Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Über 500.000 Euro für UKM-Krebsforscher

23.12.2010
Carreras Leukämie-Stiftung fördert zwei Projekte im Kampf gegen die Leukämie

Langfristiges Therapieziel: Tumorstammzellen sollen ausgeschaltet werden

Mit 512.000 Euro fördert die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung zwei Forschungsprojekte der Medizinischen Klinik A (Hämatologie/Onkologie) des Universitätsklinikums Münster (UKM). In beiden Projekten konzentrieren die UKM-Leukämie-Experten ihre Arbeiten auf die Tumorstammzellen: Die Krebsforscher aus Münster suchen nach Wegen, um die Selbsterneuerung der leukämischen Stammzellen „auszuschalten“. Die Wissenschaftler aus der Klinik von Prof. Dr. Wolfgang Berdel hoffen, auf diesem Weg langfristig neue Therapieoptionen entwickeln zu können.

331.000 Euro der Förderung entfallen auf ein Forschungsprojekt von Privatdozent Dr. Steffen Koschmieder auf dem Gebiet der Chronischen Myeloischen Leukämie (CML). Im Vordergrund steht die dabei die Identifikation von Genen, die in der akuten Krankheitsphase („Blastenkrise“) für die Bildung von Tumorstammzellen verantwortlich sind. „Wir erhoffen uns, diese auslösenden Gene zu identifizieren und auf diesem Weg Möglichkeiten zu finden, die Tumorstammzellen direkt angreifen zu können“, erklärt Dr. Koschmieder. Bereits jetzt gibt es einen solchen Ansatz mit gutem Erfolg während der chronischen Krankheitsphase. „Dabei kann durch Tabletten das identifizierte Onkogen bei der Mehrheit der Patienten ausgeschaltet werden. Diesen Ansatz verfolgen wir nun auch langfristig für die akute Krankheitsphase“, so Koschmieder. Die Förderung erstreckt sich über drei Jahre.

Das zweite durch die Carreras-Stiftung mit 181.000 Euro geförderte Projekt leitet Prof. Dr. Carsten Müller-Tidow. Hierbei werden die Mechanismen der Selbsterneuerung leukämischer Stammzellen bei der Akuten Myeloischen Leukämie (AML) erforscht. „Die Selbsterneuerung der Stammzellen ist eine der Ursachen für die AML und die Schwierigkeiten in der Leukämietherapie. Unser Ziel ist, die Stammzelleigenschaften der Leukämiezellen gezielt auszuschalten. Wir erwarten, damit die Heilungschancen der Patienten weiter zu verbessern“, erklärt Prof. Dr. Carsten Müller-Tidow. Zu diesem Zweck sollen spezielle Antikörpertherapien entwickelt werden. Die Akute Myeloische Leukämie ist die häufigste akute Leukämieform bei Erwachsenen. In Deutschland erkranken jährlich rund 2.500 Menschen. Grundlage der Behandlung ist eine intensive Chemotherapie. Die spezifische Hemmung der Gene, die nachweislich verantwortlich für die Selbsterneuerung der leukämischen Stammzellen sind, könnte hier in der Zukunft als zusätzliche Behandlung eingesetzt werden und auch die Nebenwirkungen der Therapie vermindern, skizziert der UKM-Krebsforscher ein mögliches Einsatzfeld.

Die Erforschung und Therapie von Leukämien ist ein Behandlungsschwerpunkt der Medizinischen Klinik und Poliklinik A. Beide Projekte begannen in diesem Winter.

Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung online:
www.carreras-stiftung.de .
Mit ihren Forschungsprojekten im Kampf gegen die Leukämie suchen Privatdozent Dr. Steffen Koschmieder (l.) und Prof. Dr. Carsten Müller-Tidow nach neuen Wegen, um die Tumorstammzellen „auszuschalten“. Dabei werden die UKM-Wissenschaftler von der Deutschen José Carreras Leukämie-Stiftung unterstützt.

Stefan Dreising | UKM Münster
Weitere Informationen:
http://www.ukmuenster.de
http://www.carreras-stiftung.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Über zwei Millionen für bessere Bordnetze
28.04.2017 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Innovationspreis 2017 der Deutschen Hochschulmedizin e.V.
24.04.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie