Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Test mit neuem abgasarmen Biokraftstoff gestartet

19.11.2010
Großer Flottenversuch von Hochschule Coburg und Bayerischem Umweltministerium mit Diesel regenerativ

Die Hochschule Coburg und das Bayerische Umweltministerium stellten heute in Coburg einen groß angelegten Flottenversuch mit dem neuen Biokraftstoff „Diesel regenerativ“ vor.

Dieser neue Biokraftstoff besteht aus hydriertem, d.h. mit Wasserstoff behandeltem Rapsöl, dem zwei bzw. sieben Prozent Biodiesel beigemischt werden. Der Raps stammt aus deutschem Anbau. Ziel des Flottenversuches ist es, die Alltagstauglichkeit des neuen Biokraftstoffs unter Beweis zu stellen.

Bayerns Umweltstaatssekretärin Melanie Huml betonte:„Die bayerische Klimapolitik ist erfolgreich: Bereits heute liegt der energiebedingte CO2-Ausstoß im Freistaat pro Kopf und Jahr bei rund sechs Tonnen. Bis zum Jahr 2030 soll dieser Wert auf unter fünf Tonnen vermindert werden. Der neue Biokraftstoff könnte dazu beitragen, Kohlendioxid-Ausstoß und Luftschadstoffe im Straßenverkehr weiter zu reduzieren." Das Bayerische Umweltministerium unterstützt das Projekt mit 120.000 Euro.

Der wissenschaftliche Leiter des Forschungsprojekts, Prof. Dr. Jürgen Krahl vom Technologietransferzentrum Automotive (TAC) der Hochschule Coburg, hob hervor: „Wir wollen prüfen, ob dieser neue, emissionsarme Kraftstoff kompatibel ist mit den vorhandenen Dieselmotoren.“ Verlaufen die Tests positiv, wäre ein Biokraftstoff gefunden, der sich gut für sensible Gebiete wie Innenstädte eignet und in Reinform mit Dieselpartikelfiltern kompatibel ist. Diesel regenerativ kann über das vorhandene Tankstellennetz vertrieben werden. Fahrer von Dieselfahrzeugen betanken ihre Autos aktuell mit Diesel aus Rohöl, dem maximal sieben Prozent herkömmlicher Biodiesel beigemischt werden können.

Die Hochschule Coburg ist mit sieben Fahrzeugen an dem Flottenversuch beteiligt, die ausschließlich mit dem neuen Kraftstoff fahren. Darunter sind vier Fahrzeuge, die die Volkswagen AG zur Verfügung stellt, und im Bayerischen Umweltministerium fahren vier Fahrzeuge der AUDI AG mit dem neuen Kraftstoff.

Dr. Jens Hadler, Leiter Aggregate-Entwicklung bei Volkswagen, erklärte: “Gegenüber höheren Zumischungen an herkömmlichem Biodiesel bietet das hydrierte Rapsöl die Chance, dass es mit allen Motorkomponenten gut verträglich ist. So könnte auch der vorhandene Fahrzeugbestand kurzfristig umgestellt werden. Zudem gehen wir davon aus, dass sich die Serviceintervalle der Fahrzeuge verlängern lassen. Und wir erwarten einen signifikanten Beitrag zur Verbesserung der CO2-Bilanz.“

Der neue Biokraftstoff Diesel regenerativ kommt von der finnischen Neste Oil Corp. Das Unternehmen produziert seit 2007 in einem selbstentwickelten und patentierten Hydrierverfahren den weltweit effizientesten und umweltfreundlichsten Dieselkraftstoff auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Osmo Kammonen von Neste Oil betonte: „In dem Projekt wollen wir die Alltagstauglichkeit und Flexibilität des Kraftstoffs erneut unter Beweis stellen. Dabei können vielversprechende Synergien zwischen klassischen und neuen, innovativen Biokraftstoffen aufgezeigt werden.”

Die OMV unterstützt das Projekt derzeit an zwei Tankstellen in Coburg und München, die mit Zapfsäulen für den hochwertigen Kraftstoff erweitert wurden. Für die OMV liegen die Herausforderungen bei der Einführung neuer Kraftstofflösungen oft in den hohen Investitionskosten für die benötigte Infrastruktur. Mit der Ausrichtung der beiden Tankstellen auf Diesel regenerativ zeigt die OMV, dass auch auf bestehende Infrastruktur zurückgegriffen werden kann und so ein Flottentest im alltäglichen Fahrbetrieb ermöglicht wird. Ziel der OMV ist es, die Versorgungsstrukturen für alternative Kraftstoffe wie Wasserstoff oder Diesel regenerativ bereits in frühen Versuchsphasen anzubieten, um die Entwicklung einer künftigen umweltschonenden Mobilität zu unterstützen. Damit positioniert sich die OMV einmal mehr im Premium-Segment des hart umkämpften Tankstellenmarkts.

Weiterer Forschungspartner ist das Johann Heinrich von Thünen-Institut, Braunschweig.

An dem groß angelegten Flottenversuch im Realbetrieb sind folgende Partner beteiligt:

Technologietransferzentrum Automotive der Hochschule Coburg (TAC); wissenschaftlicher Leiter des Projekts ist Prof. Dr. Jürgen Krahl

Hochschule Coburg, die mit sieben Fahrzeugen, darunter vier Fahrzeuge der VW AG, an dem Flottenversuch teilnimmt

Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, das das Projekt mit 120.000 EUR fördert und vier Fahrzeuge der AUDI AG testet

Volkswagen AG, die Fahrzeuge verschiedener Emissionsklassen zur Verfügung stellt und die Abgasuntersuchungen vornimmt

Johann Heinrich von Thünen-Institut, Braunschweig, das gesundheitsrelevante Komponenten im Abgas untersucht

AUDI AG, Ingolstadt, die die Inspektion und die Abgasuntersuchungen der Münchner Flotte vornimmt

Firma Neste Oil Corp in Espoo, Finnland, die den neuen HVO-Kraftstoff liefert

Mineralölkonzern OMV, der Diesel Regenerativ an einer Tankstelle in Coburg und einer in München zur Verfügung stellt

Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (ufop) als beratender Partner

Dr. Margareta Bögelein | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-coburg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht SmartMeter analysieren mit Algorithmen den Stromverbrauch
01.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS

nachricht Energiehybrid: Batterie trifft Superkondensator
01.12.2016 | Technische Universität Graz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie