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So sparen Rechenzentren 50 Prozent Strom: Forschungsprojekt AC4DC präsentiert seine Ergebnisse

23.06.2014

50 Prozent Strom einsparen in Rechenzentren: Wie das funktioniert, hat heute das Team des Forschungsprojekts AC4DC (Adapative Computing for Green Data Centers) auf seiner Abschlussveranstaltung im hessischen Herborn gezeigt. Die Energieeffizienz von Rechenzentren wird dabei vor allem durch eine ganzheitliche Konzeption und Steuerung aller Bausteine eines Rechenzentrums gesteigert.

Nach wie vor zählen Rechenzentren zu den größten Stromverbrauchern in der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT). AC4DC ist eines von insgesamt zehn Forschungsvorhaben des Technologieprogramms IT2Green des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Auf der heutigen Abschlussveranstaltung zog der Leiter des Projekts, Bernd Hanstein von Rittal GmbH & Co. KG, eine positive Bilanz: „Die ganzheitliche Betrachtung zeigt, dass ein Rechenzentrum bis zu 50 Prozent Energie einsparen kann – und damit auch erheblich zur Senkung des CO2-Austoßes und der Kosten beitragen kann.“

Rechenzentren müssen dabei so optimiert werden, dass nicht nur die IT-Dienstleistungen bedarfsgerecht bereitgestellt werden. Auch die dafür notwendigen Ressourcen müssen energieeffizienter betrieben werden, so Hanstein. Neben Projektleiter Bernd Hanstein stellten auch Hr. Daniel Schlitt vom Offis e.V. Institut für Informatik, Dr. Simon Oberthür von der Universität Paderborn und Dr. Ralph Hintemann vom Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit, sowie die Anwender Hr. Lüerssen von KDO und Hr. Leukroth von BTC ihre Ergebnisse vor.

Rechenzentren zählen in der IKT zu den größten Stromfressern überhaupt: Laut einer Studie des Borderstep-Instituts in Zusammenarbeit mit dem BITKOM verbrauchten die zirka 2,4 Millionen in Deutschland installierten Server im Jahr 2012 rund 9,4 Terrawattstunden Strom.

Das entspricht in etwa der Stromproduktion von vier mittelgroßen Kohlekraftwerken. Der immense Strombedarf von Rechenzentren entsteht vor allem durch eine immer höhere Leistungsdichte, isoliert optimierte Einzelsysteme und ungenutzte Kapazitäten.

Während der dreijährigen Projektlaufzeit stand deshalb eine ganzheitliche Betrachtung von Rechenzentren im Vordergrund: Durch ein besseres Zusammenspiel aller Bausteine eines Rechenzentrums – einschließlich der bedarfsorientierten Dimensionierung und Softwarekonfiguration der Server, Speicher und Netzwerkgeräte sowie der Kühlsysteme und Stromabsicherung – konnten die Projektpartner schließlich eine deutliche Energieeinsparung von bis zu 50 Prozent nachweisen.

Das Forschungsvorhaben AC4DC ist eines von zehn Projekten des Technologieprogramms „IT2Green – Energieeffiziente IKT für Mittelstand, Verwaltung und Wohnen“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Im Rahmen von IT2Green haben Industrie und Politik insgesamt 60 Millionen Euro in Forschungsprojekte sowie Begleitforschung investiert. Davon steuerte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie rund 30 Millionen Euro bei.

Auf Grundlage der Forschungsergebnisse in den Projekten wurde der Green IT-Leitfaden “Energieeffiziente IKT in der Praxis“ entwickelt. Als praxisnaher Maßnahmenkatalog zeigt der Leitfaden Wege auf, wie sich konkrete Energiespar-Maßnahmen in Rechenzentren und an Büroarbeitsplätzen umsetzen lassen.

Weitere Informationen:

http://www.it2green.de/de/1200.php (Projektfilm)
http://www.ac4dc.de (Projektseite)
http://www.it2green.de (Technologieprogramm IT2Green)
http://www.it2green.de/documents/Leitfaden_IT2Green.pdf (IT2Green-Leitfaden)

Wiebke Ehret | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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