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Fachhochschule Lübeck gewinnt Wettbewerb des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft

24.04.2007
Am 18.4.2007 fand in Berlin das Finale im Wettbewerb „Austauschprozesse“ zwischen Hochschulen und Unternehmen“ des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft statt.

Zehn Hochschulen von ursprünglich 85 Bewerbern hatten sich für dieses Finale qualifiziert, um einen der fünf (gleichwertigen) Preise, die mit 250.000 Euro dotiert waren, zu erringen.

Die Fachhochschule Lübeck war mit ihrem Projekt „Das Kunststoffkompetenzzentrum in der Hochschulstrategie der Fachhochschule Lübeck“ erfolgreich und gehört somit zu den fünf besten Hochschulen auf dem Gebiet des Wissenstransfers. Die Fachhochschule Lübeck konnte sich dabei gegen so renommierte Hochschulen wie die RWTH Aachen oder die Humboldt Universität zusammen mit der Charité in Berlin durchsetzen.

Das Projekt, mit dem die Fachhochschule Lübeck erfolgreich war, lässt sich wie folgt darstellen:

Das Credo der Hochschule lautet: Innovative Qualifizierung und angewandte Forschung für die Wirtschaft. Angewandte wirtschaftsnahe Forschung steht also für die Fachhochschule Lübeck gleichwertig neben einer exzellenten Lehre. Daraus ergibt sich für die Hochschule die Verpflichtung, Zentralstrukturen zu schaffen, um die angewandte Forschung überhaupt erst zu ermöglichen. Diese zentralen Strukturen hat die Fachhochschule Lübeck bereits vor zehn Jahren gelegt und ist damit der angewandten Forschung äußerst erfolgreich. In der Drittmitteleinwerbung und in der angewandten Forschung nimmt sie seit vielen Jahren Spitzenplätze im Bundesvergleich ein. Durch diese Spitzenplätze bekommt die Fachhochschule Lübeck aus der Kennzahlen gesteuerten Hochschulfinanzierung des Landes Schleswig-Holstein daher auch mehr zusätzliche Mittel als alle anderen Hochschulen des Landes.

Auf diesen Erfolgen aufbauend hat die Fachhochschule Lübeck eine Hochschulstrategie für die angewandte Forschung entwickelt, in der eine Profilierung auf acht Kompetenzfelder erfolgt. Diese Kompetenzfelder sind einerseits an den Bedarfen der regionalen und überregionalen Wirtschaft orientiert und andererseits an den Kompetenzen an der Fachhochschule Lübeck. Pilotfunktion hat hierbei das Kompetenzzentrum Kunststofftechnik, welches von Herrn Professor Dr. Olaf Jacobs geleitet wird. Die Kompetenzzentren verstehen sich als Innovationsdienstleister für die Wirtschaft. Sie können – zu marktüblichen Preisen – regionale Unternehmen bei den verschiedensten Aufgaben punktuell unterstützen. Dies ist insbesondere deshalb von Bedeutung, weil viele kleine und mittlere Unternehmen oft nicht die Möglichkeit haben, von der Projektidee über Grundlagenentwicklung, Entwicklung von Prototypen bis zur Serienfertigung alle Kompetenzen mit eigenem Personal abzudecken.
Hier können einzelne Aufgaben von den Kompetenzzentren an der Fachhochschule Lübeck übernommen werden, wodurch die regionale Wirtschaft einerseits gestärkt wird und andererseits sehr viel flexibler reagieren kann.

Kompetenzzentren an der Fachhochschule Lübeck gibt es auf den folgenden Gebieten: Kunststofftechnik, Wasserstofftechnologien, Gesundheitswirtschaft, Logistik und Businessservice, Technische Biochemie und Lebensmitteltechnik, Biomedizintechnik, Industrial IT, Innovationszentrum Bauen.

Die Strategie für die angewandte Forschung an der Fachhochschule Lübeck sieht nun vor, diese acht Kompetenzzentren, die teilweise aus öffentlichen Mitteln gefördert sind, mittelfristig als dauerhafte Institute an der Fachhochschule Lübeck zu etablieren. Anders als bekannte Institutsstrukturen an Universitäten sollen diese Institute sich jedoch durch ihre Arbeit selbst finanzieren. Wesentlich ist also, dass die Kompetenzzentren und späteren Institute auf den Gebieten forschen und entwickeln, die von der regionalen und überregionalen Wirtschaft tatsächlich abgefordert werden. Hierdurch können sich diese Institute dauerhaft selbst finanzieren und eine entsprechende Personalstruktur aufbauen.

Im Gegensatz zu Instituten einer Universität werden diese also nicht unabhängig von ihren Leistungen dauerhaft öffentlich finanziert, sondern existieren nur dann dauerhaft, wenn sie marktgerecht arbeiten und die Anforderung der regionalen Wirtschaft auch erfüllen (wie es dem Selbstverständnis der Fachhochschule Lübeck auch entspricht). Hierzu ist es aber notwendig, dass in der Personalstruktur dieser Institute auch Vertriebs- und Produktmanager eingebunden sind. Dies ist ganz wesentlich, um den Kontakt zu den Bedarfen der regionalen Industrie herzustellen.

Mit dieser Strategie, die maßgeblich von Herrn Prof. Dr. Wolf-Regett entwickelt wurde, ist die Fachhochschule schon jetzt sehr erfolgreich. Die Preisübergabe durch den Stifterverband für die deutsche Wissenschaft zeigt, dass die Fachhochschule Lübeck mit dieser Strategie auch auf Bundesebene eine Vorreiterrolle einnimmt. Dass auch die Universität Lübeck mit einem Projekt in diesem Wettbewerb erfolgreich war und somit zwei der fünf Preise nach Lübeck gingen zeigt, dass der Wissenschaftsstandort Schleswig-Holstein ungeachtet der viel diskutieren „Excellenzüberlegenheit“ der südlichen Bundesländer trotz schlechterer Finanzierung durchaus bundesweit Spitzenpositionen einnimmt.

Das Preisgeld in Höhe 250.000 Euro wird an der Fachhochschule Lübeck je zur Hälfte für die Stärkung der Beratungskompetenz des Kunststoffkompetenzzentrums sowie für die Stärkung des Produkt- und Betriebsmanagements in der Forschungsstruktur der Fachhochschule Lübeck eingesetzt werden.

Frank Mindt | Fachhochschule Lübeck
Weitere Informationen:
http://www.fh-luebeck.de

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