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Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland für Professor Hans-Jörg Bullinger

06.10.2006
Der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, Prof. Hans-Jörg Bullinger wurde mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Bundespräsident Horst Köhler überreichte die hohe Auszeichung am 4. Oktober 2006 im Schloss Bellevue in Berlin. Bullinger erhielt den Orden für die Intensivierung des Wissenstransfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.

Als Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft ist es Hans-Jörg Bullinger ein besonderes Anliegen, die Wirtschaft – und dabei vor allem kleine und mittelständische Unternehmen – bei der Entwicklung und Anwendung neuer Produkte und Dienstleistungen zu unterstützen. Er ist überzeugt, dass Deutschland nur als innovative und kreative Nation überleben kann.

Unternehmen werden sich im weltweiten Wettbewerb behaupten können, wenn sie erheblich schneller oder besser sind als ihre Konkurrenten und wenn sie sich rasch auf die Veränderungen der Märkte einstellen. Der Wettbewerb wird über den Erfindungsreichtum der Menschen entschieden. Für Bullinger ist das gekonnte Zusammenspiel von Management, innovativen Technologien und neuen Konzepten der Arbeitsorganisation der Schlüssel zum Erfolg.

Bei dem Transfer von Forschungsergebnissen in die Wirtschaft hat die Fraunhofer-Gesellschaft mit ihren 58 Instituten eine Brückenfunktion. Bullinger geht es darum, Anwender und Entwickler zusammenzubringen. Ein aktuelles Beispiel ist die Gründung der Fraunhofer Technology Academy für Fach- und Führungskräfte. Spitzenkräfte aus der Wirtschaft können sich dort in Wissens- und Technologiefeldern qualifizieren, die für die Märkte von Morgen entscheidend sind.

Auf vielen Ebenen setzt sich Bulinger für die enge Verbindung von Forschung und Praxis ein. So hat er die Initiative »Partner für Innovation« maßgeblich mitinitiiert und mitgetragen. Sein Rat wird darüber hinaus in nationalen und internationalen Gremien der Wirtschaft, Wissenschaft und im »Rat für Innovation und Wachstum« der Bundeskanzlerin hoch geschätzt, lautet die Begründung für die Auszeichung. Die Verdienste von Hans-Jörg Bullinger in Forschung und Lehre werden durch über 1 000 Forschungsprojekte dokumentiert. Beleg für seine überaus erfolgreiche wissenschaftliche Arbeit ist die Vielzahl und Vielfalt seiner Publikationen.

Vom Lehrling bei Daimler-Benz zum Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft
Hans-Jörg Bullinger wurde am 13. April 1944 in Stuttgart geboren. Nach Volks- und Mittelschule absolvierte er bei der Daimler-Benz AG in Stuttgart-Untertürkheim eine Lehre als Betriebsschlosser und war dort anschließend als Betriebsmechaniker tätig. Danach besuchte er die Technische Oberschule in Stuttgart.

1966 begann er an der Universität Stuttgart ein Maschinenbaustudium. Nach dem Diplom promovierte Hans-Jörg Bullinger im Jahre 1974 mit Auszeichnung zum Dr.-Ing. Nur vier Jahre später, 1978, hatte er die Habilitation erfolgreich abgeschlossen. 1971 begann er als wissenschaftlicher Assistent an dem von Professor Hans-Jürgen Warnecke geleiteten Institut für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb IFF der Universität Stuttgart. Seit 1975 war er außerdem als Leiter der Hauptabteilung Unternehmensplanung am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA tätig.

1980 erfolgte die Berufung zum ordentlichen Professor für Arbeitswissenschaft/Ergonomie an die Universität Hagen. 1981 wurde Bullinger Leiter des neu gegründeten Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart und 1982 ordentlicher Professor für Arbeitswissenschaft an der Universität Stuttgart. 1991 übernahm er außerdem die Leitung des an der Universität Stuttgart neu eingerichteten Instituts für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT, das durch einen Kooperationsvertrag mit dem IAO eng verbunden ist.

Seit Oktober 2002 ist Hans-Jörg Bullinger Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft.

Franz Miller | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de

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