Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Heraeus Innovationspreis 2004: Drei preiswürdige Innovationen für mehr Kundennutzen

08.11.2004


Ein Sensor zur kontinuierlichen Messung von Aluminium in flüssigem Zink, ein hochtemperaturbeständiger Kontaktdraht aus Niob für Kondensatoren als Ersatz für teures Tantal und eine gepulste Laserlampe mit sechsfach erhöhter Lebensdauer zur Anregung von Industrielasern sind die preiswürdigen Entwicklungen, die mit dem Heraeus-Innovationspreis 2004 ausgezeichnet wurden.


Der von der Geschäftsführung der Heraeus Holding GmbH gestiftete, mit 2500 Euro dotierte erste Preis wurde im Rahmen einer Feierstunde in Hanau an Paul Verstreken vom belgischen Sensorhersteller Heraeus Electro-Nite verliehen. Für den jeweils zweiten Platz wurden Bernd Spaniol von der W. C. Heraeus GmbH und Jeremy Woffendin von Heraeus Noblelight ausgezeichnet. Die Preisträger erhielten aus den Händen von Dr. Frank Heinricht, Mitglied der Geschäftsführung der Heraeus Holding GmbH, und Dr. Jürgen Heraeus, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Heraeus Holding GmbH und Schirmherr der Veranstaltung, jeweils eine vergoldete Medaille mit der Sonderprägung "Innovationspreis 2004". Der Preis wurde erstmals 2003 ausgelobt. Teilnehmen können weltweit alle Forscher und Entwickler von Heraeus.

"Die neuen Produkte zeichnen sich durch eine hohe Innovationskraft aus, verfügen über ein großes Marktpotential und bringen unseren Kunden entscheidende Vorteile", lobte Dr. Heinricht die 27 eingereichten Arbeiten. "Erfreulich ist, dass sich alle sechs Konzernbereiche des Unternehmens an der Ausschreibung beteiligt haben. Wir können schon jetzt feststellen, dass sich der Innovationspreis im zweiten Jahr etabliert hat und zur Stärkung einer neuen Innovationskultur bei Heraeus beiträgt." Die eingereichten Innovationen werden helfen, so Heinricht, das Ziel, die Innovationsrate, die den Umsatzanteil der neuen Produkte am Gesamtumsatz der vergangenen drei Jahre angibt, von heute 18 % auf über 20 % zu steigern.


Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Dr. Jürgen Heraeus, hob bei der Preisverleihung die Bedeutung von Innovationen für den Konzern hervor. "Ein Familienunternehmen wie Heraeus ist fortwährend auf neue Produktideen angewiesen, um am Markt langfristig erfolgreich zu sein und um neue Marktanteile zu gewinnen. Wenn wir innovativ bleiben, sichern wir Arbeitsplätze und können neue Mitarbeiter einstellen." Er bedankte sich ausdrücklich für das Engagement aller Teilnehmer des Innovationspreises. "Sie können stolz auf Ihre Entwicklungen sein – und das Unternehmen kann stolz auf Sie sein." Mit dem Innovationspreis habe Heraeus ein Zeichen gesetzt, um die oftmals verborgenen Innovationen im Unternehmen sichtbar zu machen und gleichzeitig die Leistungen und Talente der Forscher und Entwickler anerkennend würdigen zu können, so der Familienunternehmer.

Drei Innovationen, die Kunden Nutzen bringen

Der von Paul Verstreken (Heraeus Electro-Nite) entwickelte Sensor zur Messung von Aluminium in flüssigem Zink ist ein Novum für die Stahlindustrie. Zink wird als Korrosionsschutz für Stahl verwendet. Allerdings kann keine reine Zinkschicht aufgetragen werden, da diese zu spröde ist. Dem Zink werden daher geringe Mengen Aluminium zur Stabilisierung beigefügt. Die Aluminiumkonzentration sollte möglichst immer konstant sein, um eine hohe Qualität sicherzustellen. Bislang konnte der Aluminium-Anteil im flüssigen Zinkbad nur durch zeitaufwendige Probenentnahme kontrolliert werden. Mit dem AlZin-Sensor wird die Konzentration jedoch direkt und kontinuierlich im Zinkbad gemessen. Auf diese Weise können die Anwender die Aluminiummenge bei Abweichungen sofort nachregulieren und haben so weniger Ausschuss. Ein Zeit- und Kostenvorteil, der in der Stahlindustrie zu erheblichen Kosteneinsparungen führen wird. Der weltweit patentierte Sensor von Heraeus Electro-Nite hat eine Marktlücke geschlossen.

Mit dem von Bernd Spaniol (W. C. Heraeus) entwickelten hochtemperaturbeständigen Niob-Phosphor-Draht , der als Kontaktdraht bei der Herstellung handelsüblicher Kondensatoren für die Elektronikindustrie genutzt werden kann, steht eine günstige Alternative für das bisher als Draht verwendete Tantal zur Verfügung. Die gegenüber Niob um das 20-fache geringere Fördermenge bei Tantal führt jeweils in Boom-Zeiten der Elektronikindustrie zu erheblichen Preisanstiegen. Die Hersteller von Kondensatoren sind derzeit abhängig von diesen stark schwankenden Preisen des Tantals. Die Heraeus-Lösung wird hier für Entspannung sorgen.

Wenn eine Laseranregungslampe für Industrielaser sechsmal länger hält als handelsübliche Modelle, dann bedeutet dies für Anwender, beispielsweise der Automobilindustrie, einen erheblichen finanziellen Vorteil. Jeremy Woffendin hat in Zusammenarbeit mit einer Universität eine gepulste Laserlampe entwickelt, die statt 250 fast 1500 Stunden brennt. Heraeus Noblelight hat sich mit dieser Innovation einen deutlichen Vorsprung vor dem Wettbewerb verschafft.

Innovationspreis zeigt Wirkung nach innen und außen

Der Innovationspreis motiviert nicht nur die Forscher und Entwickler bei Heraeus, sondern bringt auch für die ausgezeichneten und nominierten Produkte einen erheblichen Schub bei der Gewinnung neuer Kunden – genau dort, wo sich die Marktfähigkeit einer neuen Innovation entscheidet. Am Beispiel der Innovationspreisträger von 2003 konnte Dr. Frank Heinricht veranschaulichen, dass beispielsweise der mit dem ersten Preis bedachte Schwefelsensor zur sekundenschnellen Messung von Schwefel in flüssigem Stahl so gut von der Stahlindustrie angenommen wird, dass sich der Umsatz im laufenden Jahr gegenüber 2003 verfünffachen wird. "Mit dem Innovationspreis steht den Preisträgern und jeweiligen Konzernbereichen ein image- und verkaufsförderndes Argument zur Verfügung," so Dr. Heinricht.

Der weltweit tätige Edelmetall- und Technologiekonzern Heraeus ist Markt- und Technologieführer in den Bereichen Edelmetalle, Dentalwerkstoffe, Sensoren, Quarzglas und Speziallichtquellen. 2003 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 7,4 Mrd. € (davon 1,74 Mrd. € Produktumsatz) mit weltweit mehr als 9.200 Mitarbeitern in über 100 Tochter- und Beteiligungsunternehmen. Durch ein breit aufgestelltes Produktportfolio ist das 1851 gegründete Unternehmen von den Entwicklungen einzelner Industriebranchen relativ unabhängig. Das hohe Innovations- und Entwicklungspotential im Unternehmen wird intensiv und gezielt gefördert. Durch kundennahe Produktentwicklungen und gezielte Akquisitionen baut Heraeus seine führende Position in verschiedenen Industriebereichen aus.

Dr. Jörg Wetterau | Heraeus Holding GmbH
Weitere Informationen:
http://www.heraeus.com

Weitere Berichte zu: ALUMINIUM Electro-Nite Innovationspreis Kondensator Sensor Stahlindustrie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit