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Digitales Radio auf Mittel- und Kurzwelle startet weltweit

16.06.2003


Bundesforschungsministerium unterstützt Entwicklung des neuen Standards mit 3,7 Millionen Euro

Am heutigen Montag wird ein neues Kapitel der Rundfunkgeschichte aufgeschlagen. Insgesamt 13 Radiosender starten weltweit gleichzeitig mit der Ausstrahlung digitaler Hörfunksendungen im Mittel- und Kurzwellenbereich nach dem Standard digital radio mondiale, DRM, dessen Entwicklung das Bundesforschungsministerium mit 3,7 Millionen Euro unterstützt hat. Sprache, Daten und Musik können mit DRM in hoher Qualität in der ganzen Welt über weite Strecken und in entlegenen Gebieten empfangen werden. Die Kosten für den Aufbau und Betrieb der Sendeanlagen dafür liegen deutlich unter denen für bisherige Kurz-, Mittel- und Langwellensender.

Auf deutscher Seite hat ein vom BMBF gefördertes Verbundprojekt von Fraunhofer-Gesellschaft und Wirtschaft maßgeblich zur Entwicklung von DRM beigetragen. Unter anderem wurden Datendienste entwickelt, die über DRM abgewickelt werden können. Ferner sind in Deutschland technologische Lösungen für den DRM-Empfang gefunden worden. Die weltweit eingesetzten Empfänger basieren auf Technologie, die in Deutschland entwickelt worden ist. Das deutsche Unternehmen Micronas in Freiburg arbeitet an der Integration eines DRM Empfängerchips.

Gegenwärtig werden die DRM-Sendungen noch in erster Linie zu Testzwecken ausgestrahlt. Für den Empfang stehen dazu erste Receiver für einen begrenzten Interessentenkreis in kleiner Zahl zur Verfügung. Für Kurzwellenamateure ist ein Empfang mit einer Software-Lösung möglich, die unter anderem vom FHG-Institut IIS in Erlangen bezogen werden kann (www.drmrx.org ). Ein breiteres Angebot von DRM-Empfängern wird nach derzeitiger Planung frühestens ab Herbst diesen Jahres erwartet.

International haben sich bislang 81 Gerätehersteller, Rundfunkbetreiber und Forschungseinrichtungen zum DRM-Konsortium zusammengeschlossen. Seit Januar diesen Jahres ist DRM ein weltweit anerkannter offizieller technischer Standard.

Die erfolgreiche Beteiligung an Forschung und Entwicklung des neuen Radio-Standards verschafft den deutschen Unternehmen eine sehr gute Startposition bei der Entwicklung und Erschließung der weltweiten Märkte. Von dem neuen Standard werden dünn besiedelte Gebiete in Entwicklungsländern, aber auch in USA und Europa, profitieren. Darüber hinaus werden auch in Deutschland durch DRM neue Rundfunkkapazitäten möglich. So kann über die bisherigen Mittel- und Langwellenfrequenzen künftig eine große Anzahl zusätzlicher Rundfunkkanäle in Stereo und nahezu in UKW-Qualität genutzt werden.



Weitere Informationen:

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»DRM


Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS
Radio Mondo Koordinationsbüro

Am Wolfsmantel 33
91058 Erlangen
Tel: +49 (0) 9131 / 776 6301
E-Mail: info@radiomondo.de

| BMBF

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