Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

UKM erhielt Zertifikat

22.11.2006
Projekt "Schmerzfreies Krankenhaus" war ein großer Erfolg

Nun ist es ganz offiziell: Das Universitätsklinikum Münster (UKM) ist jetzt auf der Medizinmesse "Medika" in Düsseldorf mit dem Gütesiegel "Qualifizierte Schmerztherapie" ausgezeichnet worden. Erteilt hat dieses Siegel die Gesellschaft "Certkom", die eigens für das vor zwei Jahren gestartete Projekt "Schmerzfreies Krankenhaus" ins Leben gerufen wurde.

In der Anfangsphase des Projektes wurde der Ist-Zustand der schmerztherapeutischen Behandlung am UKM sowie in vier weiteren Krankenhäusern in Deutschland erhoben. Der darauf hin erstellte Ergebnisbericht war Basis für ein Optimierungskonzept und Schulungen. Nach Einführung der entwickelten Maßnahmen wurde die Schmerztherapie erneut bewertet: Fünf der mittlerweile 25 beteiligten Kliniken konnten jetzt mit dem Gütesiegel "Schmerzfreies Krankenhaus" ausgezeichnet werden, darunter das UKM.

"Aus den an unserem Klinikum herausgearbeiteten Defiziten sind neue interdisziplinäre Therapiestrategien erwachsen, die zu einer besseren schmerztherapeutischen Behandlung unserer Patienten geführt haben", sagte Esther Pogatzki-Zahn, ärztliche Leiterin des Projektes am UKM. Die Professorin an der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und operativen Intensivmedizin des UKM berichtete auf der nun zu Ende gegangenen "Medika" über ihre Erfahrungen.

... mehr zu:
»Schmerztherapie »UKM

Obwohl die Schmerztherapie gerade am UKM schon seit Jahren einen besonderen Stellenwert in Forschung und Klinik einnimmt, war die Situation auch hier zu Beginn des Projektes noch nicht optimal. Zwar wurde bereits vor zehn Jahren ein Akutschmerzdienst etabliert, der rund um die Uhr insbesondere für Patientinnen und Patienten nach ausgedehnten operativen Eingriffen zur Verfügung steht. Patienten, die durch diesen "Extraservice" postoperativ betreut werden, waren auch schon vor dem Beginn des Projektes optimal zufrieden. Dennoch konnten bisher noch nicht alle Schmerzpatienten in vollem Maße von diesen Möglichkeiten profitieren. Hierzu zählten Patientinnen und Patienten, bei denen aus medizinischer Sicht kein aufwändiges Schmerztherapieverfahren nach einer Operation gerechtfertigt schien - etwa, weil der Eingriff relativ klein war - und die damit auch nicht durch den Akutschmerzdienst versorgt wurden. "Durch das Projekt konnten wir erreichen, dass auch bei diesen Patienten durch Einführung effektiver Behandlungsrichtlinien auf den allgemeinen Pflegestationen eine schnelle, gezielte und wirksame Therapie der Schmerzen gewährleistet wurde", verwies Pogatzki-Zahn auf die im Rahmen des Pilotprojektes vorgenommene End-Analyse.

Eine fachübergreifende Arbeitsgruppe aus Ärzten und Pflegekräften hat für das neue Konzept Maßnahmen zur Optimierung der Situation entwickelt. Bei jedem Patienten wird nun nach der Operation eine routinemäßige Schmerzmessung durchgeführt. Klagt der Patient über Schmerzen, können nun auch Pfleger - ohne sofort Rücksprache mit den Ärzten halten zu müssen - ein Schmerzmittel verabreichen. Voraussetzung für die Durchführung eines derartigen Behandlungsschemas war eine intensive Schulung der Pflegekräfte. "Die Ergebnisse am UKM zeigen, dass sich all dies gelohnt hat", berichtete Pogatzki-Zahn. "Die Zufriedenheit der Patienten am UKM hat sich deutlich erhöht."

Auch künftig will die "Certkom" die Sicherheit und Qualität der Schmerztherapie in allen Bereichen des Gesundheitswesens verbessern und Patientenrechte unterstützen, insbesondere das Recht auf eine qualifizierte Schmerztherapie und Palliativmedizin. Zu den Gründungsmitgliedern zählen die "Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes" und die "Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin". "Und wir wollen uns natürlich auch nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen, sondern mit kontinuierlichen Qualitätskontrollen und einer steten Aktualisierung neuer Erkenntnis auf dem schmerztherapeutischen Sektor die Qualität mindestens so erhalten, wie sie jetzt ist", betonte Pogatzki-Zahn.

| Universitaet Muenster
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenster.de

Weitere Berichte zu: Schmerztherapie UKM

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Rudolf-Virchow-Preis 2017 – wegweisende Forschung zu einer seltenen Form des Hodgkin-Lymphoms
23.06.2017 | Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V.

nachricht Repairon erhält Finanzierung für die Entwicklung künstlicher Herzmuskelgewebe
23.06.2017 | Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften