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500.000 EUR für Korrosionsforschung

16.06.2003


Das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium hat im Rahmen des Programms zur Förderung von Kompetenzplattformen an Fachhochschulen ("Kopf") 500.000 EUR für die Errichtung der Kompetenzplattform "Zentrum für strategischen Korrosionsschutz" an der Fachhochschule Südwestfalen bereit gestellt.


Die Forschungsförderung an Fachhochschulen durch das Wissenschaftsministerium umfasst drei Bereiche: Die Projektförderung, die Förderung von ausgewählten Forschungsschwerpunkten und die Förderung von Kompetenzplattformen Diese Kompetenzplattformen sollen nicht nur die Qualität der Forschung, sondern auch die Aktualität und damit die Qualität der Lehre steigern. Ziel ist es, durch das Einbinden der Lehre in die Kompetenzplattformen die Lehrinhalte laufend an den aktuellen Erkenntnissen der Forschung zu orientieren. Dies ermöglicht den Studierenden eine den sich ändernden Anforderungen des Arbeitsmarktes angepasste Ausbildung.

Die neue Kompetenzplattform ist ein Zusammenschluss der Hagener und Iserlohner Professoren Dr. Ulrich Kuipers (Hagen), Dr. Helmar Lorenz, Dr. Günter Schmitt und Dr. Ralf Feser, der auch Sprecher der Kompetenzplattform ist. Damit ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Fachleuten aus den Gebieten der Korrosionswissenschaften, der Chemie, der Werkstoffkunde und der Elektrotechnik gewährleistet, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, neue Antworten auf aktuelle Fragen des Korrosionsschutzes zu liefern. Neben der Fachhochschule Südwestfalen sind Forschergruppen aus dem Max-Planck-Institut für Eisenforschung, der Ruhr-Universität Bochum und des Dortmunder Oberflächen-zentrums beteiligt. Die Bildung von Forschungsnetzwerken ist erklärtes Ziel des Ministeriums, welches durch das geplante "Zentrum für strategischen Korrosionsschutz" in vorbildlicher Weise realisiert wird.


Korrosionsschutz in seinen vielfältigen Erscheinungsformen verhindert volkswirtschaftlichen Schaden an Produkten und Maschinen. Rund 4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts des Bundesrepublik Deutschland werden jährlich durch Korrosion vernichtet, was bezogen auf das Jahr 2002 einer Summe von 84 Mrd. EUR entspricht. Zwar steht heute eine Vielzahl von Technologien für den Korrosionsschutz zur Verfügung, neue Anwendungen, neue Technologien und neue Verfahren erfordern jedoch die ständige Entwicklung optimierter Schutzsysteme. Genau hier setzt die neue Kompetenzplattform an: Die Bezeichnung "Strategischer Korrosionsschutz" ist Programm für innovative Korrosionsschutzkonzepte, die nicht nur die Lösung von Einzelproblemen im Blick haben, sondern vielmehr eine ganzheitliche, übergreifende Betrachtung vollständiger Systeme. Insbesondere für die Anwender von Korrosionsschutz-systemen stellt sich immer mehr das Problem, aus einer Vielzahl von bestehenden Verfahren das geeignetste auszuwählen. Die Auswahl muss dabei im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung und unter Berücksichtigung der ständigen Überprüfbarkeit der Wirksamkeit erfolgen.

Zu den Aufgabenschwerpunkten des neuen Zentrums zählen vorrangig die Entwicklung neuer Sensoren zur Überwachung der Korrosionsprozesse, die Erforschung umweltfreundlicher Beschichtungen und Oberflächenverfahren sowie die Untersuchung des Einsatzes von Korrosionsschutzverfahren für elektronische Produkte.

Die Anwendung geeigneter und neu zu entwickelnder Sensoren soll es ermöglichen, Korrosionsprozesse besser zu verfolgen und damit insbesondere auch das Versagen von Korrosionsschutzsystemen rechtzeitig erkennbar machen. Dies ist beispielsweise für die Überwachung von Beizanlagen in metall-verarbeitenden Industrien oder bei Kühlkreisläufen in Kraftwerken von Bedeutung.

Korrosionsschutz ist gleichzeitig immer auch angewandter Umweltschutz, da somit der Eintrag von Schwermetall-Ionen in die Umwelt minimiert wird. Die Kompetenzplattform wird es sich daher zur Aufgabe machen, moderne, umweltschonende Verfahren, wie selbstorganisierende Moleküle oder Beschichtungen aus der Gasphase für die industrielle Anwendung zu erproben und aufzubereiten. So wurde beispielsweise unter Leitung von Prof. Feser ein Verfahren zum Ersatz der umweltschädlichen Chromatierung von Automobilfelgen entwickelt, mit dem zurzeit rund 50.000 Alufelgen täglich behandelt werden.

Auch der fortschreitende Einsatz von Elektronik im Alltag führt dazu, dass leistungsfähige Korrosionsschutzverfahren und Voraussagemöglichkeiten gefordert sind. Kleinste Korrosionsgeschwindigkeiten, z.B. bei Kontakten, führen bereits zum Versagen elektronischer Schaltkreise mit entsprechenden Konsequenzen für die Funktion von Bauteilen, Maschinen oder Autos.

Die Förderung durch das Wissenschaftsministerium, so sind sich die beteiligten Wissenschaftler sicher, wird dazu beitragen, dass die Kompetenzplattform der heimischen Industrie ein leistungsfähiger Partner für die nächsten fünf Jahre und darüber hinaus sein wird.

Birgit Geile-Hänßel | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-swf.de

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