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Georg-Forster-Preis 2008: Unkonventionelle Uni-Kassel-Arbeit über den Alltag in einem Hospiz ausgezeichnet

08.02.2008
Für seine ungewöhnliche Doktorarbeit "Sterben im Hospiz. Der Alltag in einer alternativen Pflegeeinrichtung" wird Dr. rer. pol. Stephan Dreßke am 8. Februar im Rahmen des Universitätstages der Universität Kassel mit dem Georg-Forster-Preis ausgezeichnet.

Für seine ungewöhnliche Doktorarbeit "Sterben im Hospiz. Der Alltag in einer alternativen Pflegeeinrichtung" wird Dr. rer. pol. Stephan Dreßke am 8. Februar im Rahmen des Universitätstages der Universität Kassel mit dem Georg-Forster-Preis ausgezeichnet. Dreßke, Jahrgang 1969, promovierte mit dieser Arbeit am Institut für Sozialpolitik und Organisation Sozialer Dienste (ISOSD), Fachbereich Sozialwesen der Universität Kassel. Dort ist er seit 1999 wissenschaftlicher Mitarbeiter mit Schwerpunkt Medizinsoziologie. Zuvor, von 1990 bis 1998, studierte er Soziologie an der Freien Universität Berlin und der London School of Economy and Political Sciences.

Der mit 3100 Euro dotierte Georg-Forster-Preis wird alle zwei Jahre vom Kasseler Hochschulbund e.V., der Freundesgesellschaft der Kasseler Universität, vergeben. Ausgezeichnet werden herausragende wissenschaftliche und künstlerische Leistungen an der Universität Kassel. Er wird verliehen für eine Promotion, Habilitation bzw. eine wissenschaftliche oder künstlerische Arbeiten gleichen Ranges, die nicht nur fachwissenschaftlich exzellent ist, sondern auch über den Horizont des eigenen Faches hinaussieht.

Die Arbeit wurde von Prof. Dr. Gerd Göckenjan, dem Geschäftsführenden Direktor des ISOSD, betreut. Für seine Dissertation hat Dreßke sich als teilnehmender Beobachter 16 Wochen lang in das Hospizleben eingegliedert, was ihm einen mikroskopischen Blick auf das Sterbegeschehen ermöglichte. Dreßke verzichtete bewusst auf die akademischen Konventionen der Präsentation einer Promotionsarbeit - wie etwa die Gliederung des Textes in Einleitung, Theorie, Methode, Analyse und Zusammenfassung - zugunsten eines thematisch gegliederten, sehr untechnischen Fließtextes. Präzise, den gesellschaftlich normativen Rahmen vom "guten Sterben im Hospiz" entmythologisierende Beschreibungen paart er mit Illustrationen durch Fallbeispiele. Mit diesem methodischen Ansatz wahrt Dreßke die Doppelloyalität gegenüber wissenschaftlicher Redlichkeit und den legitimen Anliegen der beteiligten Personen.

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Dreßke lässt den Leser teilnehmen an einer "Erkundungsreise im unbekannten Terrain des Sterbens", so Dr. Karsten Heuchert, Vorsitzender des Kasseler Hochschulbundes, in seiner Laudatio. Resultat sei eine auch für Nicht-Fachleute verständliche und mit Gewinn zu lesende Darstellung.

Zusätzlich zum Georg-Forster-Preis verleiht der Kasseler Hochschulbund den Posterpreis für wissenschaftlichen Nachwuchs, da im Medienzeitalter die Visualisierung von wissenschaftlichen Inhalten eine wichtige Fähigkeit in allen Disziplinen ist. 2008 werden zwei Präsentationen von Ergebnissen aus den Technik- und Naturwissenschaften ausgezeichnet. Der Posterpreis geht an Dr. rer. nat. Sabine Mogge für ihr Poster "Erhebung und Evaluation biologischer und mathematische Kompetenzen von Grundschülern" aus der Abteilung Didaktik der Biologie und an Dipl.-Ing. Axel Waldhoff zusammen mit Dipl.-Ing. Jan Romaker für ihr Poster "A simple to use membrane filtration unit for immediate aid in cases of disasters" aus dem Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft.

Info
Universität Kassel
Dr. rer. pol. Stephan Dreßke
Fachbereich Sozialwesen
Institut für Sozialpolitik und Organisation Sozialer Dienste (ISOSD)
Tel (0561) 804 2925
E-Mail dresske@uni-kassel.de
Dr. rer. nat. Sabine Mogge
Fachbereich Naturwissenschaften
Fachgebiet Didaktik der Biologie
Tel (0561) 804 4432
E-Mail sabine.mogge@uni-kassel.de
Dipl.-Ing. Jan Romaker
Fachbereich Bauingenieurwesen
Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft
Tel (0561) 804 3949
E-Mail romaker@uni-kassel.de

Ingrid Hildebrand | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kassel.de/presse/pm/bilder/stefan_dresske.jpg

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