Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

4,5 Millionen Euro für neues Verbundprojekt zu Permafrost und Klimawandel

30.09.2013
Universität Hamburg erhält 1 Million Euro

Wie wirkt die Erwärmung der Arktis auf den sibirischen Permafrost? Welche Mengen Kohlendioxid und Methan werden freigesetzt, wenn der Boden taut?

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das neue russisch-deutsche Verbundprojekt „CarboPerm – Kohlenstoff im Permafrost: Bildung, Umwandlung und Freisetzung“. In den kommenden drei Jahren stellt es hierfür insgesamt 4,5 Millionen Euro zur Verfügung. Davon geht etwa 1 Million Euro an die Universität Hamburg.

„Das neue Projekt erlaubt einen umfassenden Ansatz, den es bisher für die sibirische Region noch nicht gegeben hat“, sagt die Sprecherin des neuen Verbundes Prof. Eva-Maria Pfeiffer von der Universität Hamburg, KlimaCampus. „Dabei geht es um das ebenso komplexe wie sensible arktische Ökosystem. Glaziologie, Meeres- und Atmosphärenforschung, Biologie, Bodenkunde und Biogeochemie – alle Fachrichtungen forschen Hand in Hand, um neue Erkenntnisse zu gewinnen. Außerdem arbeiten wir sehr eng mit unseren russischen Kolleginnen und Kollegen zusammen. Durch diese Kooperation können wir unsere Analysen verbessern und genauer abschätzen, wie die Permafrostlandschaften auf den Klimawandel reagieren.“

Dabei fließen auch detaillierte Rekonstruktionen des Kohlenstoffkreislaufs unter verschiedenen klimatischen Bedingungen der Vergangenheit mit ein. Diese historischen Kenntnisse kombiniert das Forschungsteam mit den neuen Untersuchungsergebnissen, um mit Hilfe von Klimamodellen künftige Entwicklungen zu simulieren.

Die Untersuchungen werden im Rahmen der Wissenschaftlich Technischen Zusammenarbeit (WTZ) gemeinsam mit russischen Wissenschaftlern durchgeführt. Forscher des Instituts für Bodenkunde an der Universität Hamburg koordinieren das Projekt. Weitere deutsche Partner sind das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, die Universitäten Köln und Potsdam, das Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum, die Max-Planck-Institute für Biogeochemie in Jena und für Meteorologie in Hamburg, die TU Bergakademie Freiberg und das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik.

Etwa ein Viertel der Landmasse auf der Nordhalbkugel ist dauerhaft gefroren. Diese Permafrostböden sind seit Tausenden von Jahren gigantische Kohlenstoffspeicher. In ihnen schlummern 1700 Gigatonnen Kohlenstoff. Zum Vergleich: In der gesamten Vegetation sind weltweit nur etwa 700 Gigatonnen gebunden. Eine solche massive Anreicherung im Permafrost war nur möglich, weil dauerhaft niedrige Temperaturen den Abbau des in Pflanzenresten gebundenen Kohlenstoffs verhinderten. In den polaren Gebieten steigen jedoch die Temperaturen durch den Klimawandel etwa doppelt so stark wie im globalen Mittel. Dadurch tauen die Permafrostböden auf. Bislang inaktive Mikroben beginnen den Bodenkohlenstoff zu den klimarelevanten Treibhausgasen Kohlendioxid und Methan abzubauen. Diese gelangen in die Atmosphäre – aus dem Kohlenstoffspeicher im Boden wird langfristig eine Quelle. „Ob arktische Tundren bereits jetzt als Kohlenstoffquellen wirken, ist unklar. In unserem Projekt arbeiten wir daran, diese Frage zu beantworten“, so Pfeiffer.

Für Rückfragen:

Franziska Neigenfind
Universität Hamburg, KlimaCampus
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 040 42838-7590
E-Mail: franziska.neigenfind@zmaw.de

Birgit Kruse | idw
Weitere Informationen:
http://www.zmaw.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Sechs innovative Projekte sind im Rennen um den begehrten European Health Award 2017
17.08.2017 | European Health Forum Gastein

nachricht ERC-Grants: Fünf neue Projekte an der LMU
11.08.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten