Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sicherheit wird leicht gemacht: 6,7 Millionen Euro für neuen DFG-Sonderforschungsbereich der Technischen Universität Chemnitz

23.01.2006


Mit jährlich etwa 1,7 Millionen Euro fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in den kommenden vier Jahren den Sonderforschungsbereich 692 "Hochfeste aluminiumbasierte Leichtbauwerkstoffe für Sicherheitsbauteile (HALS)" der TU Chemnitz.


Prof. Dr. Bernhard Wielage (r.) und Dr. Thomas Lampke demonstrieren Teile einer Flüssigkeitsbremse, die künftig im Sonderforschungsbereich 692 der TU Chemnitz aus neuen aluminiumbasierten Leichtbauwerkstoffen über Prozessketten der Massivumformung weiterentwickelt und hergestellt werden sollen. Foto: TU Chemnitz/Uwe Meinhold



Sonderforschungsbereiche (SFB) sind langfristige Forschungsvorhaben, in denen Wissenschaftler aus verschiedenen Fachrichtungen regional konzentriert an einer gemeinsamen Thematik forschen. Die Federführung obliegt Prof. Dr. Bernhard Wielage, Professur Verbundwerkstoffe der TU Chemnitz. Geschäftsführer des neuen Chemnitzer SFB ist Dr. Thomas Lampke. Im Sonderforschungsbereich 692 arbeiten seit Januar 2006 Forscher aus sieben Professuren der Fakultät für Maschinenbau und zwei Professuren der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der TU Chemnitz sowie der Hauptabteilung Umformtechnik des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU Chemnitz zusammen. "Das Ziel des Forschungsvorhabens besteht darin, über neuartige Prozessketten hochfesten Aluminium-Werkstoffen neue Eigenschaften zu entlocken und diese für Sicherheitsbauteile mit sehr niedrigem Gewicht zu qualifizieren", berichtet Prof. Wielage. Die beteiligten Wissenschaftler freuen sich besonders, dass sie mit ihrem Forschungskonzept bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) die Bestnote 1,0 erzielen konnten.



An drei Demonstratoren aus verschiedenen Anwendungsfeldern werden die neuen Werkstoffe und Prozessketten erprobt: hochfeste Schrauben, Rotoren von Flüssigkeitsbremsen (Retarder) und hebelförmige Bauteile (zum Beispiel Fahrradtretkurbel und Kipphebel). Die Basis für die neuen hochfesten Werkstoffe bilden drei neue Verarbeitungswege: das Herstellen von Verbundwerkstoffen mit nanoskaligen Verstärkungsphasen durch mechanisches Legieren, die ECAP-Umformung (Equal Channel Angular Pressing) sowie das Koaxialpressen von aluminiumummantelten Magnesiumhalbzeugen. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt innerhalb des SFB 692 besteht in der Ermittlung von Werkstoffkennwerten und deren Nutzung für die Simulation des Fertigungsprozesses und der konstruktiven Auslegung von Sicherheitsbauteilen. Darüber hinaus erfolgt die Entwicklung von Materialmodellen zur Beschreibung der Gefügeentwicklung und Ableitung von Prozessführungsparametern. Besondere Bedeutung kommt dabei der Grenzflächen- und Oberflächenbeschaffenheit durch spanende Präzisionsbearbeitung, weiterentwickelte Anodisierverfahren bzw. endkonturnahe Fertigungskonzepte zu.

Im Ergebnis werden Bauteile mit deutlich verbesserter Dauerfestigkeit, Warmfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit erwartet, die auch unter wirtschaftlichen Aspekten einen Fortschritt darstellen. "Seitens der Industrie besteht bereits ein großes Interesse an den Ergebnissen dieses Sonderforschungsbereiches", berichtet der SFB-Geschäftsführer Dr. Lampke. Dies zeige sich in dem formierten Industriekonsortium, das mittlerweile aus 36 Firmen besteht. Weitere Interessenten können sich jedoch jederzeit melden.

Weitere Informationen erteilen der Sprecher des Sonderforschungsbereichs "Hochfeste aluminiumbasierte Leichtbauwerkstoffe für Sicherheitsbauteile" Prof. Dr. Bernhard Wielage, Telefon (0371) 5 31 - 61 69, E-Mail bernhard.wielage@mb.tu-chemnitz.de sowie der SFB-Geschäftsführer Dr. Thomas Lampke, Telefon (03 71) 5 31 - 61 63, E-Mail thomas.lampke@mb.tu-chemnitz.de, www.sfb692.tu-chemnitz.de

Mario Steinebach | idw
Weitere Informationen:
http://www.sfb692.tu-chemnitz.de

Weitere Berichte zu: Prozesskette Verbundwerkstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationspreis 2017 der Deutschen Hochschulmedizin e.V.
24.04.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

nachricht EU-Förderung in Millionenhöhe für Regensburger Wissenschaftler
21.04.2017 | Universität Regensburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie

Mit Urzeitalgen zu gesundem Wasser: Wirtschaftliches Verfahren zur Beseitigung von EDC im Abwasser

27.04.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Kaltwasserkorallen: Versauerung schadet, Wärme hilft

27.04.2017 | Biowissenschaften Chemie