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Forschungspreise für UKE-Wissenschaftler

15.01.2008
Für Forschungsarbeiten zu Kopf-Hals-Tumoren, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Zahnprothetik sind vier Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) ausgezeichnet worden.

Dr. Djordje Atanackovic, II. Medizinische Klinik, hat den mit 5000 Euro dotierten Wissenschaftspreis der "Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals" erhalten. Die Auszeichnung wurde ihm für einen wichtigen Forschungsschritt auf dem Weg hin zu einer Impfung gegen Kopf-Hals-Tumoren verliehen.

Seine Arbeitsgruppe hatte eine Reihe von Eiweißen (Proteinen) identifiziert, die nur in Kopf-Hals-Tumoren und nicht in gesundem Gewebe vorkommen. Dies könnte neben einer verbesserten Diagnostik auch zu der Entwicklung einer Immuntherapie führen: Ließen sich die Immunzellen des Körpers durch eine Impfung mit künstlich hergestellten Varianten dieser Proteine dazu anregen, die Tumorproteine anzugreifen, würde das zur Bekämpfung des Tumors beitragen. Gedacht ist zunächst an einen Einsatz bei Patienten nach der Operation eines Kopf-Hals-Tumors, um einem Rückfall vorzubeugen.

Die Forschungsergebnisse wurden auch in der international renommierten Fachzeitschrift "Cancer Biology & Therapy" veröffentlicht.

Dr. med. Ralf A. Benndorf und Dr. rer. nat. Edzard Schwedhelm, Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie, haben von der Deutschen Hochdruckliga/Deutschen Hypertoniegesellschaft den mit 5000 Euro dotierten Dieter-Klaus-Förderpreis für die Hochdruckforschung erhalten. Die Auszeichnung wurde ihnen für die Aufdeckung von Vorgängen bei der Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verliehen.

Bei Patienten mit einem hohen Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (zum Beispiel bei Rauchern, Diabetikern oder Menschen mit Bluthochdruck) finden sich verstärkt bestimmte oxidierte Fettsäuren, sogenannte Isoprostane, im Urin. Die Arbeitsergebnisse der UKE-Forscher deuten nun darauf hin, dass diese Isoprostane nicht nur als Marker für diese Erkrankungen dienen, sondern als Botenstoffe selbst zum Krankheitsgeschehen beitragen: Sie hemmen verschiedene Komponenten der Blutgefäßbildung, wie zum Beispiel die Wanderung der Zellen der Gefäßinnenwand oder die Bildung der Kapillarröhren, und können so möglicherweise den Verlauf der Herzerkrankung negativ beeinflussen.

Michel Alai-Omid, Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik, hat im Wettbewerb um den DGZMK-Förderpreis der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) den dritten Platz belegt und 1000 Euro Preisgeld erhalten. Die Auszeichnung wurde ihm für eine Untersuchung zur Zerstörung von Zahnsubstanz durch körpereigene Enzyme verliehen.

Durch Karies, aber zum Beispiel auch durch die Verwendung von säurehaltigen Materialien während zahnärztlicher Füllungstherapien können bestimmte körpereigene Enzyme (MMP) aktiviert werden. Diese setzen Prozesse in Gang, durch die das Kollagen, ein Bestandteil der Zahnsubstanz, zerstört wird. In Laborversuchen hatte Alai-Omid verschiedene Wirkstoffe gefunden, mit denen sich die betreffenden Enzyme besser unterdrücken lassen als mit den bisher bekannten MMP-Hemmern. Die Arbeit liefert Ansatzpunkte für eine künftige klinische Anwendung.

Maren Puttfarcken | idw
Weitere Informationen:
http://www.uke.uni-hamburg.de

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