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Mercer verleiht erstmals den Strategiepreis Maschinenbau

14.10.2005


  • Die Bedeutung der Strategie für Maschinenbauer nimmt zu
  • Strategiepreis zeigt Benchmarks und Potenziale
  • Hohes Niveau im Spitzenfeld der Teilnehmer
  • Nachhaltige Strategien steigern Ertrag und Wachstum
  • Strategiepreis fördert die Öffentlichkeitsarbeit des Maschinenbaus als Hightech-Branche

Im Rahmen des "1. Deutschen Maschinenbau-Gipfels" in Berlin wurde am 11. Oktober 2005 der erste Strategiepreis der Branche verliehen. Der von der internationalen Strategieberatung Mercer Management Consulting und der Wirtschaftszeitung Produktion initiierte Preis zeigt Benchmarks und Potenziale der Branche und trägt der wachsenden Bedeutung von systematischen Strategieprozessen Rechnung. Die Preise wurden in den Kategorien "Gesamtsieger", "Bestes Geschäftsmodell", "Beste Wachstumsstrategie" und "Bester Strategieprozess" vergeben. In seiner Ansprache betonte Bundeskanzler Gerhard Schröder: "Der Maschinenbau ist eine der Branchen in Deutschland, auf die wir zu Recht sehr stolz sein können." Dies müsse viel stärker öffentlich bekannt gemacht werden. Gesamtsieger wurde die Krones AG, der Weltmarktführer für Getränkeabfüllanlagen aus Neutraubling bei Regensburg. Mit dem Preis für das beste Geschäftsmodell wurde der Systemanbieter für Holzverarbeitungsbetriebe, die Homag Group AG aus Schopfloch, ausgezeichnet. Den Preis für die beste Wachstumsstrategie erhielt der Hersteller von Kaltumformmaschinen, die Profiroll Technologies GmbH aus Bad Düben bei Wittenberg. Die Jury vergab den Preis für den besten Strategieprozess an den Messgerätehersteller Carl Zeiss Industrielle Messtechnik GmbH aus Oberkochen bei Aalen. Der Strategiepreis will den Maschinenbauunternehmen zeigen, wo die Besten stehen und mit welchen Lösungen sie dies erreicht haben. Der Wettbewerb trägt dazu bei, das strategische Management im deutschen Maschinenbau insgesamt zu verbessern und sorgt dafür, dass die Branche in der Öffentlichkeit stärker als Hightech-Branche mit Zukunftspotenzial wahrgenommen wird.


Wenn vom "Exportweltmeister Deutschland" gesprochen wird, dann ist zumeist vom Maschinenbau die Rede: Insgesamt 6.000 Unternehmen mit fast 900.000 Beschäftigten erreichen eine Exportquote von über 70 Prozent. Das ist weltweit unerreicht. Der Maschinenbau hat das Image des "Made in Germany" im Ausland entscheidend mitgeprägt. Zudem ist die hervorragende Maschinenbau-Infrastruktur in Deutschland auch eine entscheidende Voraussetzung für den Erfolg weiterer Hightech-Branchen, vor allem der deutschen Automobilindustrie.

Der Maschinenbau ist mittelständisch geprägt. Zwei Drittel der Unternehmen haben weniger als 100 Mitarbeiter und nur 2,5 Prozent beschäftigen mehr als 1.000. Aber weltweit hält der deutsche Maschinenbau in 24 von 48 unterschiedlichen Produktsegmenten die Spitzenposition, so zum Beispiel bei Holzbearbeitungsmaschinen, Textilmaschinen, Fördertechnik, Waagen und Pumpen. "Entscheidend dafür, ob der deutsche Maschinenbau diese Position halten kann, ist die richtige strategische Weichenstellung", sagt Thomas Kautzsch, Partner und Maschinenbauexperte von Mercer Management Consulting. "Im operativen Bereich hat die Branche bereits große Schritte nach vorne gemacht, bei der Strategie gibt es aber noch deutliche Defizite", so Kautzsch weiter.


Hohes Niveau der Teilnehmer

Insgesamt bewegte sich der Kreis der Bewerber für den Strategiepreis Maschinenbau 2005 auf einem hohen Niveau. Viele Unternehmen haben eine mehr oder weniger klar formulierte Strategie, verfügen über entsprechende Prozesse, und die Entwicklung ihres Unternehmens reflektiert in den meisten Fällen die Qualität dieser Maßnahmen. "Vor diesem Hintergrund können sich die Sieger des Strategiepreises Maschinenbau durchaus zu Recht als die ’Besten der Besten’ betrachten", sagt Kautzsch. "Doch neben zahlreichen Champions gibt es auch sehr viele Unternehmen, die noch großen Nachholbedarf bei der Unternehmensstrategie haben."

Die Ergebnisse des Benchmarkings zeigen, dass der deutsche Maschinenbau in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte im strategischen Management gemacht hat, vor allem hinsichtlich Marktorientierung, Verständnis der Dynamik des Wettbewerbs und flexibler Kostenstrukturen. In einigen Bereichen gibt es jedoch noch Nachholbedarf, etwa beim Erarbeiten echter strategischer Alternativen zum bestehenden Geschäftsmodell. Einen weiteren Schwachpunkt der Branche identifiziert die Benchmarking-Untersuchung in der Verknüpfung von Strategie und Finanzen. So werde oft weder überprüft, wie profitabel eine Strategie ist, noch würden der resultierende Kapitalbedarf und die Risiken systematisch erfasst. Auch die Umsetzung der Strategie in operative Planung, Zielvereinbarungen, Vergütung und Controlling zeige mehrheitlich Schwächen.

Klare Stärken der Preisträger

Der Gesamtsieger Krones AG erreichte über alle Kategorien des Benchmarkings hinweg die beste Gesamtwertung aller Bewerber für den Strategiepreis Maschinenbau. Die Gründe für diesen Gesamtsieg des Füll- und Verpackungsmaschinenherstellers sind ein übergreifender Strategieprozess, ein klares Geschäftsmodell, eine Antizipation von Veränderungen im Markt und im Kundenverhalten sowie eine hervorragende Umsetzung. Die Performance von Krones in den letzten fünf Jahren war überdurchschnittlich, und der Aktienkurs hat sich in dieser Zeit verdreifacht.

Die Homag Group AG erhielt den Preis für das beste Geschäftsmodell. Das Unternehmen hat sich vom Hersteller für Holzbearbeitungsmaschinen zu einem Systemanbieter entlang der Prozesskette des Kunden entwickelt. Bei der Plattenbearbeitung bietet Homag Maschinen und Dienstleistungen für die gesamte Prozesskette an, vom Sägen bis zur Verpackung der Produkte. Das Unternehmen konzentriert sich nicht allein auf den traditionellen Maschinenverkauf, sondern bietet eine universelle Problemlösung mit hohem Kundennutzen, die nur schwer zu kopieren ist.

Die Profiroll Technologies GmbH konnte sich den Preis für die beste Wachstumsstrategie sichern. Das Unternehmen hatte sich nach der Wende auf den noch jungen Bereich der Massivkaltumformtechnologie spezialisiert. Wie die meisten Unternehmen der ehemaligen DDR schrumpfte Profiroll zunächst. Dann ging das Unternehmen aber mit einem neuen Management und einer neuen Strategie an den Start, investierte in den letzten sechs Jahren einen Jahresumsatz und stellte 20 Prozent neue Mitarbeiter ein. Seit 1991 wendete Profiroll fünf Millionen Euro für Forschung und Entwicklung auf, um systematisch neue Bereiche der Technologie zu erschließen. Zusätzlich hat Profiroll das Werkzeuggeschäft, das früher einen Randbereich darstellte, zum größten Geschäftsbereich des Unternehmens entwickelt und mit dem Einstieg in die Teilefertigung für Kunden neue Geschäftssegmente aufgebaut. Besonders beeindruckend waren der Zusammenhalt von Management und Mitarbeitern sowie innovative Organisationsformen und Vergütungsmodelle.

Den Preis für den besten Strategieprozess gewann die Carl Zeiss Industrielle Messtechnik GmbH. Der Hersteller von optischen Messgeräten analysiert laufend Wettbewerb, Kunden, Lieferanten und alternative Marktteilnehmer sowie das wirtschaftliche, gesetzliche, technologische und soziale Umfeld seines Markts. Daraus erstellt er die "Schlüsseltrends" der Branche, die bei der Strategieentwicklung berücksichtigt werden. So entsteht eine Liste aller strategischen Optionen, Chancen und Marktlücken, die dann zu Zielen verdichtet werden und schließlich in konkrete Maßnahmen münden. Ein strategisches Controlling der Umsetzung komplettiert den Gesamtprozess. Das Unternehmen wird durch die einfache und pragmatische Implementierung von EVA (Economic Value Added) als Kerngröße gesteuert.

Klare Strategie steht für Steigerung von Ertrag und Wachstum

Nach Ansicht von Thomas Kautzsch, der bei Mercer für den Benchmarking-Wettbewerb verantwortlich ist, wird die Strategie in den nächsten Jahren eine immer wichtigere Rolle im Maschinenbau spielen. Die Markt- und Wettbewerbsstrukturen werden komplexer und verändern sich schneller. Zu den traditionellen Maschinenbaukonkurrenten aus Japan, Italien und den USA kommen in rasanter Geschwindigkeit auch noch die aus China hinzu. Der deutsche Maschinenbau wird dann noch mehr unter Druck geraten. Berater Kautzsch: "Unser Benchmarking-Wettbewerb zeigt ganz klar: Nur wer eine klar formulierte und adäquate Strategie hat und umsetzt, kann Umsatz und Ergebnis langfristig und nachhaltig steigern. Die Gewinner des Strategiepreises Maschinenbau zeigen dies eindrucksvoll. Sie sind Marktführer in ihren Segmenten, wachsen zweistellig, sind mehr als dreimal so profitabel wie der Branchendurchschnitt und schaffen weitere Arbeitsplätze, davon die Hälfte in Deutschland." Um Veränderungen rechtzeitig erkennen und Chancen zur Erneuerung der Geschäftsmodelle nutzen zu können, müssen die Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau die Potenziale eines systematischen Strategieprozesses noch stärker nutzen als bisher.

Mercer Management Consulting ist Teil von Mercer Inc., New York, einer der führenden internationalen Unternehmensberatungen mit 160 Büros in 40 Ländern. Weltweit erwirtschaften 15.000 Mitarbeiter einen Umsatz von 3,1 Milliarden US-Dollar. Die Büros in München, Stuttgart, Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg, Hannover und Zürich tragen mit 520 Mitarbeitern zu diesem Erfolg bei.

Die Beratungsleistungen von Mercer Management Consulting fokussieren auf Strategien zur Wertsteigerung. Dabei bildet Value Growth - die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes - den Schwerpunkt. Mercer steht dafür, Wachstumspotenziale aufzuzeigen und konsequent zu nutzen, Wachstumsbarrieren zu erkennen und zu überwinden sowie Strategie, Führung, Organisation, Geschäfts- und Managementprozesse gemeinsam mit den Kunden nachhaltig auf Wertwachstum auszurichten.

Unseren Kunden steht mit den Bereichen - Automobil - Telekommunikation, Medien, IT - Industrie - Transport, Touristik, Logistik - Handel - Energie, Chemie - eine breite Palette von Beratungsdienstleistungen zur Verfügung. Zudem bietet Mercer seinen Kunden ein breites Produktangebot im Bereich Private Equity und M&A an. Der gesamte Bereich Financial Services wird von der weltweit führenden Strategie- und Risikomanagementberatung Mercer Oliver Wyman verantwortet.

Durch die Einbindung in das weltweite Netz der Muttergesellschaft Marsh & McLennan Companies (Umsatz über 12 Milliarden US-Dollar; 60.000 Mitarbeiter) steht den Kunden von Mercer die gesamte Palette professioneller Dienstleistungen für Risiko- und Versicherungsmanagement, Vermögensverwaltung und Unternehmensberatung zur Verfügung. Zusammen mit den Schwesterunternehmen Marsh, Kroll und Putnam Investments verfügt Mercer somit über ein umfassendes Analyse-, Beratungs- und Produktangebot.

Pierre Deraëd | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.mercermc.de

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