Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

VDE stellt erste Normungs-Roadmap für altersgerechte Assistenzsysteme vor

24.01.2012
- Normungs-Roadmap ebnet Weg für altersgerechte technische Assistenzsysteme
- Deutschland international Vorreiter in Normung und Technologien

Deutschland altert und wird bereits 2035 eine der ältesten Bevölkerungen weltweit haben. Damit verbunden ist ein deutliches Mehr an Pflegebedarf und Kosten. Entlastung bieten technische Assistenzsysteme – von Putzrobotern über Alarmsysteme bis hin zu telemedizinischen Systemen. Kommunen müssen deshalb rasch umsteuern und altengerechte Wohn- und Infrastrukturangebote aufbauen.

Die Ausrüstung von Häusern und Wohnungen mit „smarten“ Assistenzsystemen und geräten (Ambient Assisted Living, kurz AAL) ist eine wichtige Voraussetzung für ein sicheres und komfortables Wohnen auch im hohen Alter. Die Technologien hierfür sind da. Allerdings liegt die Herausforderung in der Interoperabilität von Endgeräten. Damit sich Teilkomponenten vergleichen, kombinieren, austauschen und nachrüsten lassen, sind spezifische Normen und Standards erforderlich.

Vor diesem Hintergrund hat die Deutsche Kommission Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik im DIN und VDE (VDE|DKE) die Deutsche Normungs-Roadmap AAL erarbeitet – die erste ihrer Art weltweit. Die Roadmap soll die Entwicklung und Umsetzung von AAL-Anwendungen beschleunigen sowie Impulse für die internationale Normung geben und damit die gute Standortposition Deutschlands in diesem globalen Wachstumsmarkt stärken.

Insbesondere können mit Hilfe der Normungs-Roadmap konkrete Defizite und Lücken im Bereich technische Assistenzsysteme und vor allem auch im Normungs- und Standardisierungsumfeld erkannt, analysiert und dann durch initiierte Normungsprojekte geschlossen werden. Interoperabilität ist die Voraussetzung dafür, dass AAL-Systeme sich auf dem Markt etablieren können.

Normen für einen globalen Wachstumsmarkt

Der demografische Wandel hin zu einer alternden Gesellschaft betrifft alle Industriestaaten. Entsprechend groß ist der Wachstumsmarkt für technische Assistenzsysteme und -produkte. Laut Data Monitor wird er allein in den USA und Europa auf bis zu 7,7 Milliarden USD im Jahr 2012 zulegen. Für Deutschland eröffnen sich beachtliche wirtschaftliche Chancen, nicht nur aufgrund der Einsparpotenziale im Gesundheitswesen. So nimmt die Bundesrepublik in allen relevanten Technologien bereits jetzt international eine gute Wettbewerbsposition ein – von der Elektro- und Medizintechnik über Automation, IKT-Systeme und RFID-Technologie bis zur Mikrosystemtechnik und Robotik.

Deshalb empfiehlt die Normungs-Roadmap, möglichst schnell internationale Normen für technische Assistenzsysteme zu etablieren, um sie auf dem europäischen Binnenmarkt und darüber hinaus durchzusetzen.

„Deutschland bietet sich angesichts seiner Vorreiterrolle in der Normung und seiner guten Technologieposition die Chance, AAL nicht nur für Deutschlands reife Gesellschaft, sondern auch für internationale Exporterfolge zu nutzen“, so VDE-Vorstandsvorsitzender Dr.-Ing. Hans Heinz Zimmer heute auf dem 5. BMBF/VDE-AAL-Kongress in Berlin.

Interoperabilität und Qualität im Fokus

Normen und Standards, die erst eine kostengünstige, herstellerübergreifende Interoperabilität von Systemkomponenten ermöglichen, sind Voraussetzung für die Anwendung von intelligenten Assistenzsystemen in der Breite. Heute existieren AAL-Systemmodelle lediglich zu technisch und organisatorisch relativ einfachen Produkten. Auch im Produktivbetrieb kommt derzeit nur eine geringe Anzahl von Systemen und Plattformen unterschiedlicher Hersteller zum Einsatz. Zukünftig aber werden die Anwendungen weitaus komplexer ausfallen. Entsprechend wichtig ist es, relevante Normen und Spezifikationen für AAL-Systeme und -Komponenten weiter bzw. neu zu entwickeln, Rahmenbedingungen – beispielsweise rechtliche Anforderungen des Datenschutz- und Medizinproduktegesetzes – zu diskutieren sowie heterogene Nutzeranforderungen und Anforderungen an Assistenzsysteme in unterschiedlichen Bereichen zu definieren.

Die Normungs-Roadmap dient somit der Koordinierung und Integration verschiedener Aktivitäten im AAL-Umfeld und vor allem unterschiedlicher Domänen. Sie unterstützt Hersteller und Entwickler beim Entwurf von Produkten und fördert sowohl das übergreifende Verständnis, als auch die Interoperabilität und Kompatibilität von AAL-Komponenten. Zusätzlich soll mit der Roadmap die Entwicklung von Integrationsprofilen für prototypische Anwendungsszenarien vorangetrieben werden.

Um den betreiberübergreifenden Betrieb von technischen Assistenzsystemen zu ermöglichen, empfehlen die Experten von VDE|DKE deshalb, Lücken im derzeitigen Normenwerk zu schließen. Dazu sind Regelungen zur Kooperation und Verteilung von Verantwortung zwischen den Beteiligten erforderlich. Für eine herstellerübergreifende Interoperabilität von Systemen und Komponenten sollen typische AAL-Systeme und Anwendungen identifiziert und die dafür notwendigen Komponenten, Schnittstellen und Datenformate genormt werden. Die Modellierung solcher typischen Anwendungsszenarien entspricht dem Konzept der Integrationsprofile, die in der Medizintechnik sehr erfolgreich eingesetzt werden, um die Interoperabilität komplexer heterogener IT-Systeme zu verbessern. Ein weiterer Punkt betrifft die Zertifizierung und Prüfsiegelvergabe. Zertifizierungen zur Qualitätssicherung sind der Normungs-Roadmap zufolge für Produkte, Anbieter sowie für Fachkräfte notwendig. Für Anbieter ist auch ein Datenschutzsiegel denkbar. Normungsbedarf sieht die Roadmap aber auch in terminologischer Hinsicht und empfiehlt die Definition von einheitlichen Fachbegriffen im AAL-Umfeld.

Nähere Informationen unter www.vde.com und www.dke.de.
Pressekontakt: Melanie Mora, Telefon: 069 6308-461, melanie.mora@vde.com

Melanie Mora | VDE
Weitere Informationen:
http://www.vde.com
http://www.dke.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Elektromobilität: Forschungen des Fraunhofer LBF ebnen den Weg in die Alltagstauglichkeit
27.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

nachricht Wärme in Strom: Thermoelektrische Generatoren aus Nanoschichten
16.03.2017 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit