Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

BMBF und die Rentenversicherung fördern die Reha-Forschung mit weiteren 40 Millionen DM

13.08.2001


Forschungsergebnisse sollen schnell Eingang in die Versorgungspraxis finden

Anlässlich der wachsenden medizinischen und ökonomischen Bedeutung der Rehabilitation bei der Versorgung chronisch Kranker ist es notwendig, die Praxis der Rehabilitation kontinuierlich zu verbessern. Nur durch eine interdisziplinäre Forschung kann die Rehabilitation diesen wachsenden Anforderungen gerecht werden. Aus diesem Grund haben das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Deutsche Rentenversicherung erneut 40 Mio. DM für die Rehabilitationsforschung zur Verfügung gestellt. In den zurückliegenden drei Jahren der ersten Förderphase wurden bereits 40 Mio. DM in die Forschung investiert. Die Projekte der zweiten Förderphase bauen auf der erfolgreichen Arbeit der acht regionalen Forschungsverbünde auf.

Die Forschungsverbünde bearbeiten fachbezogene Projekte in allen wichtigen Themenfeldern der Rehabilitationswissenschaften. Ziel für die therapiebezogenen Forschungsprojekte ist es, die Behandlungsweisen in der Rehabilitation weiter zu verbessern, um die Patienten wieder zu einer selbständigen Lebensführung zu befähigen und um die gesundheitlichen Voraussetzungen für eine rasche und befriedigende Rückkehr ins Berufsleben zu schaffen. Die Rehabilitationsforschung leistet damit nicht nur Beiträge zur Verbesserung der Lebensqualität von schwer erkrankten Menschen, sondern auch zur Kostendämpfung im sozialen Sicherungssystem.

In der zweiten Förderphase werden nach einem auf Qualitätskriterien ausgerichteten Auswahlprozess nun insgesamt 91 Forschungsprojekte gefördert. An zwei Standorten (Halle, Würzburg) werden zusätzlich Stiftungsprofessuren eingerichtet. Bei den untersuchten Patientengruppen bilden die orthopädischen und kardiologischen Erkrankungen als häufigste Reha-Diagnosen einen Schwerpunkt. Beispielsweise wird in einem Projekt die stufenweise Wiedereingliederung in den Beruf bei Patienten mit Wirbelsäulenerkrankungen untersucht mit dem Ziel, diese Patienten schneller und wirkungsvoller wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern. Weitere Projekte beschäftigen sich mit der Rehabilitation bei psychosomatischen Erkrankungen und bei Krebserkrankungen. Zunehmend findet auch die Rolle und Einbeziehung der Angehörigen in die Rehabilitation Beachtung; es wird mit wissenschaftlichen Methoden untersucht, in welcher Weise die Einbeziehung der Angehörigen erfolgen sollte und wie dadurch eine Optimierung des Rehabilitationserfolgs erreicht werden kann.

Erste Ergebnisse, u. a. im Bereich der kardiologischen Rehabilitation und bei chronischen Rückenschmerzen, werden für Frühjahr/Sommer 2002 erwartet. Beide Bereiche verursachen erhebliche Kosten für Rehabilitation und Frühberentung. Es zeichnet sich bereits jetzt ab, dass eine erfolgreiche Behandlung jeweils ganz individuell auf den Patienten zugeschnitten werden muss. Seine speziellen Risikofaktoren, seine subjektiven Krankheitserfahrungen und Reha-Ziele, sein soziales Umfeld u. v. a. sind wichtige Leitfaktoren für den Erfolg der Rehabilitation. Im Hinblick auf den Patienten beginnt damit die wichtigste Aufgabe für die Forschung und die Rehabilitationsträger: Die Umsetzung der Ergebnisse in die Praxis anzustoßen und wissenschaftlich zu begleiten!

Die Rehabilitationsforschung ist versorgungsnahe Forschung und ihre Leistung bemisst sich daher wesentlich daran, inwieweit es gelingt, mit den Forschungsergebnissen innovative Impulse für die Versorgungspraxis zu geben. Es geht darum, bisherige Therapiekonzepte weiterzuentwickeln oder evtl. durch neue zu ersetzen und neue Forschungsergebnisse aus den Forschungsverbünden heraus möglichst schnell und wirkungsvoll in die Praxis umzusetzen.

Dr. Buschmann-Steinhage | ots

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Sechs innovative Projekte sind im Rennen um den begehrten European Health Award 2017
17.08.2017 | European Health Forum Gastein

nachricht ERC-Grants: Fünf neue Projekte an der LMU
11.08.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie