Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart gewinnt amerikanischen Forschungspreis

09.12.2003


Zum zweiten Mal nach 1999 haben Wissenschaftler des Höchstleistungsrechenzentrums Stuttgart (HLRS) den HPC Challenge Award gewonnen. Der Preis wird alljährlich in den USA im Rahmen der Supercomputer Konferenz, die in diesem Jahr in Phönix stattfand, vergeben und zeichnet Wissenschaftlergruppen aus, die ihre Simulation auf verteilten Höchstleistungsrechnern weltweit durchführen. Das HLRS hatte für die Konferenz im November gemeinsam mit der Indiana University ein Team zusammengestellt, das eine globale DNA-Analyse von Gliederfüßlern durchführte. Gemeinsam mit 22 Partnern wurde ein weltumspannendes Netz von Supercomputern errichtet, dessen rechnerische Leistung mehr als 12 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde erreichte.



Die Untersuchung der DNA von Gliederfüßlern stellt einen nächsten wissenschaftlichen Schritt beim Verständnis genetischer Zusammenhänge dar. Es ging hier um die Frage, inwieweit alle sechsbeinigen Gliederfüßler zu einer Familie gerechnet werden können. Diese Fragestellung wird derzeit unter Evolutionsbiologen heftig diskutiert. Die größte Hürde zur Beantwortung dieser Frage bildete bisher die zur Verfügung stehende Computerzeit. Das zur Analyse verwendete Programmpaket fastDNAml wurde von der Indiana University parallelisiert. Experten des HLRS nahmen weitere Optimierungen vor, um die Leistungsfähigkeit auf den eingesetzten Vektorrechnern zu erhöhen. Die mit weltweiter Vernetzung durchgeführte Analyse hat bereits wertvolle Ergebnisse geliefert; vor einer endgültigen Beantwortung der Frage sollen jedoch noch weitere Rechenläufe durchgeführt werden.

... mehr zu:
»HLRS


Die grundlegende Software für die Kopplung der weltweit 22 Rechnersysteme stammt aus Stuttgart. Dort wird seit sieben Jahren eine Software entwickelt, die die Kommunikation zwischen verteilten Supercomputern möglich macht, ohne dass die beteiligten Wissenschaftler sich um die Details kümmern müssen. Programmatisch wird das Tool in Stuttgart PACX genannt - was als Symbol für die friedliche Nutzung von Höchstleistungsrechnern steht. Speziell für dieses ambitionierte Vorhaben in der DNA-Analyse wurde auch Software entwickelt, um die Handhabung der Anwendung und die Fehlertoleranz zu verbessern.

Die Verwendung von Visualisierungssoftware und Videokonferenztools war für die Durchführung des Projektes unerlässlich, da sich die beteiligten Wissenschaftler auf Einrichtungen in fünf Kontinenten verteilten. Das Netzwerk reichte von Fairbanks in Alaska bis nach Australien und von Japan und Korea über Europa, Nordafrika nach USA und Brasilien. Mit diesem Netzwerk leistet das HLRS auch einen Beitrag zur Integration wissenschaftlich weniger stark entwickelter Länder.

Bereits 1999 hatte das HLRS den NSF Award für verteiltes Höchstleistungsrechnen erhalten. Die erneute Auszeichnung beweist, dass man sich seitdem nicht auf den Lorbeeren ausgeruht hat.

Kontakt
Prof. Dr.-Ing. Michael Resch
Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart
Tel. 0711/685 5834
e-mail: resch@hlrs.de

Dr. Ulrich Engler | idw
Weitere Informationen:
http://www.hlrs.de/news-events/2003/sc2003/hpc-award

Weitere Berichte zu: HLRS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Mikrophotonik – Optische Technologien auf dem Weg in die Hochintegration
21.07.2017 | VDI Technologiezentrum GmbH

nachricht 1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext
20.07.2017 | Hochschule RheinMain

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten