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Preis für Forschung zur Genetik der Alkoholabhängigkeit

05.06.2008
Für eine Arbeit zur Genetik der Alkoholabhängigkeit ist Dr. Ulrich Preuss, Universitätsklinikum Halle (Saale), mit dem Preis des Norddeutschen Suchtforschungsverbundes ausgezeichnet worden.

Er konnte eine genetische Variante das Glutamats identifizieren, die bei Personen mit Delirium tremens deutlich häufiger als bei der Kontrollstichprobe Alkoholabhängiger ohne Delir auftritt.

PD Dr. Ulrich Preuss, leitender Oberarzt an der halleschen Universitätsklinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, hat den Forschungspreis 2008 des Norddeutschen Suchtforschungsverbundes (NSF) erhalten. Dr. Preuss beschäftigt sich in seinen Forschungen mit der Alkoholabhängigkeit. Bei der geehrten Arbeit handelt es sich um einen Beitrag zur Genetik der Alkoholabhängigkeit.

Schwere Entzugssyndrome bei Alkoholkranken münden in manchen Fällen in ein Delirium tremens. Der Neurotransmitter Glutamat ist möglicherweise daran signifikant beteiligt. Neurotransmitter sind Stoffe, die Informationen von einer Nervenzelle zur anderen übertragen. Der wichtigste erregende Transmitter im zentralen Nervensystem (ZNS) ist Glutamat. Nahezu alle Transmittersysteme des ZNS werden durch Alkohol beeinflusst, besonders aber Glutamat wird durch Alkohol gehemmt.

Die Informationsübermittlung in den Nervenzellen ist dadurch gestört. Eine genetische Variante des Glutamats konnte durch Dr. Preuss mit dem Risiko für das Auftreten des Delir in Verbindung gebracht werden. Diese genetische Variante ist bei Personen mit Delirium tremens deutlich häufiger als bei der Kontrollstichprobe Alkoholabhängiger ohne Delir aufgetreten.

Das Delirium tremens - oder kurz Delir - stellt eine ernste und potentiell lebensbedrohende Komplikation bei einer länger bestehenden Alkoholabhängigkeit dar. Auch bei anderen Suchterkrankungen kann ein Delirium tremens im Entzug auftreten, der Begriff wird aber meist nur für das Vollbild des Alkoholentzuges benutzt. Ein Delir ist charakterisiert durch gleichzeitig bestehende Störungen des Bewusstseins und der Aufmerksamkeit, der Wahrnehmung, des Denkens, des Gedächtnisses, der Psychomotorik, der Emotionalität und des Schlaf-Wach-Rhythmus. Das Delir kann sogar lebensbedrohlich sein.

Jens Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-halle.de

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