Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Diagnoseverfahren in der Leukämie-Therapie ausgezeichnet

27.10.2004


Rudolf-Schoen-Preis für Krebs-Forscherin



Der von der TUI AG, Hannover, gestiftete und mit 15.000 Euro dotierte Rudolf-Schoen-Preis für besondere Leistungen in der Medizin geht an Privatdozentin Dr. med. Eva Mischak-Weissinger, Abteilung Hämatologie, Hämostaseologie und Onkologie der Medizinischen Hochschule Hannover (Direktor: Professor Dr. Arnold Ganser). Mit ihrer Forschungsarbeit konnte sie zeigen, dass mittels einer neuen Untersuchungsmethode, der Proteomanalyse, die rechtzeitige Erkennung einer lebensbedrohlichen Komplikation in der Leukämie-Therapie zuverlässig möglich ist. Die Arbeit wurde in der international renommierten Zeitschrift "Blood" publiziert.



Die Knochenmark- oder Stammzelltransplantation hat das Überleben von Patienten mit Leukämien dramatisch verbessert. Dennoch birgt die Transplantation erhebliche Gefahren, die u. a. auf der Übertragung körperfremder Zellen beruhen. Eine dieser lebensgefährlichen Komplikationen stellt die "Graft-versus-Host-Erkrankung " (GvHD, Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion) dar, bei der die transplantierten Zellen den Körper des ohnehin geschwächten Patienten angreifen. Die rechtzeitige Einleitung einer Behandlung ist bei dieser Komplikation überlebenswichtig. Bislang nahm jedoch die Erkennung der Erkrankung relativ lange Zeit in Anspruch. Die Anwendung des neuen Diagnoseverfahrens (DiaPat) ermöglicht nun eine weitaus frühere und einfachere Krankheitserkennung aus einer Urinprobe. Die routinemäßige Überwachung der Leukämiepatienten nach der Knochenmarktransplantation wird wesentlich sicherer, Heilungschancen werden verbessert.

Die DiaPat-Methode wurde im Rahmen eines vom BioProfil "Funktionelle Genomanalyse" geförderten Projektes von der mosaiques diagnostics and therapeutics AG in Hannover entwickelt. Die Diagnose beruht auf der umfassenden Analyse und Darstellung von tausenden Proteinen in einer Urinprobe oder anderen Körperflüssigkeiten. Die hochkomplexen Proteinmuster spiegeln krankhafte Veränderungen sehr exakt wider und können damit für eine sehr frühe und umfassende Diagnostik eingesetzt werden. So wird das Verfahren bereits erfolgreich zur Erkennung von diabetischer Nephropathie, eine der folgenschwersten Komplikationen der Diabetes, und anderen chronischen Nierenerkrankungen eingesetzt.

Die Preisträgerin hat das Verfahren erstmalig in der klinischen Praxis bei der Behandlung leukämiekranker Patienten erfolgreich angewendet. Eine Anschlussstudie an der MHH läuft bereits, und auch andere Kliniken haben bereits großes Interesse am Einsatz der Methode angemeldet.

"Eines unserer wichtigsten Ziele in der Leukämietherapie ist die Vermeidung und die bessere Kontrolle von Komplikationen", sagt Dr. Eva-Mischak-Weissinger und erklärt: "Die neue Untersuchungsmethode hat uns dabei einen entscheidenden Schritt vorwärts gebracht, denn nun können wir die GvHD in einem Frühstadium, 10 Tage früher als bisher, erkennen."

Ihr Ansprechpartner bei mosaiques und DiaPat:

Dr. Christian Heuer
mosaiques diagnostics and therapeutics AG
Feodor-Lynen-Straße 21, 30625 Hannover
Telefon 0511 - 554744-14
eMail: heuer@diapat.com

Ihr Ansprechpartner bei BioRegioN:

Dr. Thomas Wagner
BioRegioN GmbH
Vahrenwalder Str. 7, 30165 Hannover
Tel: 0511/9357-940, Fax: -963
thomas.wagner@bioregion.de

Dipl.-Ing. Ilka Zajons | idw
Weitere Informationen:
http://www.mosaiques-diagnostics.com
http://www.diapat.de
http://www.bioregion.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)
26.05.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Neues Helmholtz-Institut in Würzburg erforscht Infektionen auf genetischer Ebene
24.05.2017 | Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften