Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

260.000 Euro DFG-Forschungsförderung für Greifswalder Kriminologie

19.07.2011
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat für ein Forschungsprojekt an der Universität Greifswald 260.000 Euro bewilligt.

Das Projekt „Die Entlassung aus dem Strafvollzug: Strukturen für einen gelungenen Übergang in ein straffreies Leben im europäischen Vergleich“ wird von Frau Dr. Ineke Pruin am Lehrstuhl für Kriminologie geleitet. Ziel ist es, Haftentlassungsstrukturen daraufhin zu untersuchen, inwieweit sie das Rückfallrisiko von Straftätern senken und die Reintegration in die Gesellschaft fördern können.

Zurzeit verbüßen in Deutschland etwa 60.000 Gefangene eine Freiheits- oder Jugendstrafe. Fast alle werden früher oder später wieder in die Freiheit entlassen. Die hohen Rückfallraten in der unmittelbar darauf folgenden Zeit sorgen dabei immer wieder für Diskussionen. Bislang wenig beleuchtete Fragestellungen sind: Wie effizient sind Haftentlassungsstrukturen? Behindern sich bundesrechtliche und landesrechtliche Zuständigkeiten? Lassen sich gesetzliche und praktische Strukturen zur Wiedereingliederung von ehemaligen Strafgefangenen in die Gesellschaft verbessern?

Aktuelle kriminologische Untersuchungen weisen darauf hin, wie wichtig es ist, die Haftentlassenen eine gewisse Zeit vor und nach ihrer Entlassung zu begleiten und zu unterstützen. „Viele ehemalige Strafgefangene fallen gerade in der ersten Zeit nach ihrer Entlassung schnell in alte Strukturen zurück“, erklärt Dr. Ineke Pruin. „Sie geben ihr Geld oft für Drogen aus und geraten wieder auf die schiefe Bahn. Daher sollten sie stärker an die Hand genommen werden, um die Chancen einer Wiedereingliederung zu erhöhen.“ Dass reformierte Haftentlassungsstrukturen Erfolg haben, zeigt sich bereits in Ländern wie England und Norwegen. Mit dem Greifswalder Projekt sollen nun gesetzliche Grundlagen und die Praxis in Deutschland und Europa eingehend analysiert und ausgewertet werden. Die internationalen Erkenntnisse können dann kriminalpolitische Anregungen geben und als Grundlage für die deutsche Reformdiskussion dienen. Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern kann schon jetzt als Vorreiter für die Reintegration von ehemaligen Strafgefangenen angesehen werden. Das Justizministerium M-V hat alte Strukturen verändert und arbeitet eng mit Behörden zusammen, die sich um die Wiedereingliederung kümmern.

Das Greifswalder Projekt, das am Lehrstuhl von Prof. Dr. Frieder Dünkel angesiedelt ist, soll innerhalb von 36 Monaten abgeschlossen werden. Teil der Evaluation ist eine internationale Expertenkonferenz, die voraussichtlich im Herbst 2012 in Greifswald durchgeführt werden soll.

Dr. Ineke Pruin absolvierte ihr Studium der Rechtswissenschaften an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald sowie an der Universität Mannheim. Mit dem Thema „Die Heranwachsendenregelung im deutschen Jugendstrafvollzug – Jugendkriminologische, entwicklungspsychologische, jugendsoziologische und rechtsvergleichende Aspekte“ erwarb Dr. Pruin im Jahr 2006 ihren Doktortitel an der Universität Greifswald. Ihre Arbeit wurde mit dem Preis der Commerzbank für herausragende Dissertationen der Universität Greifswald ausgezeichnet. Seit 2007 arbeitet Frau Dr. Pruin am Lehrstuhl für Kriminologie der Universität Greifswald.

Ansprechpartnerin an der Universität Greifswald
Dr. Ineke Pruin
Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät
Lehrstuhl für Kriminologie
Domstraße 20a, 17487 Greifswald
Telefon 03834 86-2137
ineke.pruin@yahoo.de

Jan Meßerschmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.rsf.uni-greifswald.de/duenkel.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht CAU-Wissenschaftlerin erhält EU-Förderung zur Entwicklung neuer Implantate
22.11.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Illegal geschlagenes Holz in Alltagsprodukten aufspüren
21.11.2017 | Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften