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Robust und wartungsarm: Minenantrieb ohne Getriebe

21.06.2013
Siemens hat in Peru das erste getriebelose Antriebssystem zum Überlandtransport von Kupfererz in Betrieb genommen.

Die Antriebslösung mit 3,8 Megawatt Leistung ist zuverlässiger und hat einen besseren Wirkungsgrad als die sonst bei Bandförderanlagen eingesetzte Kombination aus Motor und Getriebe. Betreiber der Kupfermine im peruanischen Antapaccay ist die australische Firma Xstrata Copper.



Die Bandanlage soll in einer hoch gelegenen Gebirgsregion 4200 Meter über dem Meeresspiegel Erz über 6.5 Kilometer von der Mine zur Aufbereitungsanlage transportieren.

In Zukunft wird es für Minenfirmen immer wichtiger, den Energieverbrauch zu reduzieren und die Zuverlässigkeit zu erhöhen. Die Antriebssysteme von Bandanlagen zur Erzförderung müssen außerdem sehr robust sein, wenn sie ihre schwere Fracht über lange Strecken im Freien transportieren sollen. Die Wartung der Anlagen ist daher aufwändig und teuer.

Allein die Getriebewartungsarbeiten können jährlich bis zu fünf Prozent der ursprünglichen Investitionskosten betragen. Daher bieten sich getriebelose Systeme an, bei denen statt einem hochdrehenden Motor mit Getriebe langsame Motoren eingesetzt werden. Deren Rotoren werden direkt an der Antriebstrommel angeflanscht. Allerdings lohnt sich die Investition in ein getriebeloses Antriebssystem erst ab einer Leistung von etwa 2.5 Megawatt pro Antriebstrommel.

Die getriebelose Antriebslösung von Siemens in Antapaccay bietet zahlreiche Vorteile. Die Motorgröße begrenzt die verfügbare Getriebegröße nicht, so dass gegebenenfalls auf Mehrmotorenantriebe verzichtet werden kann. Nur ein Antrieb ist nötig, um die erforderliche Bandantriebsleistung pro Gurttrommel bereitzustellen. Damit kann das Schalthaus kleiner ausgelegt und Gewicht gespart werden.

Durch den Wegfall einer Reihe mechanischer und elektrischer Komponenten sinkt nicht nur der Wartungsbedarf deutlich, sondern diese Antriebe erzielen im Vergleich zu herkömmlichen Antriebslösungen auch eine höhere Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit sowie eine geringere Lärmbelastung.

Der Wirkungsgrad des Gesamtsystems steigt außerdem um bis zu vier Prozent. Bei einer Gurtbreite von 1.370 Millimetern und einer Bandgeschwindigkeit von 6.2 Metern pro Sekunde können in einer Stunde etwa 5.260 Tonnen Material transportiert werden.

Zusätzlich liefert Siemens die gesamten Schaltanlagen und getriebelosen Antriebssysteme für drei Erzmühlen der Mine in Antapaccay. (IN 2013.06.6)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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