Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Helmholtz-Forscher in der Elf der Wissenschaft

13.06.2006
Drei Wissenschaftler aus Zentren der Helmholtz-Gemeinschaft sind für die "Elf der Wissenschaft" ausgewählt worden. Heute stellen sie ihre Forschungsarbeiten in Leverkusen vor.

"Was für den Fußball gilt, trifft auch auf die Wissenschaft zu: Wir brauchen starke Spieler, die Tore schießen", sagt Professor Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. Das Wissenschaftsmagazin "Bild der Wissenschaft" und der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft haben deshalb elf Forscherinnen und -forscher ausgewählt, die noch unter 40 Jahren alt sind und dennoch in ihrer jeweiligen Disziplin bereits einen Durchbruch erreicht haben.

Der Festkörperphysiker Dr. Igor Gornyi (32) berechnet am Forschungszentrum Karlsruhe, wie elektrische Ladungen durch Nanostrukturen transportiert werden. Denn in diesen winzigen Abmessungen von Millionstel Millimetern spielen Quanteneffekte die entscheidende Rolle. Durch die Randbedingungen der jeweils gegebenen Geometrie und der vorhandenen Fehlstellen sind diese jedoch extrem schwer zu modellieren. Die Arbeiten des jungen Theoretikers aus St. Petersburg zeigen, welche Vorgänge in Nanodrähten und Nanoröhrchen, beispielsweise aus Kohlenstoffatomen, dominieren und wie sich solche Strukturen für eine Nanoelektronik der Zukunft nutzen lassen.

Krebs wird nicht nur durch genetische Schäden, sondern etwa genauso häufig auch durch so genannte epigenetische Fehler bei der Interpretation von Genen ausgelöst. Dr. Frank Lyko (35) vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg forscht an einem neuen Ansatz zur Bekämpfung von Krebs, indem er versucht, solche epigenetischen Fehler rückgängig zu machen. Dabei gelang es ihm bereits, einige Hemmstoffe zu isolieren, die bestimmte epigenetische Mechanismen blockieren und so das Tumorwachstum unterdrücken.

... mehr zu:
»Kunststoff »Nahtmaterial

Professor Dr. Andreas Lendlein (37) am Teltower Institut für Polymerforschung des GKSS-Forschungszentrums entwickelt Kunststoffe, die ein Formgedächtnis besitzen. Diese speziellen Polymere nehmen unter der Einwirkung von Wärme, UV-Licht oder einem Magnetfeld ihre ursprüngliche Form wieder an. Lendlein konzentriert sich dabei auf biokompatible Kunststoffe, die sich als Nahtmaterialien für die Chirurgie eignen. Solche Fäden können zum Beispiel im Vorfeld verknotet werden, denn dies ist direkt an der Wunde eine knifflige Arbeit. Vor dem Vernähen wird der Knoten gelöst. Unter zum Beispiel einer Wärmelampe bildet sich der Knoten dann automatisch wieder und bleibt. Interessant sind auch Nahtmaterialien, die sich eine Zeitlang elastisch mit der Wundheilung zusammenziehen und sich anschließend auflösen.

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit 25.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,2 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

Thomas Gazlig | Helmholtz-Gemeinschaft
Weitere Informationen:
http://www.stifterverband.de
http://www.helmholtz.de

Weitere Berichte zu: Kunststoff Nahtmaterial

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht 1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext
20.07.2017 | Hochschule RheinMain

nachricht MOLLICool - Mobile thermoelektrische Kühlbandage ausgezeichnet
19.07.2017 | NMI Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut an der Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie