen: »Die Zukunft gehört den Dünnfilm-LEDs«, stellten Experten bereits Ende vergangenen Jahres beim Fraunhofer-Forum »Optische Technologien« in München fest. Bis 2010 erwarten Marktforschungsinstitute für die Branchen eine Wachstumsrate von 15 Prozent pro Jahr, denn die Anwendungen werden immer zahlreicher.

Die Hochleistungs-LEDs von OSRAM basieren auf der perfekten Synergie von Festkörperphysik und Optik. Während die Halbleiterbauelemente in den Laboren der OSRAM-Entwickler entstanden, haben sich Forscher aus dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena um die Optik gekümmert. »Wir freuen uns außerordentlich, dass das Ergebnis unserer erfolgreichen Zusammenarbeit für den Deutschen Zukunftspreis 2007 nominiert wurde«, sagt Institutsleiter Professor Andreas Tünnermann.

Bei der Entwicklung der Dünnfilm-LEDs hat OSRAM Opto Semiconductors seit 1999 Pionierarbeit geleistet. Ziel war es, die Lichtausbeute der LEDs zu erhöhen und gleichzeitig Energie einzusparen. Entscheidender Schritt war die Entwicklung einer Chip-Technologie, die es ermöglicht, Licht gezielt nur in eine Richtung auszukoppeln. Schon 2002 kam die erste rot-emitierende Dünnfilm-LED auf den Markt, kurze Zeit später folgten gelb und blau. Heute lassen sich alle Farben darstellen. Eine neuartige Gehäuseplattform für die Dünnschicht-LEDs ermöglicht ein effizientes Temperaturmanagement und gleichzeitig die Kombination verschiedenfarbiger LEDs.

Um das aus dem LED-Chip austretende Licht möglichst vollständig zu nutzen, ist eine für die jeweilige Anwendung spezielle Optik erforderlich. Die Optik stammt aus den Laboren der Fraunhofer-Forscher um Dr. Andreas Bräuer in Jena. Sie besteht aus zwei Teilen: einer Primär- und einer Sekundäroptik. Die Primäroptik dient dazu, das von der LED abgestrahlte Licht chipnah zu sammeln und zu bündeln. Die Sekundäroptik formt und homogenisiert den Lichtstrahl. Für Projektoren etwa haben die Forscher als Sekundäroptiken Tandem-Mikrolinsenarrays entwickelt, die nach dem Prinzip des Wabenkondensors arbeiten. Das ermöglicht eine hohe Leuchtdichte zur homogenen Ausleuchtung geometrischer Flächen.

OSRAM Opto Semiconductors bringt die Hochleistungs-LED OSTAR für verschiedene Anwendungen auf den Markt. Die OSTAR Projektion eignet sich beispielsweise für den Einsatz in Miniprojektoren und Rückprojektionsfernsehern. OSTAR Observation wurde als infrarote Lichtquelle etwa für Fußgängerüberwachungssysteme in Autos entwickelt und OSTAR Lighting soll den Beleuchtungsmarkt erobern. Ab 2008 wird es auch eine OSTAR für Autoscheinwerfer geben.

Die Nominierungen für den Deutschen Zukunftspreis wurden heute auf der Pressekonferenz des Bundespräsidialamtes von Staatssekretär Dr. Gert Haller bekannt gegeben. Zum elften Mal werden mit der Nominierung vier Teams für technische, ingenieur- oder naturwissenschaftliche Innovationen gewürdigt, die markt- und anwendungsfähig sein sollen und Arbeitspätze schaffen. Welches Team den mit 250 000 Euro dotierten Preis erhält, wird am 6. Dezember 2007 bekannt gegeben.

Dr. Andreas Bräuer | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.iof.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Dünnfilm-LED LED Sekundäroptik Zukunftspreis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen
06.12.2016 | Technische Universität Clausthal

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie