Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Millionen-Förderung für Bremens medizinische Hirnforschung

26.06.2008
Bremer Hirnforscher Klaus Pawelzik und Andreas Kreiter überzeugen mit Innovationsprojekt zur Förderung der Medizintechnik - in einer neuartigen interdisziplinären Kooperation von Hirnforschern, Ingenieuren, Medizinern und Industrie.

In einer neuartigen interdisziplinären Kooperation bestehend aus Hirnforschern, Ingenieuren, Medizinern und Industrie haben die Universität Bremen, die Universität Bonn und die Firma Schwarzer GmbH aus München im Rahmen des "Innovationswettbewerb 2007 zur Förderung der Medizintechnik" einen Projektantrag eingereicht.

Dieses Projekt mit dem Titel "Kabellose Erfassung lokaler Feldpotenziale und elektrische Stimulation der Großhirnrinde für medizinische Diagnostik und Neuroprothetik" wurde von internationalen Experten streng begutachtet und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) aus einer großen Zahl eingegangener Vorschläge zur Förderung empfohlen.

Die elektrische Aktivität des Gehirns von Patienten über einen sehr langen Zeitraum sicher, zuverlässig und präzise zu erfassen, ist das Ziel dieses anwendungsbezogenen Forschungs- und Entwicklungsprojektes. Nur so können Mediziner zum Beispiel die Hirnaktivität von Epileptikern rund um die Uhr über lange Zeit überwachen und vor einem nahenden Anfall warnen. Es wäre sogar denkbar, einen Anfall durch Rückkopplung zu verhindern. Mit diesem Projekt werden zudem Geräte möglich, die zur Wiederherstellung von Autonomie und Lebensqualität von gelähmten Menschen eingesetzt werden können.

Das geplante System stellt ein Werkzeug dar, welches es erlaubt, Informationen über Aktionswünsche des Patienten aus der Aktivität des Gehirns zu gewinnen und in die begehrte Aktion, durch einen Computer oder Roboterarm, umwandeln zu lassen. So wird es für einen bewegungsunfähigen Patienten Wirklichkeit, beispielsweise seinen Durst selbstständig zu stillen, ohne auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Es soll ihm außerdem erlauben mit seiner Umwelt zu kommunizieren, auch wenn ihm dies bisher durch seine körperlichen Einschränkungen verwehrt war.

Von der technischen Seite betrachtet ist dieses Projekt darauf ausgerichtet, Information für medizinische Anwendungen bidirektional mit dem Gehirn auszutauschen. Ein zentraler Teil dieses medizinischen Forschungs- und Entwicklungsprojektes sind Untersuchungen an Makaken, wodurch Gesundheitsgefährdungen für Menschen im Vorfeld ausgeschlossen werden. Diese werden wesentlich dazu beitragen, eine von der Medizin dringend benötigte Schnittstelle zu den Gehirnen von besonders schwer erkrankten Menschen bereitzustellen.

Das BMBF schreibt seit 1999 jährlich den Innovationswettbewerb zur Förderung der Medizintechnik aus, um herausragende innovative Projekte zu fördern. Projektträger ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Das Gesamtprojekt, mit einer vorgesehenen Laufzeit von 36 Monaten, wird über 2,3 Millionen Euro kosten. Davon fließen 1,2 Millionen Euro an Fördergeldern an die Universität Bremen.

Der Start des Projektes ist für September 2008 geplant.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Zentrum für Kognitionswissenschaften
Prof. Dr. Klaus Pawelzik (Stellv. Direktor des ZKW)
Tel.: +49-421-218 62001
Fax: +49-421-218 62014
E-Mail: pawelzik@neuro.uni-bremen.de
Prof. Dr. Andreas Kreiter
Tel.: +49-421-218 9093
Fax: +49-421-218 9004
E-Mail: kreiter@brain.uni-bremen.de

Eberhard Scholz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bremen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen
06.12.2016 | Technische Universität Clausthal

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie