Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Für eine weltweit bessere Versorgung nierenkranker Kinder

03.08.2006
Mit dem Preisgeld des "IBM Faculty Award" baut Professor Dr. Franz Schaefer, Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin, ein Internet-Informationsportal für Kinderdialyse auf

Medizinische Experten aus aller Welt, die sich um chronisch nierenkranke Kinder kümmern, haben künftig die Chance, ihre Erfahrungen zur Versorgung ihrer kleinen Patienten über ein neues Internet-Portal auszutauschen und von den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu profitieren.

Für den Aufbau dieses einmaligen Projekts ist Professor Dr. Franz Schaefer, Leiter der Sektion Pädiatrische Nephrologie an der Heidelberger Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin, der mit 10.000 Euro dotierte "Faculty Award" der Firma IBM verliehen worden. Die neuartige Plattform, die sich derzeit im Aufbau befindet, sammelt Behandlungsdaten dialysierter Kinder und vermittelt die weltweite Expertise von Spezialisten im Bereich der Dialyse und Nierenheilkunde bei Kindern. Besonders der Versorgung nierenkranker Kinder in Entwicklungsländern könnte das Portal zugute kommen.

Professor Schaefer ist einer der ersten Mediziner überhaupt, den die IT-Firma mit diesem Innovationspreis auszeichnet. Gefördert werden richtungweisende Forschungsarbeiten, deren Ergebnisse für die IT-Industrie von Bedeutung sind. Die Preisträger wählt ein hochkarätiges internationales Gremium aus IBM-Forschern und Wissenschaftlern aus. "Wir sind froh, mit dem IBM Faculty Award einen Beitrag beim Aufbau dieses weltweiten Medizin-Portals zu leisten", erklärt Erwin Jung, Leiter IBM Wissenschaftsbeziehungen.

In Entwicklungsländern sterben viele chronisch nierenkranke Kinder

Mit der Betreuung schwer nierenkranker Kinder, der Blutwäsche (Dialyse) und der Nachsorge nach Nierentransplantation befassen sich vergleichsweise wenige Spezialisten weltweit; in Deutschland werden einige 100 Kinder versorgt. Weltweit sterben derzeit noch bis zu 30-50 Prozent aller nierenkranken Kinder ohne adäquate Nierenersatztherapie; in vielen Ländern befinden sich aber Behandlungsprogramme im Aufbau. Deshalb sind neue Möglichkeiten des internationalen Erfahrungsaustausches besonders wertvoll.

Versagen die Nieren und steht keine Spenderniere zur Transplantation zur Verfügung, wird das Blut bei Kindern meist mittels Bauchfelldialyse gereinigt: Flüssigkeit wird täglich in den Bauchraum eingelassen und entzieht dort dem Blut die Schadstoffe, bevor sie wieder abgelassen wird. Für Kinder ist diese zuhause durchführbare Form der Blutwäsche weitaus günstiger als das stärker belastende Reinigen des Blutes in einer Maschine (Hämodialyse). Zudem ist es die preisgünstigste Form der Dialyse, die auch in Entwicklungsländern prinzipiell möglich ist.

Internationale Datenbank und einheitliche Behandlungsstandards

"Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist der Aufbau einer internationalen Datenbank", berichtet Professor Schaefer. Durch die systematische Erfassung von Patientendaten werden die Mediziner die Behandlungserfolge ihres Zentrums unmittelbar mit den Durchschnittswerten des Netzwerks vergleichen können. Erfasst werden Informationen zur Funktionsdauer und Qualität der Dialyse, Komplikationsraten sowie zu Wachstum und Gedeihen, aber auch der Lebensqualität der Kinder. Auch werden innovative Werkzeuge für die Analyse biometrischer Daten bereitgestellt und ein Diskussionsforum zu schwierigen Behandlungsfällen eingerichtet. Ziel dieser Anstrengungen ist es, weltweit einheitliche Behandlungsstandards für die Kinderdialyse zu erreichen.

Auch das Telemonitoring, die elektronische Fernüberwachung lebenswichtiger Patientendaten, soll eingebunden werden. In diesem Bereich können die Heidelberger Kinderärzte bereits eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit den IT-Spezialisten der IBM vorweisen. In einem Pilotprojekt bei Dialyse-Patienten der Heidelberger Universitätskinderklinik konnte unlängst mit einem System, das mit Handy, einer Waage und einem Blutdruckmessgerät arbeitet, eine eindrucksvolle Verbesserung der Behandlungsqualität bei heimdialysierten Kindern erzielt werden.

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

Weitere Berichte zu: Blutwäsche Dialyse Entwicklungsland Jugendmedizin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Gesundes Altern: Neues EU-Projekt zur menschlichen Leber
23.08.2017 | Universität Bielefeld

nachricht Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich
23.08.2017 | PFH Private Hochschule Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Spot auf die Maschinerie des Lebens

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Sonne: Motor des Erdklimas

23.08.2017 | Physik Astronomie

Entfesselte Magnetkraft

23.08.2017 | Physik Astronomie