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Zwei Projekte der TUD werden bei der Sächsischen Exzellenzinitiative gefördert

28.08.2008
Nachdem sich die TUD bereits mit der Einwerbung eines Exzellenzclusters und einer Graduiertenschule bei der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder durchsetzen konnte, war sie gestern (28. August 2008) bei der Sächsischen Exzellenzinitiative mit zwei weiteren Forschungsprojekten erfolgreich gewesen.

In einer ersten Reaktion dankte der Rektor der TUD, Professor Hermann Kokenge, allen beteiligten Wissenschaftlern: "Die Tatsache, angesichts der starken Konkurrenz immerhin zwei unserer drei beantragten Projekte bewilligt bekommen zu haben, unterstreicht die Forschungsstärke unserer Universität.

Die Sächsische Exzellenzinitiative bietet uns die Möglichkeit, uns in ausgewählten Bereichen so zu profilieren, dass wir bei weiteren bundesweiten Exzellenzinitiativen optimal vorbereitet ins Rennen gehen können."

Zu diesem Erfolg hat nach Meinung des Rektors der TUD die Einbettung der Forschungsvorhaben in eine Gesamtstrategie der Universität beigetragen, wobei auch ein Transferzentrum als verbindendes Element geplant ist.
Darüber hinaus ist beiden Exzellenzclustern gemeinsam, dass sie einen Bogen von der Grundlagenforschung bis zur angewandten Forschung schlagen. Beide Projekte versprechen auch einen engen Bezug zur Lehre, werden Graduiertenschulen und spezielle Masterprogramme umfassen.

Mit den prämierten Forschungsschwerpunkten setzt die TU Dresden konsequent ihre bisherige Strategie fort, ihre Forschungskompetenz in fächerübergreifenden, interdisziplinär vernetzten Strukturen weiter zu profilieren.

Folgende Forschungsprojekte werden gefördert:

1. European Centre for Emerging Materials and Processes Dresden (ECEMP): Mehrkomponentenwerkstoffe mit erweitertem Einsatzspektrum für Hochtechnologieanwendungen im Maschinen-, Anlagen- und Fahrzeugbau

2. Gemeinsames Zentrum für Strahlenforschung in der Onkologie

Projekt 1:
Vom Atom zum komplexen Bauteil
Im Rahmen der Sächsischen Landesexzellenzinitiative wird das Exzellenzcluster "European Centre for Emerging Materials and Processes Dresden (ECEMP)" an der TUD gefördert. Damit werden Forschung und Lehre weiter nachhaltig auf internationalem Niveau gestärkt.

Im ECEMP sollen zielgerichtet Mehrkomponentenwerkstoffe mit den zugehörigen Technologien für die Bereiche Leichtbau sowie Energie- und Umwelttechnik entwickelt werden, aufbauend auf den drei Werkstoffklassen metallische (Stahl, Aluminium, Magnesium, Titan), nichtmetallisch-organische (Kunststoffe, Naturstoffe) sowie nichtmetallisch-anorganische (Keramik, Glas) Werkstoffe.

Zur Umsetzung des höchst anspruchsvollen wissenschaftlichen Programms sind u. a. folgende Maßnahmen vorgesehen:

- Einrichtung fakultätsübergreifender Experimental- und Technologiepools

- Bildung von internationalen Nachwuchsgruppen und Graduiertenschulen mit
100 Doktoranden
- Einrichtung eines werkstoff- und eines technologieorientierten Masterstudiengangs

- Schaffung familienfreundlicher Forschungsstrukturen, Schaffung neuer (Stiftungs)professuren

Das Exzellenzcluster ECEMP stützt sich auf die exzellente Kompetenz in allen Werkstoffklassen und die Ausstattung des Dresdener Materialforschungsstandortes mit seinen mehr als 1000 universitären und außeruniversitären Materialwissenschaftlern. Darüber hinaus fließt auch die starke regionale Kompetenz insbesondere der kleinen und mittelständischen Industrie in das ECEMP mit ein.

"Das Spitzentechnologiecluster ECEMP fungiert für die traditionsreiche TU Dresden als Sprungbrett zur bundesweiten Eliteuniversität", freut sich der Sprecher des ECEMP, Prof. Werner Hufenbach. "Nun liegt es an uns, diese einmalige Chance zu nutzen."

Weitere Informationen:
Prof. Dr.-Ing. habil. Werner Hufenbach, Tel.: 0351 463-38140
E-Mail: ilk@ilk.mw.tu-dresden.de
Projekt 2:
Gemeinsames Zentrum für Strahlenforschung in der Onkologie auf dem Medizinischen Campus

Im Rahmen der Sächsischen Landesexzellenzinitiative hat die Technische Universität Dresden für den Medizinischen Campus den Neubau eines Zentrums für die patientenorientierte Strahlenforschung in der Onkologie und für die Neuentwicklung dazu erforderlicher medizinischer Hochtechnologie-Produkte beantragt. "Mit dem heutigen Entscheid der Jury, das Zentrum im Rahmen der Exzellenzinitiative des Freistaates zu fördern, kann unser ambitioniertes Projekt nun einen wesentlichen Schritt nach vorn machen", freuen sich die Sprecher des gemeinsamen Zentrums für Strahlenforschung in der Onkologie, Prof. Dr. Michael Baumann und Prof. Dr. Roland Sauerbrey.

"Das Zentrum wird eine Maßstäbe setzende Hochtechnologie- und Entwicklungsplattform umfassen, an der mehr als 100 Wissenschaftler fakultäts- und institutionsübergreifend arbeiten werden", unterstreicht Prof. Baumann, "das Potenzial für wichtige Schritte bei der Entwicklung und Verbesserung von Krebstherapien ist groß."

Als Kernprojekt werden völlig neuartige laserbasierte Strahlentherapiegeräte für Protonen- und Ionenstrahlen entwickelt, von denen künftig erhebliche Verbesserungen der Behandlung von Krebserkrankungen erwartet werden. Die neue Technologie, die innerhalb von etwa zehn Jahren einsatzfähig sein wird, soll dann aus Dresden heraus international verfügbar gemacht werden. Bereits bei Fertigstellung des Neubaus wird eine der modernsten Referenz-Protonenstrahlanlagen heutiger Bauart für die Behandlung krebskranker Patienten in Sachsen und den Anrainerregionen zur Verfügung stehen.

Krebserkrankungen sind die zweithäufigste Todesursache in allen entwickelten Industrienationen. Allein in Deutschland erkranken derzeit jährlich mehr als 436.000 Personen neu an Krebs. 210.000 Menschen versterben daran. Es ist davon auszugehen, dass bösartige Tumoren innerhalb der nächsten 10 bis 15 Jahre die kardio-vaskulären Krankheiten ablösen und damit zur häufigsten Todesursache werden.

Eine technologisch optimale, biologisch individualisierte Strahlentherapie hat das Potenzial, die Behandlung von Krebserkrankungen künftig weiter deutlich zu verbessern. In der onkologischen Strahlenforschung, die auch moderne molekulare Bildgebungsmethoden umfasst, verfügt die Technische Universität Dresden mit ihren Partnern, dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus und dem Forschungszentrum Dresden-Rossendorf über eine weltweit anerkannte Kompetenz. Diese spiegelt sich insbesondere in dem von den gleichen Partnern getragenen, vom BMBF geförderten Zentrum für Innovationskompetenz ZIK OncoRay, das bereits seit 2004 besteht. Das gemeinsame Zentrum baut die erfolgreichen Entwicklungen des ZIK OncoRay erheblich aus und schafft so die Voraussetzungen, dass Dresden dauerhaft eine internationale Spitzenstellung in der patientenorientierten Strahlenforschung und bei der Neuentwicklung dazu erforderlicher Hochtechnologie einnimmt.

Kim-Astrid Magister | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dresden.de/
http://www.oncoray.de

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