Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausgezeichnete Forschung zur RNA

14.09.2011
Gunter Meister erhält für seine Erkenntnisse zur Funktion nicht-kodierender RNAs den Young Investigator Award 2011 der Schering Stiftung

Für seine herausragenden Arbeiten zum Verständnis der Funktion von nicht-kodierender RNA wird Prof. Dr. Gunter Meister vom Institut für Biochemie, Mikrobiologie und Genetik der Universität Regensburg mit dem Young Investigator Award 2011 ausgezeichnet.

Der mit 10.000 € dotierte Preis wird alle zwei Jahre durch die Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie, Frankfurt/Main, verliehen und von der Schering Stiftung, Berlin, gefördert. Er zeichnet herausragende Forschungsarbeiten von Nachwuchswissenschaftlern auf dem Gebiet der Molekular- und Zellbiologie aus.

Die Ehrung von Prof. Dr. Gunter Meister findet im Rahmen der „Molecular Life Sciences 2011“, der Jahrestagung der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie, in Frankfurt am Main statt (www.molecular-life-sciences.de) und beginnt am Dienstag, 27. September 2011 um 17.30 Uhr im Hörsaalzentrum des Campus Westend in Frankfurt.

Jahrzehntelang betrachtete man die Ribonukleinsäure (RNA) als ein Molekül, dessen Rolle im Wesentlichen darin zu bestehen schien, als „Bote“ die genetische Information von der DNA im Zellkern in die äußeren Bereiche der Zelle zu transportieren. Dort kann die genetische Information dann als Vorlage für die Produktion von Proteinen dienen. Technische Fortschritte haben in den letzten Jahren aber einen tieferen Einblick in die molekularen Prozesse in den Zellen ermöglicht. Dabei wurden weitere RNA-Klassen identifiziert, die nicht kodieren bzw. nicht direkt an der Proteinproduktion beteiligt sind, aber dennoch zahlreiche wichtige Funktionen innerhalb der Zellen übernehmen.

Gunter Meister beschäftigt sich in diesem Zusammenhang mit den Grundlagen der Genregulation durch kleine nicht-kodierende RNA (sogenannte sRNA). Diese Ribonukleinsäuren spielen eine wichtige regulatorische Rolle bei vielen neurodegenerativen Erkrankungen und bei der Entstehung von Krebs. Die Forschungen von Meister haben maßgeblich dazu beigetragen, den Entstehungsprozess und die Struktur von sRNA zu beleuchten. Seine Erkenntnisse zur Endonukleaseaktivität der Argonauten-Proteine, die mit kleinen regulatorischen RNAs (siRNAs, microRNAs) interagieren, stellen einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der RNA-Interferenz (RNAi) dar. Gunter Meisters derzeitiger Forschungsschwerpunkt konzentriert sich auf die Entstehung und Funktion von microRNAs. Aufgrund seiner bahnbrechenden Arbeiten wurde Meister schon im Alter von 35 Jahren auf einen Lehrstuhl für Biochemie an der Universität Regensburg berufen.

„Die Forschungsarbeiten von Gunter Meister sind von hoher Aktualität und Originalität“, sagt Dr. Sonja Kießling, Vorstand Wissenschaft der Schering Stiftung. „Sie untersuchen grundlegende Mechanismen der Entstehung von neurodegenerativen Erkrankungen sowie Krebs und können damit zu potentiell neuen Therapieansätzen führen.“

Die unabhängige und gemeinnützige Schering Stiftung wurde 2002 durch die Schering AG, Berlin errichtet und dient der Förderung von Wissenschaft und Kultur mit Schwerpunkt auf den Lebenswissenschaften sowie der zeitgenössischen Kunst. Diese Ziele verfolgt sie durch die Initiierung eigener Ausstellungen und Symposien, die Auszeichnung junger Künstler und Wissenschaftler, die Vergabe von Stipendien sowie die Förderung gemeinnütziger Projekte. Ein besonderer Fokus liegt auf Projekten in Grenzbereichen, insbesondere an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Kunst. Weiterhin fördert die Schering Stiftung die wissenschaftliche und kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen und unterstützt den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.

Die Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) ist mit 5500 Mitgliedern die größte Fachgesellschaft für die Biowissenschaften in Deutschland. Als gemeinnützige Vereinigung vertritt sie die Interessen der Forschenden in den molekularen Biowissenschaften. Sie fördert Forschung und Lehre, die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in Biotechnologie und Medizin sowie deren Verbreitung in der Öffentlichkeit. Die internationalen Tagungen der GBM bieten die Gelegenheit zum Austausch über neueste Entwicklungen in den molekularen Biowissenschaften mit führenden Experten ihres Fachgebiets.

Informationen zur Schering Stiftung erhalten Sie bei:
Friederike Plucinski
Projektmanagerin Wissenschaft
Schering Stiftung
Unter den Linden 32-34
10117 Berlin
Tel. 030-20 62 29 60
plucinski@scheringstiftung.de
http://www.scheringstiftung.de
Informationen zur GBM erhalten Sie bei:
Dr. Anke Lischeid
Leiterin der Geschäftsstelle
Mörfelder Landstr. 125
60598 Frankfurt/Main
Tel.: 069 660 567-12
lischeid@gbm-online.de
http://www.molecular-life-sciences.de
http://www.gbm-online.de
Ansprechpartner für Medienvertreter:
Prof. Dr. Gunter Meister
Universität Regensburg
Institut für Biochemie, Genetik
und Mikrobiologie
Tel.: 0941 943-2847
Gunter.Meister@vkl.uni-regensburg.de

Friederike Plucinski | idw
Weitere Informationen:
http://www.scheringstiftung.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie