Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Smart Data erhöht die Effizienz von Windparks

20.11.2014

Siemens überwacht tausende Windenergieanlagen weltweit, um sie so effizient wie möglich zu betreiben.

Kürzlich eröffnete das Unternehmen sein Ferndiagnosezentrum im dänischen Brande, das Sensordaten aller Anlagen Tag und Nacht beobachtet und analysiert. Ende Oktober waren insgesamt 7.800 on- und off-shore Windturbinen an das Zentrum angeschlossen und übermittelten pro Tag rund 200 Gigabyte an Daten.

Spezielle Analysemodelle gleichen diese mit einer Datenbank ab, die Windenergieanlagen-Daten der vergangenen gut 15 Jahre umfasst. Die Vergleiche helfen, Ursachen für abweichendes Turbinenverhalten schnell einzugrenzen und zu beseitigen.

Das Zentrum kann den Ausfall von Teilen früh vorhersagen und so unerwartete Stillstände vermeiden. Außerdem werden die großen Datenmengen gezielt für die Anlagenoptimierung analysiert.

1998 begann Siemens mit der Überwachung von Windenergieanlagen und legt seit dem Jahr 2000 alle Anlagen für Ferndiagnose aus. Sämtliche Messungen, die auf Störungen im Betrieb hinweisen, fließen seit 1998 in eine Datenbank, die mittlerweile mehrere Terabyte umfasst.

Damit überwacht Siemens seine Anlagen länger als alle anderen in der Branche. Heute erhebt und übermittelt eine Anlage mit Hilfe eines webbasierten SCADA-Systems rund 3.000 Daten in Echtzeit.

Darunter sind Wetterinformationen, Vibrationsmessungen an wichtigen Turbinenteilen, die Stromproduktion und verschiedene Betriebsparameter wie beispielsweise die Temperatur des Turbinenöls.

Weichen die Messungen vom Normallfall ab, sendet die Anlage automatisch einen Alarm an das Ferndiagnosezentrum. 85 Prozent dieser Fehlermeldungen werden direkt online behandelt. Andernfalls werden regionale Service-Center benachrichtigt, um Techniker zu schicken.

Automatische Überwachung der Leistung

Das Diagnosezentrum nutzt eine Reihe verschiedener, teils patentierter Programme. Der sogenannte Automatic Root Cause Identifier erkennt automatisch, ob die Systemleistung der Windenergieanlage vom Optimum abweicht und ermittelt die Fehlerursache.

Das Programm kann sehr schnell große Datenmengen analysieren, indem es typische Muster für die beobachtete Abweichung mit Ereignissen in der Datenbank abgleicht. Das Programm Automated Surveillance nutzt dynamische lineare Modelle, um aus den Sensordaten und mit Hilfe einer Vielzahl früherer Messungen Informationen zum Status der Windturbine abzuleiten und ihre Einstellung zu optimieren.

Analysen von Vibrationsmessungen, z.B. an Rotorblatt, Generator oder Hauptachse, lassen frühzeitig typische Muster für sich andeutende Ausfälle erkennen. Seit Juli 2008 wurden so zum Beispiel rund 97 Prozent aller Zahnradschäden prognostiziert. Ein belastetes Teil wird dann in der Routinewartung ausgetauscht, was ungeplante Wartungseinstätze oder Stillstände vermeidet.

Die Datenanalysen dienen auch der Optimierung der ganzen Flotte: Zeigen sich zum Beispiel Trends für bestimmte Turbinentypen oder sieht man, wie sich Standort, Betriebsbedingungen oder Laufzeiten auf einzelne Anlagen auswirken, kann man flottenweit entsprechende Empfehlungen aussprechen. (2014.11.3)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/innovation/de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Power-to-Liquid: 200 Liter Sprit aus Solarstrom und dem Kohlenstoffdioxid der Umgebungsluft
24.07.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Ein leistungsfähiges Lasersystem für anspruchsvolle Experimente in der Attosekunden-Forschung
19.07.2017 | Forschungsverbund Berlin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

Recherche-Reise zum European XFEL und DESY nach Hamburg

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Lupinen beim Trinken zugeschaut – erstmals 3D-Aufnahmen vom Wassertransport zu Wurzeln

24.07.2017 | Biowissenschaften Chemie