Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Orange-Gummistiefel: Heiße Sohle lädt Handy-Akku

09.06.2010
Thermoelektrische Stiefelsohle wird auf Musikfestival gezeigt

Der Mobilfunker Orange hat Gummistiefel vorgestellt, mit denen Träger ihre Handy-Akkus aufladen können. Der Prototyp dieser "Orange Power Wellies" wird Ende Juni im Rahmen des Glastonbury Festival, einem bekannten Open-Air-Musik- und Kunstfestival, vorgeführt. Die Stiefel sind gerade bei solch einer Veranstaltung sinnvoll, denn wenn der Träger auf kühlem Boden eine heiße Sohle hinlegt, sorgt genau das für eine effiziente Stromerzeugung. Die Orange-Gummistiefel nutzen dazu nämlich den thermoelektrischen Effekt.

Ideal im Schlamm

Die in Zusammenarbeit mit GotWind http://www.gotwind.org , einem Spezialisten für Erneuerbare Energien, entwickelten Gummistiefel sind mit einer speziellen Sohle ausgestattet. Sie besteht aus thermoelektrischen Modulen, die sich den Temperaturunterschied zwischen Fuß und Boden zunutze machen. Die Stromausbeute der Gummistiefel steigt dabei, desto größer der Temperaturunterschied zwischen Fuß und Boden ist. Da in Gummistiefel bekanntlich gut schwitzen ist und das Glastonbury Festival den Ruf eines Schlammfestivals hat, bietet die Veranstaltung also optimale Voraussetzungen für den Einsatz.

"Gummistiefel sind beim Festival das typische Schuhwerk. Die Orange Power Wellies halten einen nicht nur trocken, sondern bilden gleichzeitig eine wichtige Ökostrom-Quelle", betont Dave Pain, Managing Director bei GotWind. Zwölf Stunden durch das Festival zu stapfen liefere genug Strom, um ein Handy eine Stunde lang aufzuladen, so die Unternehmen. "Damit reicht ein Stiefel, um einen Akku etwa halb aufzuladen", meint GotWind-Gründer Ben Jandrell auf Nachfrage von pressetext. Mit einem Paar sei also eine volle Ladung möglich.

Ungewöhnlicher Ansatz

Die Orange Power Wellies sind unter anziehbaren Stromerzeugern eher ungewöhnlich, weil der thermoelektrischen Effekt zum Einsatz kommt. Verbreiteter sind Ansätze, bei denen mithilfe von piezoelektrischen Elementen die Bewegung selbst in Strom umgesetzt wird. Nach diesem Prinzip hat beispielsweise ein Forscher in Louisiana einen stromerzeugenden Schuh gefertigt (pressetext berichtete: http://www.pressetext.com/news/100428031/). Theoretisch könnten beide Ansätze auch kombiniert werden. "Unsere Technologie ist kompakt genug, um sie in einen modischen Turnschuh zu verbauen", betont Jandrell.

Für Orange reihen sich die thermoelektrischen Stiefel jedenfalls in eine mehrjährige Tradition ein, in Glastonbury Green-Tech-Projekte vorzustellen. Im Vorjahr gab es beim Festival ein Solarzelt zu bewundern, während 2008 eine große Solar-Wind-Ladeanlage zu sehen war, die bis zu 100 Handys pro Stunde aufladen kann. Ein Jahr davor hatten Orange und GotWind ein vergleichsweise kompaktes Wind-Ladegerät gezeigt.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.gotwind.org
http://www.glastonburyfestivals.co.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht TU Ilmenau erforscht innovative mikrooptische Bauelemente für neuartige Anwendungen
21.09.2017 | Technische Universität Ilmenau

nachricht Bald bessere Akkus?
21.09.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie