Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Meeresenergien" und "Stromnetze und intelligente elektrische Systeme"

14.09.2009
Um die Spitzenlastzeiten im Stromverbrauch besser kontrollieren zu können und die Entwicklung der erneuerbaren Energien zu beschleunigen, hat die Agentur für Umwelt und Energie (ADEME [1]) zwei neue Aufrufe zur Interessensbekundung im Bereich Meeresenergien und der intelligenten, elektrischen Systeme gestartet. Diese Aufrufe werden vom "Forschungsdemonstrationsfond" finanziert, der im Rahmen des Abkommens für Umweltschutz ("grenelle de l'environnement") eingerichtet wurde.

Die Meeresenergien

Der französische Minister für Umwelt, Energiewirtschaft und nachhaltige Entwicklung, Jean-Louis Borloo, hat beim Treffen des " Grenelle de la mer " (Programm zum Schutz des Meeres) darauf hingewiesen, dass die Energiestrategie Frankreichs verstärkt auf die erneuerbaren Meeresenergien ausgerichtet werden müsse. Derzeit werden in Frankreich nur ca. 0,5 % der produzierten Energie durch Meeresenergie gewonnen (? durch Kernenergie).

Die im Rahmen der nationalen Strategie für Forschung und Innovation geleisteten Arbeiten konnten jedoch das unermessliche Potential der erneuerbaren Meeresenergien aufzeigen und die Notwendigkeit unterstreichen, die technischen Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet auszubauen, um die nachhaltige Nutzung der Meere zu verbessern. Mit seinen 5500 km Küstenlänge und seinen 11 Millionen km² Hoheitsgewässern (die Überseedepartements mitgerechnet), verfügt Frankreich, hinter den Vereinigten Staaten, über die besten natürlichen Voraussetzungen.

Um die technologischen Möglichkeiten, die im Zeitraum 2020-2030 umgesetzt werden könnten (dieses Ziel hat sich der Forschungsdemonstrationsfond gesetzt), besser einschätzen zu können, konzentrieren sich die Aufrufe zur Interessensbekundung im Bereich Meeresenergien auf 4 Schlüsselkategorien:
- die Gezeitenkraftwerke (Energie der Meeresströmungen)
- die Offshore Windenergieanlagen (Energie der Meereswinde)
- die Wellenkraftwerke (Energie der Wellen und der Brandung)
- die Wärmeenergie der Meere (Energie, die mit dem Transfer der thermischen Strömungen im Wasser zusammenhängen)

Die zukünftigen Forschungsdemonstratoren müssen die spezifischen Merkmale dieser Technologien, die mit den Meeresenergien verbundenen Ziele, die Gewässervielfalt und die Nutzungsbedingungen berücksichtigen, um die mit der Entwicklung der Meeresenergien verbundenen technischen Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen (Planung und Serienherstellung, elektrische Planung, Installation im Meer, Verankerung, etc.).

Es gilt jedoch auch anderen Problemen zu begegnen, wie z. B.:
- der Integration von Demonstrationsprojekten in eine bereits vorhandene lokale Küstenwirtschaft, insbesondere mit dem Ziel einer Diversifizierung der dortigen Wirtschaftsaktivitäten.
- den Konflikten, die mit der Nutzung der Küstenumgebung durch verschiedene Akteure (z. B. Fischer, Touristen, Lokalbevölkerung, Seefahrer) einhergehen.
- der Sicherheit der Menschen und Güter, die auf oder in unmittelbarer Nähe des Forschungsdemonstrators arbeiten.

- der Evaluierung und der Umgang mit den Umweltauswirkungen, die mit der Installation des Demonstrators in den Meeres- und Küstengebieten in Zusammenhang stehen.

Die Abgabefrist für die Aufrufe zur Interessensbekundung im Bereich Meeresenergien endet am 15. Oktober 2009.

Netzwerke und intelligente elektrische Systeme
Die Entwicklungen in der Energieproduktion und dem Konsumverhalten zwingen zu einem Umdenken in Bezug auf die Netzwerke, mittels derer die Energie transportiert wird. Angesichts der verstärkten Nutzung erneuerbarer Energiequellen müssen die Stromnetze einer unregelmäßigen Energieeinspeisung und der Veränderung des Konsumverhaltens angepasst werden. In vielen Ländern wird das Thema der intelligenten Stromsysteme und Stromnetze, die erneuerbare Energien und den Umgang mit Energie integrieren, als prioritär für die Forschung und die Demonstration erachtet.
Die Aufrufe zur Interessensbekundung im Bereich der "Netzwerke und intelligenten elektrischen Systeme, die die erneuerbaren Energien und den Umgang mit Energie integrieren", zielen ab auf:
- die Untersuchung der Bedingungen zur massiven Einspeisung erneuerbarer Energien in die Stromnetze bei gleichbleibender Strommenge und bei Aufrechterhaltung der Sicherheit des elektrischen Systems.

- die Bewertung neuer Produkte und Serviceleistungen, die mit der Ausweitung der intelligenten Systeme verbunden sind. Dies ermöglicht eine Anpassung an die Spitzenzeiten bezüglich Angebot und Nachfrage entsprechend der Entwicklung des Konsumverhaltens.

Die Entwicklung neuer technischer Lösungen ist entscheidend um:
- die Einspeisung des durch Unternehmen und Einzelpersonen vertriebenen Stroms zu erleichtern, insbesondere des Stroms, der auf der Basis erneuerbarer Ressourcen produziert wurde
- die Steuerung der Nachfrage und der unregelmäßigen Stromproduktion zu optimieren, um so das Zurückgreifen auf CO2 ausstoßende Produktionsverfahren zu beschränken und das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage zu gewährleisten.

- die Entwicklung der Netze vorauszusehen (z.B. durch den Einsatz von Elektroautos).

Intelligente Zähler ermöglichen eine Verringerung des Stromverbrauchs (Pilotstudien haben gezeigt, dass der Stromverbrauch in den Haushalten um 5 % bis 15 % reduziert werden konnte), sie erhöhen die operationelle Wirksamkeit des Stromnetzes, verbessern die Servicequalität und erlauben eine genauere und einfachere Abrechnung.

Der von Minister Borloo am 3. Juni d.J. vorgestellte Fahrplan im Energiebereich hat die Notwendigkeit aufgezeigt, die Anstrengungen zu intensivieren, die zu einer verbesserten Steuerung des Energiebedarfs in Spitzenzeiten beitragen. Jean-Louis Borloo fordert daher die Akteure auf, Innovationen zu präsentieren (Geräte, die ein genaueres Ablesen und eine Analyse des Stromverbrauchs ermöglichen, "Box" zur Fernsteuerung des Verbrauchs, usw.), die insbesondere in den Versorgungsgebieten getestet werden könnten, in denen die ERDF verbesserte Zähler installiert.

Die Bewerbungsfrist für den Aufruf zur Interessensbekundung im Bereich "Netzwerke und intelligente elektrische Systeme" endet am 30. November 2009.

[1] ADEME: Agence de l'Environnement et de la Maîtrise de l'Energie

Kontakt: Relations de presse de l'ADEME, Golin Harris - Cécile Lardillon, Delphine Launois, Stéphanie Laurent - E-Mail: servicedepresseademe@golinharris.com - Tel.: + 33 140 415 501

Quelle: Pressemitteilung der ADEME - 02.09.2009

Redakteur: Julien Bouasria, julien.bouasria@diplomatie.gouv.fr

Sie können es ganz einfach abonnieren, indem Sie eine Email an folgende Adresse senden :
sciencetech@botschaft-frankreich.de
Reproduktions- und Verbreitungsrechte

Marie de Chalup | idw
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de
http://www.wissenschaft-frankreich.de/publikationen/wissenschaft_frankreich/index.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Meilenstein in der Kreissägetechnologie
11.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Solarenergie: Defekte in Kesterit-Halbleitern mit Neutronen untersucht
07.12.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einmal durchleuchtet – dreifacher Informationsgewinn

11.12.2017 | Physik Astronomie

Kaskadennutzung auch bei Holz positiv

11.12.2017 | Agrar- Forstwissenschaften

Meilenstein in der Kreissägetechnologie

11.12.2017 | Energie und Elektrotechnik