Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Braingain & Euro-Millionen für die Forschung

22.01.2002


Über 21,5 Millionen Euro Gesamtsumme verleiht die Alexander von Humboldt-Stiftung am 31. Januar mit dem neugeschaffenen Sofja Kovalevskaja-Preis. Es ist das ambitionierteste Projekt in der deutschen Geschichte, um die Elite junger ausländischer Nachwuchswissenschaftler nach Deutschland zu holen.

NEUER MILLIONENPREIS HOLT ELITE DER
INTERNATIONALEN NACHWUCHSFORSCHER

... mehr zu:
»Forschung

NACH DEUTSCHLAND


Über 21,5 Millionen Euro für den
Aufbau internationaler Forschergruppen

Verleihung des Sofja Kovalevskaja-Preises am 31.01.2002 im Berliner Opernpalais


Bis zu 1,2 Millionen Euro erhält jeder der 29 jungen Spitzenforscher. Mit dem Preis sollen die acht Forscherinnen und 21 Forscher drei Jahre lang Forschungskooperationen an deutschen Forschungseinrichtungen ihrer Wahl durchführen und eigene Nachwuchsforschergruppen aufbauen.

Gestiftet wurde der Preis vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Er soll - zusammen mit den im November 2001 verliehenen Wolfgang-Paul-Preisen - die Internationalisierung der Forschung in Deutschland auf höchstem Niveau voran bringen. Die Mittel stammen aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm der Bundesregierung.

Das befristete Programm ist eine einmalige Chance für die Forschungsförderung und Internationalisierung der Wissenschaft in Deutschland: Ein einziges Mal nur wird der Sofja Kovalevskaja-Preis vergeben. "Die Zusammenarbeit mit diesen hochtalentierten Jungforschern könnte sich wie ein vitalisierender Vitaminstoß auf die deutsche Forschungslandschaft auswirken", erklärt der Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung, Professor Wolfgang Frühwald.

"Gerade die Freiheit zu forschen ist das Tolle", freut sich zum Beispiel die italienische Mathematikerin und Sofja Kovalevskaja-Preisträgerin Matilde Marcolli, die nach sieben Jahren Forschung in den USA nun am Bonner Max-Planck-Institut für Mathematik arbeiten wird. "Die Auszeichnung gibt mir die Chance, neue Wege in der Forschung auszuprobieren, anstatt nur um die Techniken zu kreisen, die ich eigentlich schon kenne."

"Indem wir die junge Forschungselite schon am Anfang einer aussichtsreichen Karriere in Kooperationen mit deutschen Fachkollegen einbinden, können wir sicher gehen, dass auch der eigene wissenschaftliche Nachwuchs langfristig von dem herausragenden Talent dieser international umworbenen Forscherinnen und Forscher profitiert", urteilt Frühwald. Die Investition zahlt sich somit gleichermaßen für die Preisträger als auch für ihre deutschen Gastgeber aus.

Künstliche Intelligenz, Europarecht, Impfstoffe gegen Krebs, umweltfreundliche Lösungsmittel, Schaltkreise für Nano-Computer oder die Wachstumsprozesse des menschlichen Fettgewebes sind nur einige der 29 Forschungsprojekte. Insgesamt stammen zehn der Wissenschaftler aus den Lebenswissenschaften, sechs sind Physiker und fünf Preisträger forschen in der Chemie. Jeweils zwei weitere Preisträger stammen aus den Werkstoffwissenschaften und der Philosophie. Jeweils ein Preisträger widmet sich der Elektrotechnik, den Geowissenschaften, der Mathematik und den Rechtswissenschaften.

Insgesamt kehren acht der 29 Preisträgerinnen und Preisträger den USA den Rücken, um künftig in Deutschland zu forschen. Dabei handelt es sich ausschließlich um Wissenschaftler, die die USA einmal ihrem Heimatland vorzogen: Fünf der US-Forscher stammen ursprünglich aus Deutschland, je ein weiterer aus Belgien, Italien und der Russischen Föderation. "Offensichtlich sind deutschen Forschungseinrichtungen besser als ihr Ruf, da es ihnen gelingt, für diese hoch mobile Berufsgruppe attraktiv zu sein", schließt Frühwald. Von den restlichen 21 Preisträgern stammen fünf weitere aus der Russischen Föderation. Je drei Nachwuchswissenschaftler forschten bislang in Frankreich und der Schweiz, zwei weitere in Großbritannien. Jeweils ein Preisträger kommt aus Australien, China, Italien, Korea, Österreich, Polen, Schweden und Spanien in die Bundesrepublik.

Insgesamt hatten sich 109 ausländische Wissenschaftler für den Sofja Kovalevskaja-Preis beworben. "Dabei fällt auf, dass ausländische Bewerberinnen erfolgreicher als ihre männlichen Kollegen waren", analysiert Frühwald. Von den männlichen Bewerbern habe sich nur jeder vierte für das befristete Elite-Programm qualifizieren können. "Bei den Bewerberinnen mussten wir nur zwei von drei Wissenschaftlerinnen abweisen."

Florian Klebs | idw
Weitere Informationen:
http://www.humboldt-foundation.de/avh/kova.htm
http://www.humboldt-foundation.de/de/programme/preise/kova/kurzbio.htm
http://www.humboldt-foundation.de/de/programme/preise/kova/statist.htm

Weitere Berichte zu: Forschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationspreis 2017 der Deutschen Hochschulmedizin e.V.
24.04.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

nachricht EU-Förderung in Millionenhöhe für Regensburger Wissenschaftler
21.04.2017 | Universität Regensburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung