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Siemens errichtet Landstromversorgung für Offshore-Plattform in der Barentssee

20.12.2010
50 Prozent weniger CO2-Emissionen

Die schwimmende Offshore-Plattform „Goliat“ zur Förderung, Lagerung und Verladung von Öl und Gas in der Barentssee, nördlich von Norwegen, wird nicht wie sonst üblich von Gasturbinen und Generatoren an Bord mit Strom versorgt werden, sondern über ein 106 Kilometer langes Seekabel von Land aus – was zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen von 50 Prozent führt.

Dazu liefert Siemens Energy ein schlüsselfertiges Landstromversorgungssystem, das im Wesentlichen aus einer Umspannstation im nordnorwegischen Hammerfest besteht, aus Freileitungen, Erdkabeln sowie einem Blindleistungskompensationssystem auf dem neuesten Stand der Technik.

Auftraggeber ist das Öl- und Gasunternehmen Eni Norge, Stavanger, Norwegen. Die Landstromversorgung der Plattform soll 2012 ihren Betrieb aufnehmen; der Beginn der Förderung im Goliat-Feld ist für Ende 2013 vorgesehen.

Eine schwimmende FPSO-Plattform (Floating Production Storage and Offloading) wie Goliat wird zur Förderung, Lagerung und Verladung von Öl und Erdgas eingesetzt. Während der Strom für derartige Plattformen üblicherweise von Gasturbinen und Generatoren an Bord erzeugt wird, wird die Goliat-Plattform künftig von Land aus mit elektrischer Energie versorgt. Dies reduziert die CO2-Emissionen im Vergleich zur herkömmlichen Technik um die Hälfte.

Für die Landstromversorgung baut Siemens zwei Kilometer von der Stadtmitte Hammerfests entfernt die neue Umspannstation Hyggevatn. Sie wird über eine 132-kV-Freileitung mit dem regionalen Stromversorgungsnetz verbunden und versorgt sowohl die Goliat-Plattform als auch das kleinere lokale Netz in Hammerfest. Dazu wird Siemens bestehende Freileitungen durch eine neue Leitung zwischen der neuen Umspannstation und einer bestehenden in Hammerfest ersetzen. Siemens liefert zudem das Erdkabel von der Station Hyggevatn bis zu einem unterirdischen Anschlusspunkt an der Küste, von dem aus das Seekabel zur Plattform abgeht.

Zur Stabilisierung der Spannung im Hochspannungsnetz und zur Blindleistungskompensation des 106 Kilometer langen Seekabels liefert Siemens seine neueste SVC-Technik: Das Blindleistungskompensationssystem SVC Plus (Static Var Compensator) arbeitet auf Basis der Voltage-Sourced-Converter-Technik (VSC) und ist mit Hilfe von Hochleistungstransistoren (IGBT) stufenlos regelbar. Das Herzstück von SVC Plus, einem weiterentwickelten Statcom (Static synchronous compensator), ist seine modulare Multilevel-Stromrichtertechnik. Im Gegensatz zu anderen selbstgeführten Stromrichter-Topologien ist die von SVC Plus erzeugte Spannungsform aufgrund der Multilevel-Technik nahezu sinusförmig. Hierdurch können die bei bisherigen Lösungen notwendigen niederfrequenten harmonischen Filter entfallen, und der Platzbedarf für die Gesamtanlage wird deutlich reduziert.

Energieeffiziente Landstromversorgungssysteme sind Teil des Siemens-Umweltportfolios, mit dem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von rund 28 Mrd. EUR erzielte. Das macht Siemens zum weltweit größten Anbieter von umweltfreundlicher Technologie. Kunden haben mit entsprechenden Produkten und Lösungen des Unternehmens im selben Zeitraum 270 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) eingespart, das ist so viel wie Hongkong, London, New York, Tokio, Delhi und Singapur in Summe an CO2 jährlich ausstoßen.

Der Siemens-Sektor Energy ist der weltweit führende Anbieter des kompletten Spektrums an Produkten, Dienstleistungen und Lösungen für die Energieerzeugung, -übertragung und -verteilung sowie für die Gewinnung, die Umwandlung und den Transport von Öl und Gas. Im Geschäftsjahr 2010 (30. September) erwirtschaftete der Sektor Energy einen Umsatz von rund 25,5 Mrd. EUR und erhielt Aufträge in einem Umfang von über 30,1 Mrd. EUR. Das Ergebnis betrug über 3,6 Mrd. EUR. Im Sektor Energy arbeiteten zum 30. September 2010 über 88.000 Mitarbeiter. Weitere Informationen unter: www.siemens.de/energy

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