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Schrödinger-Preis geht nach Jülich und Köln

02.08.2005


Hirnforscher Prof. Tass und Prof. Sturm werden für Parkinson-Therapie geehrt

Für einen Hirnschrittmacher zur Behandlung von Nervenerkrankungen wie Parkinson erhalten Prof. Dr. Dr. Peter A. Tass vom Forschungszentrum Jülich und Prof. Dr. Volker Sturm von der Universität Köln den Erwin-Schrödinger-Preis. Die mit 50 000 Euro dotierte Auszeichnung des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft wird jährlich für herausragende interdisziplinäre Forschung in den Helmholtz-Zentren vergeben.

„Wir freuen uns riesig, dass der renommierte Schrödinger-Preis zum zweiten Mal nach Jülich kommt“, erklärte Dorothee Dzwonnek, die Stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Forschungszentrums Jülich. „Der Preis unterstreicht die Stärke des Forschungszentrums: multidisziplinäre Forschung über Fach- und Institutsgrenzen hinweg.“ Den Preis wird Dr. Arendt Oetker, Präsident des Stifterverbandes, anlässlich der Jahrestagung der Helmholtz-Gemeinschaft am 17. November 2005 in Berlin überreichen. Vor drei Jahren hatten drei Jülicher Wissenschaftler – ebenfalls gemeinsam mit Kölner Kollegen – den Schrödinger-Preis erhalten, und zwar für die Effizienzsteigerung von Tensiden.

Der Mediziner, Mathematiker und Physiker Tass leitet die Arbeitsgruppe „Magnetenzephalographie und Hirnschrittmacher“ des Instituts für Medizin am Forschungszentrum Jülich, der Mediziner Sturm ist Direktor der Klinik für Stereotaxie und Funktionelle Neurochirurgie der Universität Köln.

Bei vielen Parkinson-Patienten produzieren bestimmte Zellen im Gehirn den Botenstoff Dopamin zu wenig oder gar nicht mehr. Eine medikamentöse Behandlung hilft vielen Patienten nur für eine begrenzte Zeit. Bislang hilft diesen Menschen nur noch die Behandlungsmethode der tiefen Hirnstimulation mit einer kleinen Elektrode, die Stromstöße hoher Frequenz an die kranke Hirnregion abgibt. Bislang erfolgte die elektrische Stimulation als „Dauerfeuer“. Ein von Prof. Tass und Mitarbeitern entwickeltes neues Verfahren verabreicht dagegen gezielt einzelne Impulse. Die klinische Erprobung gemeinsam mit dem Forschungspartner Sturm am Universitätsklinikum Köln zeigte, dass das Zittern bei Patienten mit Parkinson oder Multipler Sklerose besser und mit deutlich weniger Reizstrom unterdrückt wird. Deshalb ist zu erwarten, dass diese milde, aber sehr effiziente Modulation der Nervenzelltätigkeit im Dauergebrauch weniger Nebenwirkungen hervorrufen wird.

Annette Stettien | FZ Jülich
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

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