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Biologe Ulrich Brose erhält den Adolf-Messer-Preis 2007

14.02.2008
Das Verhältnis von Räuber und Beute

Für seine Forschungsarbeit zur Stabilität und Struktur von Nahrungs-Netzwerken erhält der Biologe Dr. Ulrich Brose den Preis der Adolf-Messer-Stiftung. Die Preisverleihung findet am Donnerstag, den 14. Februar 2008, ab 16.00 Uhr im Fachbereich Biologie, Schnittspahnstraße 3, Gebäude B1|01, Raum 52, statt.

Dr. Ulrich Brose, der am Institut für Zoologie der TU Darmstadt forscht, wird für seine grundlegenden Arbeiten zu Nahrungs-Netzwerken mit dem mit 50.000 Euro dotierten Wissenschaftspreis der Adolf-Messer-Stiftung geehrt.

Der 1970 geborene Wissenschaftler hat an den Universitäten Frankfurt und Hamburg Biologie studiert und an der Universität Potsdam promoviert. Nach einem dreijährigen Postdoc-Forschungsaufenthalt an der San Francisco State University und am Rocky Mountains Biological Lab ist Brose seit März 2004 Leiter der Emmy-Noether-Gruppe am Institut für Zoologie der TU Darmstadt.

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In Lebensgemeinschaften ernähren sich die einzelnen Arten voneinander und bilden so miteinander ein Nahrungsnetz. Diese Nahrungsnetze bestehen aus unterschiedlichen Ebenen von Nutzern, an der Basis stehen z.B. Pflanzen als Produzenten von organischem Material, dieses wird von Pflanzenfressern konsumiert und diese wiederum werden von räuberischen Arten gefressen.

Die Vielfalt der Verknüpfungen in Nahrungsnetzen macht ein Verständnis der Dynamik des gesamten Systems äußerst schwierig. Dies ist jedoch notwendig, um Fragen nach der Stabilität von Nahrungsnetzen und nach Auswirkungen, die das Aussterben einzelner Arten verursacht, abschätzen zu können. Fortschritte auf diesem Gebiet versprechen vor allem theoretische Ansätze, in denen das Verhalten von Nahrungsnetzen modelliert wird. Entscheidend bei diesen Modellen ist allerdings, dass sie eng an empirische Daten gekoppelt werden und dass spezifische Eigenschaften von Arten in die Modelle eingehen.

Die von Ulrich Brose entwickelten Modelle leisten dies in bisher nicht erreichter Genauigkeit. Hierdurch konnte er grundlegende neue Erkenntnisse zu einer seit Jahrzehnten intensiv diskutierten Frage beitragen, dem Zusammenhang zwischen Diversität von Nahrungsnetzen und ihrer Stabilität. Er konnte zeigen, dass für die Stabilität von ökologischen Beziehen Grö-ßenrelationen zwischen Räuber und Beute wesentlich beitragen. Insgesamt erlauben die Arbeiten von Brose eine genauere Vorhersage, wie sich Le-bensgemeinschaften mit zunehmender Erderwärmung verändern und wie Artengemeinschaften auf das Aussterben einzelner Arten reagieren.

Der Preis der Adolf-Messer-Stiftung wird an der TU Darmstadt jährlich zur Förderung von Forschung und Lehre für Wissenschaftler mit hervorragenden Leistungen auf den Gebieten der Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften oder Wirtschafts- und Sozialwissenschaften vergeben. Er ist der höchstdotierte Preis, der an der TU Darmstadt verliehen wird.

Fachansprechpartner:
Prof. Dr. Stefan Scheu, TU Darmstadt, Institut für Zoologie,
E-Mail: scheu@bio.tu-darmstadt.de

Jörg Feuck | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-darmstadt.de/

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